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Easyjet ist Apollo rund 6,5 Milliarden Euro wert. Der US-Finanzinvestor hatte einen Bieterkrimi mit dem Konkurrenten Castlelake für sich entschieden. Die Umsetzung nimmt aber mehr Zeit in Anspruch als zunächst geplant.
Die Vorlage des sogenannten "Scheme Document" mit Details zur Übernahme werde nicht mehr für Anfang September sondern erst Mitte Oktober 2026 erwartet, teilte Easyjet diese Woche mit. Entprechend werden die Aktionäre wahrscheinlich nicht vor dem 9. November 2026 über die Übernahme abstimmen.
Die rund sechswöchige Verzögerung erklärt Easyjet etwas schwammig mit einem "fortgesetzten (...) Austausch mit den zuständigen Luftfahrtbehörden" - luftfahrt- und kartellrechtliche Prüfungen vor einer Genehmigung nehmen offenbar mehr Zeit in Anspruch als erwartet.
Weitere Einzelheiten nennt Easyjet nicht, man peile den Abschluss der Transaktion aber unverändert für das erste Quartal 2027 an.
Europäische Fluggesellschaften müssen zum Erhalt von EU-Verkehrsrechten mehrheitlich europäischen Eignern gehören. Apollo könnte einen europäischen Partner vorschalten. Aus EU-Kreisen war im Juli 2026 durchgesickert, dass Brüssel solche Schlupflöcher bei den sogenannten "Ownership and Control"-Vorgaben schließen will.
"Wir müssen sicherstellen, dass wir beim Thema Kontrolle über einen ausreichenden Handlungsspielraum verfügen", hatte ein EU-Insider der Nachrichtenagentur "Reuters" gesagt.
Easyjet droht Zerschlagung
Über die Absichten des Investors wird seit Wochen wild spekuliert. Finanzanalysten gehen von einer Aufspaltung des Unternehmens in Flugzeugflotte, Start- und Landerechte sowie das Urlaubsgeschäft aus - in Einzelteilen wäre Easyjet aktuell wahrscheinlich signifikant mehr wert als im Ganzen.
Die Easyjet-Gruppe verfügt über eine attraktive Flotte mit 368 Flugzeugen der Airbus-Serie A320, darunter 76 A320neo und 30 A321neo. Bis 2034 erwartet Easyjet aus Vereinbarungen mit Airbus noch 125 weitere A320neo und 162 A321neo - allein die bloßen Liefertermine für die gefragten Flugzeuge sind wertvoll.
Dazu kommen attraktive Easyjet-Slots, etwa in Genf, Mailand und London. Zudem hat Easyjet in den letzten Jahren ein ertragsstarkes Veranstaltergeschäft aufgebaut.
© aero.de | Abb.: FBB, Günter Wicker | 29.08.2026 15:07







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