BERLIN - Investitionszusagen gegen neue Flugrechte: Deutschland gibt Emirates mehr Raum. Der Deal mit den Emiraten geht überwiegend zulasten der Lufthansa, erste Reaktionen aus der deutschen Airlineszene fallen deutlich aus. Ein Nebensatz von Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) lässt aufhorchen.
Emirates ist nach jahrzehntelangem Lobbying am Ziel. Die staatliche Fluggesellschaft aus Dubai erhält für Deutschland Flugrechte über ihre bisher vier Zielflughäfen hinaus. Mit denen dürfte dürfte Emirates schon bald eine tägliche Linie zwischen Berlin und Dubai aufnehmen.
Den Ausschlag gaben offenkundig Investitionszusagen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen 40 Milliarden Euro in Deutschland anlegen. Das teilten die emiratische Seite und die Bundesregierung während des Staatsbesuchs von Präsident Mohammed bin Sajid in Deutschland am Donnerstag mit.
Damit wird die bisherige Investitionssumme des Golfstaates in die deutsche Wirtschaft von rund 34 Milliarden Euro auf einen Schlag mehr als verdoppelt. Das Geld soll vor allem in digitale Infrastruktur fließen, darunter den Bau neuer, hochmoderner Rechenzentren mit einer Kapazität von rund ein Gigawatt.
In der Branche wittert man eine Verquickung. "Das ist keine verantwortungsvolle Luftverkehrspolitik, sondern ein fragwürdiger Deal zulasten inländischer Arbeitsplätze", sagte Dennis Dacke von der Gewerkschaft Verdi. "Deutsche Luftverkehrspolitik darf keine Verhandlungsmasse bei Staatsbesuchen sein."
Der BER ist bisher ein wichtiger Einzugsbereich für die Lufthansa-Interkontdrehkreuze Frankfurt und München. Der Konzern will sein profitables Langstreckengeschäft in den kommenden Jahren weiter ausbauen.
"Die angespannte Lage bei den innerdeutschen Strecken, die die Metropolregionen an heimische Drehkreuze anbinden, wird mit dieser Politik weiter belastet", kommentierte Lufthansa die BER-Freigabe für Emirates. Mittelfristig könnte der BER den ein oder anderen Lufthansa-Feederflug verlieren, schwingt zwischen den Zeilen mit.
Boeing 777-300ER, mit denen Emirates anfangs nach Berlin fliegen dürfte, fassen je nach Auslegung 354 bis 442 Passagiere. Rechnerisch könnten europäische Fluganbieter pro Woche bis zu 3.000 Interkontumsteiger aus dem BER-Einzugsbereich in den Golftransit verlieren.
In der Praxis dürfte sich der Verlust - unter normaler Flugauslastung und unter Herausrechnung der Passagiere, die nur bis Dubai reisen - eher "irgendwo zwischen 1.500 und 2.000 Passagieren pro Woche" einspielen, sagte ein Branchenkenner aero.de. "Aber auch das tut weh."
Der Bundesverband der deutschen Fluggesellschaften (BDF) sieht die Entscheidung der Bundesregierung "im krassen Widerspruch zu allen Versprechungen der deutschen Politik, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Luftverkehrsgesellschaften zu stärken" und mag auch keinen Mehrwert für den Luftverkehrsstandort Berlin erkennen.
"Emirates wird keine direkten Langstreckenverbindungen von und nach Berlin schaffen, sondern Berlin lediglich an seinen Umsteigeflughafen Dubai anbinden, der aktuell in einem geopolitischen Hotspot dieser Welt liegt", sagte BDF-Geschäftsführer Michael Engel.
Der BDF sieht nicht nur Direktverbindungen von Condor und Eurowings nach Dubai in Gefahr. "Mit der Entscheidung pro Emirates verschließt Berlin alle Türen für andere Fluggesellschaften, die in der Zukunft bereit gewesen wären, wirkliche Direktverbindungen auf der Langstrecke von und nach Berlin anzubieten", sagte Engel.
