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Die NATO sucht den Superhubschrauber - und findet ihn möglicherweise bei Airbus. Seit Mitte 2022 laufen im Rahmen des Programms "Next Generation Rotorcraft Capability" (NGRC) die Konzeptarbeiten für die nächste Drehflügler-Generation.
Diese soll, wenn möglich bis spätestens 2040, die heute aktuellen Hubschraubermuster wie UH-60 Black Hawk, Cougar, Leonardo AW101 und NH90 ersetzen.
Am 23. Februar stellte Airbus Helicopters zwei Designstudien vor, die die Basis eines solchen Zukunftshubschraubers bilden könnten.
"Der Vorschlag von Airbus an die NATO, der in Zusammenarbeit mit den RTX-Unternehmen Collins Aerospace und Raytheon sowie MBDA entwickelt wurde, umfasst zwei Konzepte", schreibt der Hersteller dazu. Konkret hat Airbus nach eigenen Angaben "einen leistungsstarken konventionellen Hubschrauber sowie ein neuartiges Hochgeschwindigkeits-Verbundkonzept" in der Pipeline.
Beide Entwürfe sollen laut Airbus mit Modularität und Einfachheit punkten - und so den späteren Einsatzbetrieb so reibungslos, effizient und vielseitig wie möglich gestalten. "Die Designphilosophie zielt darauf ab, Plattformen zu liefern, die leicht herzustellen, zu warten und aufzurüsten und dank ihrer offenen Systemarchitektur langfristig erschwinglich sind", heißt es aus Marigane in Frankreich, dem Hauptsitz von Airbus Helicopters.
Super-Helikopter aus Europa
"Diese beiden Konzepte bilden die Grundlage für den weiteren Austausch mit unseren militärischen Partnern über ihre Vision und ihre Anforderungen für zukünftige Militäroperationen", unterstrich Bruno Even, Chef der Airbus Helikoptersparte, in seiner persönlichen Stellungnahme. "Wir möchten sicherstellen, dass Europa in der Lage ist, eine Plattform anzubieten, die den Anforderungen unserer militärischen Partner in Bezug auf Erschwinglichkeit, Betriebseffizienz und maximale Verfügbarkeit sowohl für konventionelle Hubschrauber als auch für Hochgeschwindigkeits-Drehflügler am besten entspricht."
Airbus hat schon Erfahrung
Bei seinem auf hohe Geschwindigkeiten optimierten Entwurf stützt sich Airbus Helicopters auf die umfassende Erfahrung, die man in den vergangenen Jahren mit den Versuchshubschraubern X3 und Racer sammeln konnte.
Die Auslegung mit Druckpropeller und Tragflächen garantiert nach Unternehmenssicht "nicht nur deutlich höhere Geschwindigkeiten als herkömmliche Konstruktionen, sondern bietet auch eine erhebliche Erweiterung des Flugbereichs". Dazu soll vor allem die "Fähigkeit zur schnellen Beschleunigung und Verzögerung sowie zu schnellen Steig- und Sinkflügen" beitragen.
Technische Vorteile des Konzepts
Die Vorteile, die die zusätzlichen Flügel und der Schubpropeller dabei in die Waagschale legten, seien "durch Flugtests von Militärpiloten mit dem Racer" einwandfrei bewiesen worden.
Gemeinsam stünden die beiden vorgestellten Mehrzweck-Plattformen für sämtliche zentrale Leistungsparameter, die es zu erfüllen gebe - namentlich "Konnektivität, Cybersicherheit, Teamarbeit mit unbemannten Fluggeräten, vernetzte Zusammenarbeit im Kampf, Überlebensfähigkeit und Reparatur von Kampfschäden."
Hohe Ansprüche an Zukunftshubschrauber
Die objektiven Anforderungen an die NGRC-Konzeptstudien sind in der Tat weitreichend. Im Lastenheft der NATO steht unter anderem die Fähigkeit, optional auch unbemannt und ferngesteuert zu operieren.
Weitere Voraussetzungen sind außerdem eine offene Systemarchitektur mit KI-Unterstützung, ein Stückpreis von maximal 35 Millionen Euro, Flugstundenkosten von optimalerweise 5.000 und maximal 10.000 Euro, über vier Tonnen Nutzlast (davon 2,5 Tonnen intern), mindestens 1.650 Kilometer Reichweite und eine Reisegeschwindigkeit von mindestens 180 Knoten, besser jedoch 220 Knoten oder mehr.
Auch die Interaktion mit Drohnen wird gefordert, sowie ein möglichst breites Einsatzspektrum.
© Flug Revue, Patrick Zwerger | Abb.: Airbus | 24.02.2026 17:17







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