IATA AGM
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"Dies wird ein gutes Jahr für die Luftfahrt"

Willie Walsh
Willie Walsh, © IATA

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ISTANBUL - Nach herben Verlusten in der Corona-Krise winkt Fluggesellschaften in aller Welt 2023 mehr als doppelt so viel Gewinn wie bisher gedacht. Auch wegen weltweit höherer Ticketpreise dürfte die Branche in diesem Jahr einen Überschuss von 9,8 Milliarden US-Dollar (etwa 9,15 Mrd Euro) erreichen.

Das teilte der Weltluftfahrtverband IATA bei seiner Generalversammlung am Montag in Istanbul mit. Im Dezember war er von 4,7 Milliarden Dollar ausgegangen. Vor allem Airlines aus Europa kommen offenbar deutlich besser aus der Krise als erwartet.

Dennoch dürfte die Branche weltweit noch deutlich weniger verdienen als 2019, dem Jahr vor der Pandemie. Da hatten Fluggesellschaften den Angaben zufolge weltweit einen Profit von 26,4 Milliarden Dollar eingeflogen. Im ersten Pandemie-Jahr 2020 verbuchten sie indes Verluste von 137,7 Milliarden Dollar, im Folgejahr immerhin noch ein Minus von 41,9 Milliarden Dollar.

2022 verlief mit Verlusten von voraussichtlich 3,6 Milliarden Dollar schon deutlich glimpflicher und damit deutlich besser als noch im Dezember geschätzt.

Vor allem Fluggesellschaften aus Europa kamen finanziell besser aus der Krise als zunächst gedacht. So flogen sie den Angaben zufolge schon im vergangenen Jahr einen Gewinn von 4,1 Milliarden Dollar ein, während der Verband ihnen noch im Dezember einen Verlust von 3,1 Milliarden Dollar vorausgesagt hatte.

Für 2023 prognostiziert die IATA ihnen nun einen Gewinn von 5,1 Milliarden Dollar, mehr als achtmal so viel wie zuletzt vorhergesagt und damit nicht mehr weit entfernt vom Vor-Corona-Niveau.

Weltweit rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem Anstieg des Passagieraufkommens auf 4,35 Milliarden Fluggäste. Das wären nur noch vier Prozent weniger als 2019. "Alles zusammengenommen glauben wir, dass dies ein gutes Jahr für die Luftfahrt wird", sagte IATA-Chef Willie Walsh.

Dabei erholt sich der Passagierverkehr in Europa nicht ganz so schnell von der Krise wie in Nordamerika. Der IATA zufolge wird das Flugangebot in diesem Jahr dort bereits fünf Prozent größer ausfallen als im Jahr vor der Pandemie. Das Passagieraufkommen dürfte immerhin zwei Prozent höher liegen. In Europa hingegen wird das Flugangebot 2023 dem Verband zufolge noch zwei Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen - und das Passagieraufkommen sogar sechs Prozent darunter.

Für die Airlines aus Nordamerika passte der Verband seine Gewinnprognosen nur leicht an: Im vergangenen Jahr lag ihr Profit demzufolge mit 9,1 Milliarden Dollar rund 800 Millionen niedriger als zuletzt geschätzt. Für 2023 rechnet die IATA dort jetzt mit Gewinnen von etwa 11,5 Milliarden Dollar, rund 100 Millionen mehr als bislang.

Während Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten nach 1,4 Milliarden Dollar Gewinn in diesem Jahr immerhin auf 2 Milliarden Dollar zusteuern, steckt die Branche in anderen Weltregionen weiterhin tief in den roten Zahlen.

Vor allem die strikten Corona-Beschränkungen in China brockten den Airlines im Asien-Pazifik-Raum 2022 einen Verlust von 13,5 Milliarden Dollar ein. Im laufenden Jahr dürfte sich das Minus laut IATA immerhin auf 6,9 Milliarden Dollar halbieren. Einen ähnlichen Trend - wenn auch mit geringeren Fehlbeträgen - sagt der Verband den Fluggesellschaften in Lateinamerika und Afrika voraus.
© dpa-AFX | Abb.: IATA | 05.06.2023 11:08


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