Alkoholverstoß
Älter als 7 Tage

Swiss zieht eine komplette Cockpitbesatzung vor Flug ab

Swiss Airbus A320ceo
Swiss Airbus A320ceo, © Swiss

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GENF - Swiss zieht zwei Piloten vor einem Morgenflug in Genf aus dem Dienst - und stellt die Mitarbeiter frei. Crewmitglieder hatten die Flugbetriebsleitung der Lufthansa-Tochter auf einen auffälligen Alkoholkonsum der Cockpitbesatzung am Vorabend hingewiesen. Nun äußert sich Swiss zu dem Vorfall.

Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss arbeitet einen möglichen Alkohol-Verstoß an der Basis Genf auf.

Betroffen: Gleich beide Piloten eines Morgenflugs. Nach Informationen von aero.de vom vergangenen Freitag spielte sich der Zwischenfall bereits im März 2026 ab.

"Wir können bestätigen, dass es im März 2026 in Genf zu einem Vorfall mit zwei Piloten gekommen ist", sagte ein Swiss-Sprecher aero.de am Montag. Zu "operativen Einzelheiten" wie Flugnummer oder Flugzeugtyp äußert sich Swiss nicht - die Untersuchung gegen die Piloten läuft.

Über den "Zustand der beiden Piloten" wurde Swiss von anderen Crewmitgliedern informiert. "Die Hinweise waren so konkret, dass wir an der Einsatzfähigkeit der Piloten zweifeln mussten", sagte der Sprecher. "Die beiden Piloten wurden vor Beginn ihres Dienstes noch im Crewhotel aus dem Einsatz genommen und durch andere Piloten ersetzt."

Swiss war über die Sache frühzeitzeitig im Bild. Wie eine mit der Sache vertraute Person berichtet, hatte Swiss noch abgewartet, ob sich die Piloten am Morgen noch selbst "unfit to fly" melden.

Swiss hat die Piloten nach dem Vorfall suspendiert - und die Schweizer Luftfahrtaufsicht BAZL eingeschaltet. Über dienst- oder arbeitsrechtliche Konsequenzen will Swiss entscheiden, "wenn alle medizinischen und internen Abklärungen abgeschlossen sind".

"Sofort gehandelt"

"Gleichzeitig zeigt dieser Fall, dass unsere Sicherheitsmechanismen funktionieren", betonte der Sprecher. "Mitarbeitende haben ihre Verantwortung wahrgenommen und ihre Beobachtungen gemeldet. Wir haben sofort gehandelt und die vorgesehenen Prozesse angewendet. Diese Sicherheitskultur trägt dazu bei, dass wir Risiken erkennen und ausschliessen, bevor sie Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben."

Redaktionelle Anmerkung, 22.07.2026: Der Zwischenfall spielte sich nach korrigierten Swiss-Angaben bereits im März 2026 ab, wir haben den Bericht diesbezüglich aktualisiert.
© aero.de | Abb.: Swiss | 20.07.2026 22:06

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Beitrag vom 21.07.2026 - 22:23 Uhr
Klar sind die Risikofaktoren höher, dass einige Personen dann eher zum Alkohol greifen. Aber wie gesagt, das ist ja nur der erste Schritt, den zweiten dann auch zum Dienst zu gehen, das ist das Problem. Und da gibt es keine Ausrede oder Entschuldigung.

Ja das sehe ich auch so. Kann mir nur vorstellen, dass sie vielleicht dachten wird schon nicht so schlimm sein, und mehr "Angst" davor hatten sich kurzfristig krankzumelden. Vielleicht haben sie den Restalkohol unterschätzt..

Da bin ich jetzt aber mal auf ihre Ergebnisse gespannt. Meine Recheche hat hier keine belastbare Studie zu Flugpersonal gefunden. Als Berufsgruppen mit einem erhöhten Anteil an Alkoholmissbrauch werden in einzelnen Studien genannt... Gastro, Baugewerbe, Gesundheitsberufe; Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Militär. Ohne Reihenfolge.

Ich habe das eher allgemein gemeint. Es gibt zig Studien die Belegen, dass Faktoren wie Schichtarbeit, Stress, Schlafmangel, Isolation, usw. den Alkoholkonsum erhöhen. Da werden vor Allem Ärzte und Lehrer genannt. Ich glaube kaum, dass sich freiwillige Piloten finden, die bei so ner Studie mitmachen ;-)
Zudem scheint viel tirnken in der Airline Branche sozial akzeptiert zu sein. Man säuft sich zusammen den Frust weg, wenn ich so manche Crews in den Hotels sehe, wenn ich beruflich unterwegs bin.
Beitrag vom 21.07.2026 - 18:08 Uhr
Ich hoffe solche Nachrichten werden wir zukünftig nicht noch öfters hören. Kenne jemand dort, der jammert jedes mal über die immer strafferen Dienstpläne und immer schlechteren Hotels etc. Glaub die Leute sind echt am Limit da. Scheinbar sind Swiss auch die einzigen die von Europa nach Florida mit nur zwei Piloten fliegen. Irgendwo brauchts dann ein Ventil, aber sowas ist wirklich unverantwortlich..
weiß jemand wie mit so Fällen umgegangen wird?
Das ist do eine schwache Ausrede. „Weil viel geflogen wird, trinken wir“ eine sehr logische Schlussfolgerung….
Gar nicht trinken vor dem Dienst und wenn man nicht fähig ist einen Flieger zu steuern unfit melden.
Und wir fliegen auch Europa Miami zu zweit. Mag ich auch nicht aber ist ok wenn die checkin Zeit passt.
Ich glaube allgemein sehen die Kollegen der Lufthansa group ihre Felle davon schwimmen. Die Vereinbarungen wie vor 25 Jahren wird es nicht mehr lange geben.
Die gesetzlichen Limits sollten meiner Meinung nach in Details nachgebessert werden, da kommt dann auch keine Firma dran vorbei. Wurde in der FAA auch so gemacht und ich glaube ab 8h wird mit 3. Mann/Frau geflogen. Aber die Lobbyarbeit in Brüssel hat sich für die Carrier in Europa gelohnt. Wir werden auch angeschaut von den Amis wenn wir transpacific zu zweit aussteigen( nicht oft aber kommt vor).

Das ist keine Ausrede sondern Fakt. Gilt vielleicht nicht für uns, aber bei einigen Menschen führt höherer Stress (durch zB üble Dienstpläne, Arbeitsbelastung usw) zu höherem Alkoholkonsum.
Die einzelnen Gründe können sehr individuell sein. Man sieht Familie/Freunde zu wenig, Stress mit der Frau, Scheidung, Whatever…Empfehle dir eine kurze Recherche, welche Berufsgruppen die meisten Alkoholiker haben.
Da bin ich jetzt aber mal auf ihre Ergebnisse gespannt. Meine Recheche hat hier keine belastbare Studie zu Flugpersonal gefunden. Als Berufsgruppen mit einem erhöhten Anteil an Alkoholmissbrauch werden in einzelnen Studien genannt... Gastro, Baugewerbe, Gesundheitsberufe; Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Militär. Ohne Reihenfolge.
Beitrag vom 21.07.2026 - 18:05 Uhr
Klar sind die Risikofaktoren höher, dass einige Personen dann eher zum Alkohol greifen. Aber wie gesagt, das ist ja nur der erste Schritt, den zweiten dann auch zum Dienst zu gehen, das ist das Problem. Und da gibt es keine Ausrede oder Entschuldigung.


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