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Rayani Air setzt auf Scharia-konformes Angebot

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Boeing 737 der Rayani Air, © Rayani Air
KUALA LUMPUR - Abdullah Al Mubarak würde erwägen, Rayani Air regelmäßig zu nutzen, sollte die erste Scharia-konforme Airline von Malaysia ihrem Ruf gerecht werden. "Ich habe gehört, dass die Fluggesellschaft der islamischen Lehre folgt, wie vor dem Abflug ein Gebet zu sprechen", sagt der 30-jährige Lehrer im Flughafen-Wartebereich.

"Die Flugbegleiterinnen sind anständig bekleidet, was gut ist, weil ich einen jungen Sohn dabei habe. Wenn der Service gut ist, werde ich vielleicht immer mit ihnen fliegen", so Al Mubarak vor seinem Flug mit einer Boeing 737 der Airline von Kuala Lumpur in die Stadt Kota Bharu.

Rayani Air nahm den Flugbetrieb am 20. Dezember auf und wurde damit zur vierten Fluggesellschaft, die islamischen Grundsätzen folgt - nach Saudi Arabian Airlines, Royal Brunei Airlines und Iran Air. Das bedeutet: An Bord wird kein Alkohol ausgeschenkt, Halal-Essen wird angeboten und das weibliche muslimische Kabinenpersonal muss eine Kopfbedeckung tragen.

Die malaysische Airline fliegt derzeit drei Ziele im Inland an und plant, bis 2017 auch Ziele im Ausland anzusteuern, wie Managing Director Jaafar Zamhari erklärt. Rayani Air könnte sich seiner Aussage nach um Kredite bemühen oder andere Investoren an Bord holen und würde letztlich gerne an der Börse notiert sein.

Das Unternehmen wetteifert mit seiner Konkurrenz um ein Stück des 145 Mrd. Dollar schweren muslimischen Reisemarkts, der dem Reiseberater CrescentRating Pte Ltd. aus Singapur zufolge bis 2020 auf 200 Mrd. Dollar wachsen könnte. Dies birgt Chancen für Kapitalgeber: Saudi Arabian Airlines erwägt einen Börsengang, während Fluggesellschaften wie Emirates und PT Garuda Indonesia seit 2008 als Sukuk bezeichnete islamische Anleihen im Wert von 12 Mrd. Dollar verkauft haben.

"Muslimische Reisende schauen sich nach Dienstleistungen und Angeboten um, die ihre Bedürfnisse berücksichtigen", sagt Fazal Bahardeen, Chef von CrescentRating in Singapur. "Es gibt definitiv Wachstumspotenzial für Fluggesellschaften", die Alkohol verbieten, Hahal-Kost servieren und Gebetsmöglichkeiten haben, fügt er an.

Expansionspläne

Rayani Air arbeitet derzeit mit zwei Boeing 737-400 Maschinen, will die Flotte aber bis 2017 um zwei Flugzeuge des Typs 737-800 erweitern, sagt Jaafar. Kommendes Jahr sollen Manila, Jakarta, Phuket und Tiruchirappalli in Südindien angelogen werden. Innerhalb von zehn Jahren soll es dann auch nach Europa gehen, um Pilger nach Saudi-Arabien zu bringen. Die Passagiere der Fluggesellschaft unterliegen keinen Kleidervorschriften und es gibt keine Geschlechtertrennung in den Maschinen.

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Rayani-Air-Crew vor einer Boeing 737, © Rayani Air

Auch nicht-muslimische Länder versuchen, auf dem Scharia-konformen Reisemarkt Fuß zu fassen. Firnas Airways, eine Scharia-Vorschriften befolgende Fluggesellschaft mit Sitz in Großbritannien, die von dem Geschäftsmann Kazi Shafiqur Rahman aus Bangladesh gegründet wurde, will in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen und nach Südasien fliegen.

Islamische Airlines stehen vor den gleichen Herausforderungen wie alle Airlines, erklärt der Berater Amanah Capital Group Ltd. aus Kuala Lumpur. Malaysia Airlines Bhd., deren Flugpreise mit denen von Rayani Air vergleichbar sind, baute im Juni 6000 Stellen ab und versucht, die Kosten um 20 Prozent zu senken, um nach zwei Flugzeugkatastrophen im Jahr 2014 wieder profitabel zu werden.

Günstige Demographieentwicklung

"Die größte Herausforderung für Scharia-konforme Fluggesellschaften ist, den nichtmuslimischen Markt zu erobern", sagt Amanah-Chef Abas A. Jalil. "Es kommt allein darauf an, einen guten Eindruck zu vermitteln, dass Scharia-konforme Airlines allen die gleiche Leistungsqualität zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten."

