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Frankfurt, Juli 2021: Covid-19 hält die Weltluftfahrt den zweiten Sommer in Folge im Klammergriff. Lufthansa macht sich Gedanken über künftige Flottengröße und -struktur.
Der Konzern schnürt ein "Freiwilligenprogramm Cockpit": Einmalzahlungen zwischen 32.000 und 240.000 Euro sollen 135 bis 400 Piloten der Kernmarke zum vorzeitigen Wechsel in die Übergangsversorung motivieren. Für Kapitäne und Erste Offiziere "des künftig bei Lufthansa nicht mehr eingesetzten Typs Airbus A380" legt Lufthansa nochmal 35.000 Euro drauf.
Am Ende schlagen mehr als 400 Piloten ein, Lufthansa baut das Programm aus - ein "Fehler", wie Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr später einräumen wird.
Denn die A380 bleibt - Lufthansa muss Piloten aus dem vorzeitigen Ruhestand zurückstufen. "Natürlich sieht das blöd aus", sagte Spohr im Rückblick vor Medienvertretern. "Ist mir egal, wie das aussieht - Hauptsache, jemand ruft die (Piloten) an."
Derzeit bricht Lufthansa Konzernstrukturen auf. Wesentliche Bereiche werden aus Tochterunternehmen herausgelöst und in neuen Einheiten gruppenübergreifend organisiert. Die Lufthansa-IT macht geraden Anfang. Lufthansa will in 4.000 abseits von Flugbetrieb und Technik 4.000 Vollzeitstellen (FTE) sparen, überwiegend wird der Abbau in Deutschland stattfinden.
"Wie" und "wo" genau war lange unklar. Nun hat Lufthansa intern das Programm "New Ways" vorgestellt. Lufthansa Airlines und Konzernabteiligungen werden zunächst 550 FTE abbauen - eine vergleichsweise überschaubare Etappe.
Den ersten Schritt macht immer Lufthansa
"New Ways" firmiert als Freiwilligenprogramm: Unternehmen und Mitarbeiter müssen einer Aufhebung des jeweiligen Arbeitsverältnisses zustimmen. Lufthansa will beim Umbau der Verwaltung den Fehler von 2021 aber nicht wiederholen.
Der Konzern habe sich bewusst gegen einen "flächendeckenden Ansatz" beim Stellenabbau entschieden, erklärte Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann aus dem internen Schreiben, über das diese Woche zunächst das "Handelsblatt" berichtet hatte. "Wir reduzieren Stellen gezielt dort, wo Aufgaben durch strukturelle Veränderungen tatsächlich entfallen oder sich grundlegend verändern."
Mitarbeiter, die für das Programm infrage kommen, spricht Lufthansa daher direkt an - umgekehrt geht das nicht.
Und auch pauschale Abfindungstabellen sieht "New Ways" nicht vor. Stattdessen will Lufthansa individuelle Abfindungspakete anbieten. Wer annimmt, kann entscheiden, ob die Abfindung per Einmalzahlung geleistet oder über eine "unwiderrufliche bezahlte Freistellung mit Nebentätigkeitserlaubnis außerhalb der Lufthansa Group" gestreckt wird.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 30.07.2026 09:41







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