"Green Fare" wird "Impact Fare"
Gestern, 06:07 Uhr

SAF-Tarif von Lufthansa darf nicht "grün" rüberkommen

Betankung
Betankung, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa benennt die "Green Fare" in "Impact Fare" um. Der Lufthansa-Tarif mit SAF-Anteil darf unter strengeren EU-Vorgaben nicht mehr "grün" rüberkommen. Das Angebot ist vor allem bei Firmenkunden gefragt - Lufthansa kann mehr als fünf Millionen Flugbuchungen vorweisen.

Aus der "Green Fare" wird die "Impact Fare", sonst ändert sich nichts. Lufthansa kommt wegen strengerer EU-Vorgaben zur Umweltkommunikation aber nicht um eine Neubezeichnung ihres SAF-Tarifs umhin. SAF ist ein Sammelbegriff steht für nachhaltig gewonnene Flugtreibstoffe.

Lufthansa verweist in einer Mitteilung auf "neue regulatorische Anforderungen" - und spielt damit auf die EU-EmpCo-Richtlinie an. Attribute wie "grün", "umweltfreundlich" oder "klimafreundlich" dürfen nicht mehr ohne Weiteres in Produktbezeichnung oder Werbung verwendet werden.

Auch produktbezogene Aussagen wie "klimaneutral" oder "CO2-neutral" sind unter den neuen Regeln nicht mehr erlaubt, wenn sie sich auf Kompensationsmaßnahmen außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette stützen.

Das Prinzip des 2023 eingeführten Lufthansa-Tarifs bleibt gleich. "Für jede Impact Fare Buchung bringt die Lufthansa Group innerhalb von sechs Monaten nach Abflug eine zusätzliche SAF-Menge in den Flugbetrieb ein", teilte Lufthansa mit. "Diese bemisst sich für Flüge innerhalb Europas an 20 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO2-Emissionen."

Zusätzlich unterstützt der Tarif Klimaschutzprojekte. Die Höhe des Beitrags orientiert sich an den verbleibenden 80 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO2-Emissionen. Auf interkontinentalen Strecken liegt das Verhältnis bei zehn zu 90 Prozent.

Je nach Buchungsklasse und Reiseziel beinhaltet der Impact Fare zudem flexiblere oder gebührenfreie Umbuchungsmöglichkeiten. "Mehr als fünf Millionen Fluggäste haben den Tarif bis heute gebucht", erklärte Lufthansa.

IATA sieht bei Firmenbuchungen von SAF-Tarifen Luft nach oben

SAF-Einsatz kann Flugemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin erheblich reduzieren. Die weltweite Produktion wird für 2026 nach Schätzung des Branchenverbands IATA auf 2,4 Millionen Tonnen geschätzt, was gerade einmal 0,8 Prozent des gesamten Kerosinverbrauchs entspricht. Zudem ist SAF zwei- bis dreimal so teuer wie herkömmliches Kerosin.

Fluggesellschaften sind daher auf aktive SAF-Buchungen, insbesondere von Firmenkunden, angewiesen. In einer IATA-Umfrage gaben zuletzt 15 Prozent der befragten Unternehmen an, SAF-Tarife für Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter oder Luftfracht zu buchen. Der Verband sieht noch entsprechend viel Luft nach oben.

Die Vermeidung einer Tonne CO2-Äquivalent über SAF-Einsatz kostet nach einer von der IATA, Airbus und Accenture durchgeführten Studie aktuell noch zwischen 150 und 500 US-Dollar. Die Zahlbereitschaft der Unternehmen liege bei rund 300 US-Dollar, erklärte die IATA im Oktober 2026.

Im Jahr 2024 wurden demnach 323.000 Tonnen SAF durch Firmenkunden gebucht, bis 2030 könnte die Geschäftskundennachfrage laut der Studie auf 1,0 bis 1,9 Millionen Tonnen SAF anziehen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 27.10.2026 06:07

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Beitrag vom 27.10.2026 - 17:48 Uhr
"Diese bemisst sich für Flüge innerhalb Europas an 20 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO2-Emissionen."
Was immer das auch genau heißen soll

Ich finde es schön, dass ich nicht der einzige bin, der aus diesem Satz mit einem "hä?" rauskam :)
Beitrag vom 27.10.2026 - 13:21 Uhr
Mal angenommen JEDER LH Fluggast kauft so einen Tarif. Fliegt LH dann komplett mit SAF? Und wie könnte das gehen, wenn die IATA die Produktion auf nur 0,8% der Gesamtmenge der verbrauchten Treibstoffe schätzt? Bekommt LH dann die gesamte Weltproduktion an SAF?

Ja, soweit die anderen Fluggesellschaften auf ihren SAF-Anteil verzichten. Das werden die natürlich nicht tun, also wird der Preis steigen, sofern die Produktion nicht ausreichend erhöht werden kann.

Die entscheidende Frage ist, wie die LH die zusätzlich einzubringende SAF-Menge definiert hat. Dummerweise haben sie das wohl auf Mengenbasis gemacht: "Diese bemisst sich für Flüge innerhalb Europas an 20 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO2-Emissionen." Was immer das auch genau heißen soll, es dürfte sich um ein Mengenversprechen handeln, bei dem die Menge des zusätzlichen SAF und nicht etwa ein Kostenvolumen vereinbart wird. Sollte dem so sein, werden sie das irgendwann revidieren müssen. Soviel dann zu einem vorausschauenden, präzise kalkulierendem Management. Aber bei der derzeit absehbaren Entwicklung dürfte das Problem ohnehin erst nach Renteneintritt auftreten.
Beitrag vom 27.10.2026 - 11:16 Uhr
Modhinweis
Beitrag wegen Thread-Doppeleröffnung nach hier übernommen.
..........................
Beitrag vom 27.10.2026 - 07:50 Uhr
4Upilot User (460 Beiträge)
Mal angenommen JEDER LH Fluggast kauft so einen Tarif. Fliegt LH dann komplett mit SAF? Und wie könnte das gehen, wenn die IATA den Produktion auf nur 0,8% der Gesamtmenge der verbrauchten Treibstoffen schätzs? Bekommt LH dann die gesamte Weltproduktion an SAF?


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