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Arbeitsgruppe zu Germanwings-Absturz: Kurzfristig hilft nur Beratung

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Cockpit-Zutrittstür, © Airbus

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BERLIN - Die nach der Germanwings-Katastrophe im März 2015 eingerichtete Arbeitsgruppe zur Flugsicherheit empfiehlt, das Schließsystem von Cockpittüren kurzfristig nicht zu verändern.

Langfristig regen die Experten jedoch an, bei der Neuentwicklung von Flugzeugen über eine Schleuse zwischen Kabine und Cockpittür sowie Toiletten im geschützten Bereich nachzudenken. Das geht aus dem am Mittwoch präsentierten Abschlussbericht der Taskforce hervor.

Cockpittüren waren nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 verstärkt und zusätzlich mit einem elektronischen Zugangscode gesichert worden, um ein unerlaubtes Eindringen unbefugter Personen zu verhindern. Genau dies wurde den Insassen des Germanwings-Fluges am 24. März höchstwahrscheinlich zum Verhängnis: Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Copilot seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht. Damals kamen 150 Menschen ums Leben.

Bewährt haben sich aus Sicht der Taskforce bestehende Anlaufstellen, an die sich Besatzungsmitglieder wenden können, wenn sie bei sich selbst oder bei Kollegen psychische Probleme feststellen und Beratung suchen. Dieses Präventions- und Hilfsangebot gelte es weiter zu stärken. Außerdem sollten Fluggesellschaften und deren Bordpersonal noch mehr für psychische Erkrankungen sensibilisiert werden, hieß es.
© dpa | 27.01.2016 16:04

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Beitrag vom 28.01.2016 - 12:32 Uhr
Aber den eigentlichen Terror hat die "verschlossene Tür" auch nicht wirklich verhindert. Bis heute nicht.
Wenn Sie damit die Terroristen meinen, die Flugzeuge kapern und gegen Häuser fliegen, dann hat die verschlossene Tür sehr wohl einen guten Job gemacht.
Oder meinen Sie Anschläge wie in Paris, Istanbul usw? Dann erklären Sie uns doch mal wie offene Cockpittüren da was bewirken hätten können.
Beitrag vom 28.01.2016 - 12:23 Uhr
Tür offen ... Es ist doch falsch zu glauben das "Tür zu" gänzlich den 9/11 verhindert hätte. Flug UA93 ist bestes Zeugnis dafür.
Flug UA93 ist bestes Zeugnis dafür, dass man die Tür besser zu hätte haben sollen. Nur so konnten dort die Verbrecher das Flugzeug übernehmen.

Dann über den Bordfunk die Passagiere zur Hilfe rufen.
Die Passagiere hatten sehr wohl begriffen was los ist. Hat aber letztendlich auch nichts gebracht. Entweder waren die anderen zu viele oder die haben den Flieger dann selbst in den Boden gerammt als man merkte dass man es nicht bis Washington schaffen würde. Die Passagiere hatten wohl keine Möglichkeit die Kontrolle über das Cockpit zu erlangen. Hätten die Täter das auch nicht geschafft (Tür zu!!!) wäre dieses Flugzeug wohl auf einem Flughafen gelandet.
Beitrag vom 28.01.2016 - 12:07 Uhr
@gordon: es stimmt, dass die Anzahl der Flugzeugentführungen zurückgegangen ist. Das ist aber ein schon Jahrzehnte andauernder Trend. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einzig wegen eines Rückgangs der Entführungen nach 9/11 kann man nicht darauf schließen, dass Cockpittüren Entführungen verhindert haben. Genauso könnte man ja argumentieren, dass die Limitierung von Flüssigkeiten im Handgepäck Flugzeugentführungen verhindert hat.

Cockpittüren sind also bestenfalls ein Faktor von vielen, die Entführungen verhindern. Im schlechtesten Fall haben sie gar nix bewirkt. Das eine oder andere aber zu beweisen ist schwierig.


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