Keine "Fünfte Freiheit" für Emirates am BERÄußerungen von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) lassen darauf schließen, dass Emirates möglicherweise sogar größere Ideen für den BER hatte.
Emirates betreibt in ihrem Netz mehrere Linien unter der sogenannten Fünften Freiheit. Die Regelung ermöglicht die Beförderung von Passagieren und Fracht zwischen zwei ausländischen Staaten, sofern der Flug im Heimatland der Airline startet beziehungsweise endet. Tickets dürfen dann auch für Teilstrecken verkauft werden.
Am Flughafen Mailand-Malpensa will Emirates dieses Betriebsmodell nach einem Medienbericht ausbauen
- und neben Weiterflügen nach New York auch Linien nach Südamerika anbieten."Die zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft sind auf maximal sieben Flüge pro Woche begrenzt", betonte Bilger die Flanken des Emirates-Deals. "Gleichzeitig schließen wir ein Flugangebot der Airline zwischen dem fünften Landepunkt und Drittstaaten aus." Aus Sicht des Ministers wird der "Luftverkehrsstandort Deutschland" so sogar gestärkt.
© aero.de | Abb.: Emirates, Boeing | 11.09.2026 14:00
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Beitrag vom 15.09.2026 - 14:37 Uhr
Moin,
ich finde die LH macht es sich zu leicht. Immer nur den Markt zumachen zu wollen ohne zu agieren, bringt einen halt nicht weiter.
Aber man agiert doch. Man hat andere Airlines gegründet/gekauft und verschiebt Volumen dorthin. Sonst funktioniert es eben nicht. Man produziert hier zu hohen Kosten und geht jetzt dort hin, wo es sich eher rechnet.
Wo ist denn das LH Konzept für die Fläche? Selbst Iberia hat mit Level ein Konstrukt geschaffen, welches außerhalb ihres Hubs aktiv ist. Was macht die LH? Nichts.
Das ist bei IB aber doch kein Konzept für die Fläche? Ab BCN gibt es ein paar IB Kurzstrecken, hauptsächlich nach MAD. Den Rest macht dort Vueling. Die EW in der Fläche mit BER, HAM, STR, DUS, CGN. Level ist doch genau das, was LHG mit Discover macht und (hier) dafür mächtig auf die Socken bekommt. Das macht auch nicht Iberia, das macht die IAG analog LHG. Man fliegt nur ex BCN, das ist laut Iberia einer ihrer Hubs. Also ich würde sagen das ist 100% 1:1.
Nein, eben ganz und gar nicht. Für Discover (Langstrecke) verlässt die LH eben nicht ihre Hubs FRA/MUC.
Level verlässt auch nicht den Hub BCN
Oftmals gibt es auch keine neuen Langstrecken ex FRA/MUC sondern diese werden von LH Passage auf Discover umgelegt, um günstiger zu produzieren.
Auch das ist der Grund, warum Level überhaupt entstanden ist.
Davon hat doch kein Bewohner aus DUS/HAM/BER etwas an erweiterter Konnektivität. Mit Level (Langstrecke) in Barcelona haben die Katalanen schon einen Mehrwert.
Ja, aber die in AGP, PMI, Bio oder SVQ haben auch keinen mehrwert durch Level in BCN.
Wenn nicht, hätte das Thema vielleicht ein anderer Konzern auf gemacht, so hat IAG clever die Lücke vom Vorgarten geschlossen, die LH sieht das anders.
LH hat auch diese Lücke geschlossen und zB Condor aus dem Vorgarten vertrieben. Condor bietet keine Langstrecke mehr ab MUC.
Sorry, ich kann da immer noch kein "ohne zu agieren" erkennen.
"Das IAG-Modell war... neue Marke + möglichst niedrige Kosten + vorhandene Konzernressourcen + Group-Feed nutzen.
