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Air Baltic nimmt im Chapter-11-Verfahren eine wichtige Hürde - die Airline hat dem zuständigen Insolvenzgericht in New York am 14. Oktober 2026 Wetlease-Vereinbarungen mit Austrian Airlines und der Lufthansa Group zur Genehmigung vorgelegt.
Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die aero.de eingesehen hat. Inhaltliche Details der sogenannten "Lufthansa Agreements" bleiben Geschäftsgeheimnis.
Unter dem letztgültigen Wetlease-Arrangement, das bis 2028 vereinbart ist, kann Lufthansa in der Sommersaison bis zu 21, im Winter bis zu fünf A220-300 von Air Baltic zeitgleich ins eigene Netz ziehen. Die tatsächliche Nutzung dürfte vor dem Hintergrund einer kleineren Gesamtflotte bei Air Baltic in Zukunft allerdings deutlich geringer ausfallen.
"Im Hinblick auf die Wet-Lease-Vereinbarung hat Air Baltic bestätigt, die vereinbarten Kapazitäten für die Lufthansa Group Airlines wie geplant bereitzustellen", sagte ein Lufthansa-Sprecher aero.de. "Wir sind weiterhin partnerschaftlich mit Air Baltic als Wetlease-Partner vertraglich verbunden und planen weiterhin die Zusammenarbeit für die nächsten Flugplanperioden."
Air Baltic lehnte eine Stellungnahme ab.
Wetlease ist für Air Baltic ein wesentlicher Geschäftszweig: "ACMI-out-Erlöse" verdoppelten sich zwischen 2022 und 2025 von 77 Millionen auf 157 Millionen Euro, legte Air Baltic in den Chapter-11-Unterlagen offen. Damit entfielen zuletzt gut 20 Prozent der Gesamterköse auf Wetlease-Partnerschaften.
Lufthansa schickte bei der etwaigen Nachverhandlung der Wetlease-Verträge, so legen es die Dokumente nahe, Austrian Airlines vor.
Die Gerichtsunterlagen verweisen konkret auf einen "Wetlease-Vertrag zwischen der Austrian Airlines AG als verbundenes Unternehmen der Deutschen Lufthansa AG und Air Baltic vom Oktober 2026 und alle Änderungen und sonstigen Vereinbarungen im Zusammenhang mit Geschäftsvereinbarungen zwischen AIr Baltic und Lufthansa".
Lufthansa ist mit zehn Prozent an Air Baltic beteiligt.
Air Baltic hatte unter steigendem Finanzdruck im September 2026 ein Chapter-11-Verfahren in New York angemeldet. Der Schutzschirm verschafft Air Baltic Ellenbogenfreiheit gegenüber Gläubigern. Air Baltic will Verbindlichkeiten neu ordnen und Flugbetrieb und Flotte bis Jahresende von zuletzt auf 54 auf 36 Airbus A220-300 verkleinern.
Explodierende Treibstoffkosten hatten Air Baltic im zweiten Geschäftsquartal tief in die Verlustzone gerissen. Die Airline hat das letzte volle Quartal vor dem Chapter-11-Antrag nach vorläufigen Zahlen mit 58,1 Millionen Euro Nettoverlust beendet.
Für das Chapter-11-Verfahren hat Air Baltic mit Geldgebern eine Zwischenfinanzierung über 350 Millionen Euro abgeschlossen, die in Tranchen ausgezahlt wird. Für den Abruf der nächsten Tranche ist unter anderem eine Einigung mit Lufthansa über die künftige Wetlease-Beziehung zu erbringen.
© aero.de | Abb.: Air Baltic | 21.10.2026 06:37







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