Im Zuge einer schnell wachsenden, jugendlichen und immer wohlhabenderen islamischen Bevölkerung wird die Anzahl der muslimischen Reisenden bis 2020 um 39 Prozent auf 150 Millionen zunehmen, geht aus einer Studie von CrescentRating und MasterCard Inc. hervor. Das bringt eine Menge neuer Dienstleistungen hervor, wie Berechnungshilfen für die Gebetszeiten auf Flügen und Mobiltelefon-Anwendungen, um die Standorte der nächstgelegenen Moscheen herauszufinden.

Die Zahl der Muslime dürfte bis 2050 um 73 Prozent auf 2,8 Milliarden zunehmen, schätzte das Pew Research Center in einem Bericht vom vergangenen Jahr. Das wäre mehr als doppelt so stark wie das Wachstum der Weltbevölkerung.

"Muslime werden jetzt für die ganze Welt zu einem wichtigen Verbrauchermarkt", heißt es in der Studie von CrescentRating und MasterCard. "Glaube beeinflusst zunehmend ihre Kaufentscheidungen. Muslimisches Reisen wird weiterhin einer der am schnellsten wachsende Reisesektoren der Welt bleiben."
© Bloomberg News | Abb.: Rayani Air | 24.01.2016 09:44

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Beitrag vom 25.01.2016 - 18:19 Uhr
Sehr geehrte(r) TN LMFG,

ich bitte Sie höflichst davon abzusehen mir Empfehlungen zu geben, mit welchen politischen Themen ich mich auseinanderzusetzen habe. Sie kennen mich nicht, kennen weder meine Gesinnung, Geschlecht oder Religion noch ob und wie ich mich politisch, sozial oder humanitär engagiere.

In der Tat, "Hier gibt es nichts Luftfahrtfachliches zu erkennen,..."

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
gpower

Dieser Beitrag wurde am 25.01.2016 18:21 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.01.2016 - 18:07 Uhr
@gpower

Keine Stellungnahme zu:
"Die größte Herausforderung für Scharia-konforme Fluggesellschaften ist, den nichtmuslimischen Markt zu erobern"

keine Stellungnahme zu:
Scharia

stattdessen:
...schreit nach ja förmlich...(wessen Gefühle kochen hier?)
- Anruf an die Moderatoren
- Abwertung meiner Aussagen

Es ist eine politische Dimension, ob sie das glauben oder nicht, es ist ein Artikel, der die Brisanz politischen Handelns geradezu aufzeigt!

Sie täten gut daran sich mit der Scharia auseinander zu setzen. Dann würden sie auch die Brisanz verstehen. Hier gibt es nichts Luftfahrtfachliches zu erkennen, es ist Religionspolitik von Glaubensfanatikern!
Beitrag vom 25.01.2016 - 17:34 Uhr
Dies kann und wird nicht mehr unbeantwortet bleiben!
Da haben Sie vollkommen Recht! Ihr Post schreit ja förmlich nach einer Antwort.

Kate Austen weiter so, sie haben meinen Zuspruch.

Wie kommen Sie darauf, dass sie meinen Zuspruch nicht hat??

An gpower, a345, suchen sie ruhig noch mehr Punkte, wie sie sich selbst abschaffen können.

Ich sehe, dies ist ein sehr emotionales Thema und die Gefühle kochen schnell hoch.
Zu keinem Zeitpunkt habe ich irgendeine Aussage zu Sharia, Islam, Himmel, Hölle oder sonst irgendetwas gemacht und werde dies hier auch nicht tun.

Mir ging und geht es weiterhin nur um den Widerspruch im Wunsch und Handeln von TN Kate Austen. Kein Problem, inhaltliche Fehler im redaktionellen Teil anzusprechen. Im Gegenteil, das ist gut so. Wenn ich aber diese Fakten mit Unsachlichem auffülle Zitat:"Und ob Leute mit so einer Moralvorstellung es gut finden, dass sich die Flugbegleiterinnen "anständig" bekleiden, weil der Halbgott/junge Sohn dabei ist, das ist uns jetzt also schon wichtig und einer Erwähnung in einem Fachartikel wert?" dann begebe ich mich auf den gleichen Level den ich anprangere. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist meine Meinung und dabei bleibe ich.

Wenn Sie eine politische Diskussion aufmachen wollen, noch dazu in dieser Schärfe, empfehle ich ein politisches Forum. Bin gespannt was die Moderatoren zu diesen ICAO Vorwürfen meinen. Solche Aussagen sind mehr als grenzwertig.

Dieser Beitrag wurde am 25.01.2016 17:37 Uhr bearbeitet.


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