IAG wollte Märkte testen, ohne die bestehenden Marken zu gefährden. Mit LEVEL konnte IAG ein aggressives Low-Cost-Produkt anbieten, ohne Iberia oder British Airways preislich und markenstrategisch zu beschädigen.
Das war besonders sinnvoll, weil Iberia weiterhin als Full-Service-Airline positioniert werden sollte. LEVEL konnte dagegen z.B. einen sehr niedrigen Einstiegspreis anbieten und Zusatzleistungen separat verkaufen."
Quelle: Aviation Week
Hä?
Level wurde hochgezogen, um den Markt Barcelona für die IAG abzuschirmen. Vorher hatte BCN keinen Long-Range-Home-Base-Carrier und DAS ist der große und feine Unterschied zu LH/Disco!
Weiterhin hat Level bei den A330 eine Busi-Class und wird sogar von Iberia betrieben.
Also, es ist alles möglich, wenn man will!
Die LH will nicht und daher verpennt sie die Fläche total.
Beitrag vom 14.09.2026 - 19:09 Uhr
Gut, wenn man ihnen erst den Begriff „Beispiel“ erklären muss, wird es schwierig.
Gut, wenn Sie mal wieder nicht antworten können ohne überheblich und herablassend zu sein, wirds uninteressant.
Guten Abend!
Beitrag vom 14.09.2026 - 18:59 Uhr
Das mag am Ende auch so sein. Was aber, wenn nicht? Vorteile oder Schutz für deutsche Unternehmen sind es so oder so nicht.
Ja was denn, wenn nicht? Geht die LH dann bankrott und muss zusperren? Ich glaube nicht...
So wenig Fantasie?
Ja, mir fehlt in der Tat die Fantasie dafür, einen kausalen Zusammenhang zwischen einem (!) täglichen Flug von EK nach DXB und dem Ende der Lufthansa zu sehen.
Aber helfen Sie mir gerne. ;-)
Und mit der CLH Schließung gibt's da nun wirklich NULL Zusammenhang! LOL
Gut, wenn man ihnen erst den Begriff „Beispiel“ erklären muss, wird es schwierig.
Glauben Sie denn, dass ein einheimischer Geschäftsteil, der beträchtliche Verluste einfährt, langfristig Zukunft hat? Und bitte jetzt nicht wieder dieses dämliche „das wird alles absichtlich schlecht gerechnet!“. EU und deutsche Regierung öffnen den Markt immer weiter für staatliche Konkurrenz mit ganz anderen Voraussetzungen. Wenn es nicht gelingt, unter diesen Bedingungen dagegen zu halten , kommen wieder die genannten Optionen ins Spiel. Und dann ist das Geschrei wieder groß.
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ich finde die LH macht es sich zu leicht. Immer nur den Markt zumachen zu wollen ohne zu agieren, bringt einen halt nicht weiter.
Aber man agiert doch. Man hat andere Airlines gegründet/gekauft und verschiebt Volumen dorthin. Sonst funktioniert es eben nicht. Man produziert hier zu hohen Kosten und geht jetzt dort hin, wo es sich eher rechnet.
Wo ist denn das LH Konzept für die Fläche? Selbst Iberia hat mit Level ein Konstrukt geschaffen, welches außerhalb ihres Hubs aktiv ist. Was macht die LH? Nichts.
Das ist bei IB aber doch kein Konzept für die Fläche? Ab BCN gibt es ein paar IB Kurzstrecken, hauptsächlich nach MAD. Den Rest macht dort Vueling. Die EW in der Fläche mit BER, HAM, STR, DUS, CGN. Level ist doch genau das, was LHG mit Discover macht und (hier) dafür mächtig auf die Socken bekommt. Das macht auch nicht Iberia, das macht die IAG analog LHG. Man fliegt nur ex BCN, das ist laut Iberia einer ihrer Hubs. Also ich würde sagen das ist 100% 1:1.
