Lockere Sitze?
Gestern, 09:29 Uhr

FAA fordert Überprüfung Hunderter Boeing 737 MAX

Southwest Airlines Boeing 737 MAX 8
Southwest Airlines Boeing 737 MAX 8, © Southwest Airlines

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WASHINGTON - Die US-Luftfahrtaufsicht FAA lässt mehrere Hundert Boeing 737 MAX 8, 737 MAX 9 und 737 MAX 8200 in den USA überprüfen. In den Flugzeugen wurden Sitzreihen möglicherweise fehlerhaft in den Sitzschienen befestigt. Die FAA bereitet eine Lufttüchtigkeitsanweisung vor.

Nach dem Wegbruch einer Türblende an einer 737 MAX 9 von Alaska Airlines stand das Programm unter verschärfter Beobachtung - die FAA deckte im 737-Werk Renton Produktionsmängel auf.

Die Qualitätsprobleme erstrecken sich offenbar auch auf die Sitzmontage. Nicht korrekt eingebaute Sitze in der 737 MAX könnten sich unter starken Belastungen, etwa während Turbulenzen oder einer Notlandung, aus ihrer Verankerung lösen, teilte die FAA zu Wochenbeginn mit.

Boeing hatte deswegen schon Ende 2025 einen Wartungshinweis an Betreiber erlassen, die FAA arbeitet aktuell eine Lufttüchtigkeitsanweisung aus.

Nach Angaben der Behörden sollen allein in den USA 453 Flugzeuge der gesamten 737 MAX-Serie betroffen sein. Die FAA fordert Inspektionen der Sitzbefestigungen sowie gegebenenfalls Nacharbeiten an bis zu 69 Sitzreihen pro Flugzeug.
© aero.de | Abb.: Southwest Airlines | 29.07.2026 09:29

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Beitrag vom 30.07.2026 - 11:44 Uhr
Ich sehe da keine neuen Informationen.

Ausser das Boeing den Fehler selber gefunden hat und daraus das Special Attention Requirements Bulletin 737-25-1927 RB erzeugt hat.

Es steht nur darin, dass die hintere Bolzen nicht korrekt abgesenkt war, was aber schon ungenau ist,denn der gesamten Verriegelungsmechanismus wird in die Schiene eigeführt und dann, nachdem der Sitz leicht an Vorn oder hinten, auf sein Position geschoben wird, mit den Scherbolzen (aft fitting shear plungers) angezogen dieses bewirkt ein Hochziehen der internen Klammer.

Die hintere Klammer gar nicht in die Schiene einzuführen, geht nicht, da der Sitz dann nicht gerade steht, klappert und bei der erste Berührung nach Vorne umkippt. Es gab mal einen Mechanismus, bei dem man genau so ein System mit Scherbolzen hat, und den vor dem Anziehen mit Drehmoment, in gelöstem Zustand, soweit es geht in den Mechanismus hinein (nach unten) drücken musste um die Klammer vorzuspannen und den Bolzen erst dann mit Drehmoment anzuziehen, macht man diese Herunterdrücken nicht, kann man den Bolzen trotzdem bis zum Drehmoment anziehen, aber die Klammer ist dann nicht vorgespannt und somit weiter teilgeöffnet, während der Bolzen schon sein Drehmoment erreicht hat. Das muss dann in der Installationsanweisung des Sitzherstellers stehen. Denn er hat diese vorgespannte Verriegelung entworfen und nicht Boeing.

Wenn Boeing den Fehler selber findet und ein Bulletin schreibt, dann ist fast davon auszugehen, dass die Anweisung (die, die vom Sitzhersteller kommt und in die Boeing Dokumentation übernommen wurde) unvollständig oder unklar war. Dann sonst macht man das mit einem internen Verfahren und nicht mit einem Bulletin, was jeder einsehen kann.

Es kann natürlich sein, dass das da so drin stand, und Boeing Techniker das nicht gemacht haben.

Die FAA kalkuliert die Kosten $85 pro Sitzreihe bei bis zu 69 Reihen pro Flugzeug und 400+ betroffenen Flugzeugen, da wird man schon genau hinschauen, wer da was falsch gemacht hat. Sowohl Boeing als auch der Sitzhersteller, denn das will keiner freiwillig übernehmen
Beitrag vom 30.07.2026 - 10:59 Uhr
Vielleicht hilft es der Diskussion weiter, wenn noch etwas vertiefend zu dem Thema gelesen wird:

 https://aviation.direct/faa-plant-anweisung-zur-ueberpruefung-von-passagiersitzen-in-flugzeugen-des-typs-boeing-737-max
In dem Bericht wird auch auf die Rolle von Boeing ausführlich hingewiesen.

Beitrag vom 30.07.2026 - 08:26 Uhr
@menschmeier.
sorry, aber wenn ich mir ein Auto kaufe, und wenn dieses Auto Mängel aufweist, dann wende ich mich wegen der Kolben aus falschem Material nicht an Mahle (oder wen auch immer), sondern an VW, Ford, Toyota, was weiß ich.
Der Flieger wird bei Boeing gekauft, und wenn da Pfusch drin ist (und das ist bei Boeing keine Ausnahme mehr), dann ist Boeing verantwortlich.
Boeing ist eine Bruchbude und hat die Sache nicht im Griff!

