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Neuer Eröffnungstermin für BER schon wieder auf der Kippe

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Flughafen Berlin Willy Brandt, © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg

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BERLIN - Die Eröffnung des Berliner Hauptstadtflughafens im Oktober 2013 könnte wieder ins Wanken geraten. Flughafen-Technikchef Horst Amann will mit Planern und Brandschutzexperten in den nächsten Tagen analysieren, wie viel Zeit tatsächlich noch gebraucht wird, bis der neue Flughafen in Betrieb gehen kann. Am Wochenende war ein Bericht des für den Brandschutz zuständigen Ingenieurbüros HHP Berlin bekanntgeworden.

Demnach ist der mehrfach verschobene Eröffnungstermin als "kritisch" einzuschätzen, weil der Umfang der nötigen Umbauten an der Brandschutzanlage noch nicht absehbar sei.

"Wir werden wir uns in den nächsten Tagen weiter Klarheit verschaffen", sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Montag in Schönefeld. HHP hatte Ende Oktober in einem von Amann angeforderten Kurzbericht festgestellt, dass beim Entrauchungssystem und der Sprinkleranlage deutlich von der Baugenehmigung abgewichen worden sei. Der Brandschutz war bereits für die letzte Verschiebung des Eröffnungstermins - ursprünglich Juni 2012 - verantwortlich.

Amann räumte daraufhin ein, "dass noch nicht für alle offenen Punkte tragfähige Lösungen vorliegen". Er habe die Gesellschafter des Flughafens entsprechend informiert - das sind der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Aus Kreisen des Unternehmens hieß es, die jüngste Entwicklung mache deutlich, "wie groß die Versäumnisse bei der Bauüberwachung gewesen sind". Von der Planungsgemeinschaft PG BBI hatte sich der Flughafen im Mai getrennt.

Die Bundesregierung vertraut vorerst auf den Zeitplan des Betreibers. "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass der gesetzte Eröffnungstermin gehalten wird", sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Montag. Zunächst werde eine Analyse des Managements abgewartet, die schnellstmöglich vorgelegt werden solle.

Dabei genieße der seit August amtierende Technikchef Amann "unser volles Vertrauen", sagte der Ministeriumssprecher. Amann sei angetreten, die Dinge neu zu justieren und mache einen sehr guten Job. "Solange Herr Amann sagt, der Eröffnungstermin ist zu halten, glauben wir das auch."

Das Ingenieurbüro HHP wollte am Montag zum Sachverhalt keine Stellung nehmen. Als Vertragspartner des Flughafens könne man sich nicht dazu äußern, hieß es aus dem Unternehmen. Amann wollte sich am Montag zu einer ersten Runde mit Planern und Brandschutzexperten zusammensetzen, Details dazu wurden zunächst nicht bekannt.

Der für die baurechtlichen Genehmigungen am Flughafen zuständige Landrat Stephan Loge (SPD) geht davon aus, dass in einigen Teilen wieder "zurückgebaut" werden muss, um das Brandschutzkonzept ordnungsgemäß umzusetzen, hatte er dem Sender RBB gesagt.
© dpa | Abb.: Berliner Flughäfen | 12.11.2012 09:22

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Beitrag vom 12.11.2012 - 18:19 Uhr
Mir fällt dazu nichts mehr ein, ausser: PEINLICH, PEINLICH, PEINLICH!!!!
Und wer trägt die Verantwortung? KEINER!!!!!
Deutschlands Elite: Vorbilder oder Versager???
Beitrag vom 12.11.2012 - 17:09 Uhr
Es gab vor ein paar Wochen einen recht interessanten Bericht des ZDF zum Thema. Da hieß es: "Das Terminal sollte ein Generalunternehmer bauen, schlüsselfertig für rund 1 Milliarde Euro. Die Politiker wollten es billiger machen, nahmen die Sache selbst in die Hand, starteten voller Optimismus." Was ist draus geworden???

 http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1758406/Der-Fluchhafen-Berlin#/beitrag/video/1758406/Der-Fluchhafen-Berlin
Beitrag vom 12.11.2012 - 16:32 Uhr
Hätten Einfamilienhäuser vollautomatische Entrauchungsanlagen, wäre der Anteil derer, die beim Häuslebau versagen, auch höher ;)


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