Nein, eben ganz und gar nicht. Für Discover (Langstrecke) verlässt die LH eben nicht ihre Hubs FRA/MUC.
Level verlässt auch nicht den Hub BCN
Oftmals gibt es auch keine neuen Langstrecken ex FRA/MUC sondern diese werden von LH Passage auf Discover umgelegt, um günstiger zu produzieren.
Auch das ist der Grund, warum Level überhaupt entstanden ist.
Davon hat doch kein Bewohner aus DUS/HAM/BER etwas an erweiterter Konnektivität. Mit Level (Langstrecke) in Barcelona haben die Katalanen schon einen Mehrwert.
Ja, aber die in AGP, PMI, Bio oder SVQ haben auch keinen mehrwert durch Level in BCN.
Wenn nicht, hätte das Thema vielleicht ein anderer Konzern auf gemacht, so hat IAG clever die Lücke vom Vorgarten geschlossen, die LH sieht das anders.
LH hat auch diese Lücke geschlossen und zB Condor aus dem Vorgarten vertrieben. Condor bietet keine Langstrecke mehr ab MUC.
Sorry, ich kann da immer noch kein "ohne zu agieren" erkennen.
"Das IAG-Modell war... neue Marke + möglichst niedrige Kosten + vorhandene Konzernressourcen + Group-Feed nutzen.
IAG wollte Märkte testen, ohne die bestehenden Marken zu gefährden. Mit LEVEL konnte IAG ein aggressives Low-Cost-Produkt anbieten, ohne Iberia oder British Airways preislich und markenstrategisch zu beschädigen.
Das war besonders sinnvoll, weil Iberia weiterhin als Full-Service-Airline positioniert werden sollte. LEVEL konnte dagegen z.B. einen sehr niedrigen Einstiegspreis anbieten und Zusatzleistungen separat verkaufen."
Quelle: Aviation Week
Hä?
Level wurde hochgezogen, um den Markt Barcelona für die IAG abzuschirmen. Vorher hatte BCN keinen Long-Range-Home-Base-Carrier und DAS ist der große und feine Unterschied zu LH/Disco!
Weiterhin hat Level bei den A330 eine Busi-Class und wird sogar von Iberia betrieben.
Also, es ist alles möglich, wenn man will!
Die LH will nicht und daher verpennt sie die Fläche total.
Gut, wenn man ihnen erst den Begriff „Beispiel“ erklären muss, wird es schwierig.
Gut, wenn Sie mal wieder nicht antworten können ohne überheblich und herablassend zu sein, wirds uninteressant.
Guten Abend!
Das mag am Ende auch so sein. Was aber, wenn nicht? Vorteile oder Schutz für deutsche Unternehmen sind es so oder so nicht.
Ja was denn, wenn nicht? Geht die LH dann bankrott und muss zusperren? Ich glaube nicht...
So wenig Fantasie?
Ja, mir fehlt in der Tat die Fantasie dafür, einen kausalen Zusammenhang zwischen einem (!) täglichen Flug von EK nach DXB und dem Ende der Lufthansa zu sehen.
Aber helfen Sie mir gerne. ;-)
Und mit der CLH Schließung gibt's da nun wirklich NULL Zusammenhang! LOL
Gut, wenn man ihnen erst den Begriff „Beispiel“ erklären muss, wird es schwierig.
Glauben Sie denn, dass ein einheimischer Geschäftsteil, der beträchtliche Verluste einfährt, langfristig Zukunft hat? Und bitte jetzt nicht wieder dieses dämliche „das wird alles absichtlich schlecht gerechnet!“. EU und deutsche Regierung öffnen den Markt immer weiter für staatliche Konkurrenz mit ganz anderen Voraussetzungen. Wenn es nicht gelingt, unter diesen Bedingungen dagegen zu halten , kommen wieder die genannten Optionen ins Spiel. Und dann ist das Geschrei wieder groß.