Nein, Sorry, Völlig falsch.

Sie dürfen ihr privates Auto nicht mit der Fliegerei verwechseln.

Die Produkthaftung ist dort gesetzlich viel detaillierter geregelt.

Und die Haftung für die Sitze hat der Sitzhersteller. Boeing und Airbus bieten die Installation nur als "Serviceleistung". Material, Design, Haftung usw. bleiben beim Hersteller. Und der muss auch die Anweisungen für die De-/Installation, Tests, Wartung usw. liefern.

Sie sind wohl ein guter Pilot, aber mit Flugzeugbau, Produkthaftung und Zertifizierung kamen sie nur sehr oberflächlich in Berührung, so wie ich mit den Piloten. Das liegt in der Natur der Sache, aber ich polter auch nicht gegen die Piloten, denn davon habe ich keine Ahnung.

Boeing hat sicher viele Probleme, aber hier muss man genau schauen, was da gelaufen ist. Wenn Boeing die Anweisungen der Hersteller beachtet hat, (was sie unbedingt müssen) und die Sitze sind lose, dann ist der Hersteller dafür auch verantwortlich und eben nicht Boeing. Wenn sie das nicht gemacht haben, dann haften sie auch dafür.


Und um auf ihr Auto zurück zu kommen.
Sie, und hier auch die B737MAX Kunden, wenden sich natürlich an den Auto/Flugzeughersteller, aber der holt sich die Kosten dann vom Hersteller des Teils (in ihrem Beispiel Mahle) oder hier dem Sitzhersteller zurück. Denn wenn VW den Mahle Kolben richtig einbaut (Nach Vorgaben von Mahle) und das Ding ist fehlerhaft, dann ist sehr wohl Mahle dafür Verantwortlich und Haftbar und nicht VW, Auch wenn der Endkunden Ansprechpartner VW heißt. Und deshalb wird die AD hier ja auch auf die B737MAX und nicht auf den Recaro oder sonstwas Sitz geschrieben.

Es ist also einfach nur polemisch direkt auf Boeing einzudreschen, ohne die Hintergründe zu kennen, dieser Vorfall mit den Sitzen muss und wird untersucht werden. Denn auch das ist Pflicht in der Luftfahrt. Und bei einer AD sowieso.

Es trägt der Sicherheit auch wenig zu, den erst Besten zu verhauen, wenn irgendwas schief geht.

Jetzt stellen sie sich mal vor, Sie rollen auf einem, für ihre Gesellschaft, neuen Flughafen einen Taxiway entlang und treffen mit der Tragfläche einen Lichtmast. Ihre Airport Chart sagt: Passt für ihr Flugzeug. Soll man dann Sie als Piloten öffentlich an den Pranger stellen, dass die Maschine kaputt, der Lichtmast abgeknickt und diverse Flüge ausgefallen sind, weil sie ja offenbar zu blöd waren, auf einem Taxiway, der ja breit genug war, unfallfrei entlang zu rollen? Klar kann man ihnen sofort die Lizenz wegnehmen und das Thema damit auf sich beruhen lassen. Oder soll man vielleicht mal schauen, ob die Karte korrekt war und wenn sich da ein Fehler eingeschlichen hat, den Fehler zu finden, den Grund zu identifizieren und dann eine Wiederholung verhindern. Denn in diesem fiktiven Beispiel, hat sich da ein Zahlendreher in der Karte eingeschlichen und die Taxiway Wingspan Clearance war real nicht 65m sondern nur 56m. Ihre A330 hat aber 63m Wingspan (Ich weiß nicht was sie fliegen, es geht nur ums Prinzip). Und damit wären sie als Pilot entlastet,

Aber natürlich können wir auch ihre Politik fahren und weiter vorverurteilend Strafen fordern, aussprechen und am Ende traut sich niemand mehr einen Fehler (eigene oder die der Kollegen) zu melden, weil er Angst vor den persönlichen Strafen oder um seine Kollegen hat, denn wenn man den dann rauswirft, hat man selber ja erstens Mehrarbeit oder gilt als Anschwärzer.

Die Luftfahrt lebt von einer Fehlerkultur, wo kein öffentliches Zurschaustellen zelebriert wird. Wo Fehler(-ketten) untersucht werden und (ausser bei Vorsatz) auch Bestrafungen ausgeschlossen sind. Nur der offene Umgang mit Fehlern und die Möglichkeit alle Fehler straffrei melden zu können, verbessert die Sicherheit. Ihre Beträge sind leider dem nicht zuträglich. Und das sollten sie als Pilot eigentlich viel besser wissen und ich bin fest davon überzeugt, dass sie das in der Firma auch anders leben. Warum sie dann hier so vorschnell Verurteilungen aussprechen, zu allem was in der Luftfahrt so passiert, erschließt sich mir nicht.

Wie gesagt: Es kann ein Problem mit Ursprung bei Boeing sein, aber es muss es nicht.


Dieser Beitrag wurde am 30.07.2026 10:31 Uhr bearbeitet.


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