BER-Rechte für VAE-Airlines
06:25 Uhr   EXKLUSIV 

"Diese Deckelung ist unbefristet vereinbart"

Emirates sucht neue Verbündete
Emirates sucht neue Verbündete, © Airbus

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DUBAI - Die Bundesregierung spricht VAE-Airlines einen fünften Landepunkt zu. Nach neuen Angaben bezieht sich die Erweiterung konkret auf Berlin. Wer Berlin optiert, ist an anderen Anflugpunkten automatisch im Status quo abgeregelt - und das auf Dauer, stellt das Bundesverkehrsministerium gegenüber aero.de klar.

Neuer Deal: Emirates darf einen fünften Flughafen in Deutschland anfliegen - einmal täglich. Das haben Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirates (VAE) im September 2026 vereinbart.

Die Erweiterung wird über den sogenannten "Streckenplan" abgebildet, der die Linien koordiniert, teilte die Bundesregierung mit, ließ dabei zunächst offen, welchen fünften Anflugpunkt Emirates konkret nachmelden darf. Laut einer Mitteilung der VAE bezieht sich ein neues "Zugangsrecht" konkret auf Berlin - also den BER.

"Die Luftfahrtunternehmen der VAE dürfen den neuen, fünften Landepunkt Berlin mit bis zu sieben Flügen pro Woche bedienen", bestätige eine Sprecherin des Bundesverkehrsministerium das gegenüber aero.de.

Theoretisch könnte Emirates jetzt jederzeit in der Hauptstadt loslegen. "Die Luftfahrtunternehmen der VAE dürfen ab dem Zeitpunkt der Unterzeichnung am 10. September 2026 Flüge nach Berlin aufnehmen", sagte die Sprecherin. "Wann sie dies tun, ist eine Entscheidung der Unternehmen."

Das Luftfahrtabkommen zwischen Deutschland und den VAE hatte Emirates zuletzt vier Zielpunkte in Deutschland gewährt - die durfte die Airline unbegrenzt anfliegen.

Im Gegenzug für den fünften Landepunkt Berlin werden die Frequenzen in Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg auf den aktuell insgesamt neun Flügen pro Tag eingefroren. Mit Berlin im Netz kann Emirates bald also bis zu zehn Flugzeuge täglich nach Deutschland schicken.

Und dabei bleibt es dann. Eine Aktivierung der Berlin-Option friert Frequenzen an anderen Anflugpunkten ein - automatisch und dauerhaft.

"Die Luftfahrtunternehmen der VAE, die Berlin anfliegen, dürfen ihre Kapazitäten zu den bestehenden Landepunkten (FRA, MUC, DUS plus HAM) nicht ausbauen", erklärte die Sprecherin den vereinbarten Mechanismus gegenüber aero.de am Freitag. "Diese Deckelung ist unbefristet vereinbart."

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte zuvor noch auf eine weitere Flanke des neuen Deals hingewiesen. Jedes "Flugangebot der Airline zwischen dem fünften Landepunkt und Drittstaaten" sei ausgeschlossen worden, unterstrich Bilger. Emirates darf Berlin also nicht im Rahmen der Fünften Freiheit zum Sprungbrett etwa nach New York ausbauen.

Condor wirft das Handtuch

Trotz aller Leitplanken im Deal - die Kombination BER und Emirates bedeutet zunächst zusätzlichen Wettbewerb für Lufthansa und Condor. Unter dem Eindruck der aufziehenden Konkurrenz hat Condor ihre Dubai-Linien aus Stuttgart und Berlin für den Winter 2026/2027 zurückgezogen.

Kritik kommt auch von Lufthansa. "Kein anderes EU-Land wird so häufig von Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) angesteuert wie Deutschland", teilte Lufthansa diese Woche mit. "Trotzdem erhält eine VAE-Airline weitere Landerechte für Berlin." Dies sei "eine Entscheidung gegen die Interessen des deutschen Standorts".
© aero.de | Abb.: Emirates, Airbus | 26.09.2026 06:25


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