787 und 747-8
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Börsenaufsicht bringt Boeing in Bedrängnis

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Air Canada Boeing 787-8, © Air Canada

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NEW YORK - Ein Bericht über Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC hat den Flugzeugbauer Boeing an der Börse unter Druck gebracht. Die Regulierer prüften die Buchhaltung, um zu klären, ob bei den Prognosen zur langfristigen Profitabilität der Großraumflieger 787 und 747 alles mit rechten Dingen zugehe.

Das meldete der Finanzdienst "Bloomberg" am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Die Boeing-Aktie fiel im New Yorker Börsenhandel zunächst um mehr als acht Prozent, erholte sich im späten Handel etwas. Boeing wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Verdacht gegen das Unternehmen geht dem Bericht nach auf Hinweise eines Whistleblowers zurück, der den Aufsehern interne Dokumente geliefert haben soll. Im Kern geht es um das sogenannte "Program Accounting". Dabei werden Kosten für die Entwicklung und Realisierung eines neuen Programms auf dessen Produktionsdauer verteilt.

Für die 787 erwartet Boeing langfristig einen Gewinnbeitrag, obwohl bereits 28,5 Milliarden US-Dollar in das Programm flossen. Die Gewinnprognose stützt sich auf eine Verteilung der Kosten auf 1.300 Flugzeuge und höhere Margen späterer Jets. An dem von Boeing unterstellten Anstieg der Margen gibt es allerdings Zweifel.

Laut Credit-Suisse-Analyst Robert Spingarn droht Boeing mit der 787 eine Bauchlandung. Auf bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar schätzte Spingarn im Dezember den Fehlbetrag für das Programm. Auch andere Analysten halten eine Korrektur der Prognosen für unvermeidbar.

"Die Frage ist, ob Boeing nicht schon längst eine Abschreibung auf die 787 hätte buchen sollen", kommentierte Seth Seifman von JP Morgan Chase die SEC-Ermittlungen.

Im Programm 747-8 korrigierte Boeing das Zahlenwerk bereits mehrfach. Über die Jahre schrieb der Konzern 2,6 Milliarden US-Dollar auf den seit 2005 nur 121 Mal verkauften neuen Jumbo ab. Erst im vierten Quartal 2015 schrieb Boeing 569 Millionen US-Dollar ab und gab eine Produktionskürzung auf ein Flugzeug alle zwei Monate bekannt.
© aero.de, dpa-AFX, Bloomberg | Abb.: American Airlines | 12.02.2016 09:12

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Beitrag vom 13.02.2016 - 20:23 Uhr
@fbwlaie
Sehe ich genauso und für "normale" Investitionen wird das gelten.
Jeder weis jedoch, wie viel Zinsen A und B für ihre Kredite zahlen, auch wenn die Zinsen deutlich höher lagen. Und bei zinslos tut auch Zinseszins nicht weh.
Beitrag vom 13.02.2016 - 18:12 Uhr
@A350_B787,

m. E. hllft die Infaltion nicht, die Entwicklungskosten zu tilgen. Im Gegenteil, meist müssen die Entwicklungskosten wie Kredite bei einer Bank aus dem Programm bezahlt/getilgt werden.
Ein Prgramm muss sich doch lohnen, d. h. das investierte Geld muss mit Zinseszins zurückfließen. Nur dann sollte auch das Geld für ein Programm ausgegeben werden.
Beitrag vom 13.02.2016 - 17:47 Uhr
@Weideblitz: Sehr schön dargestellt. Und wenn ich mir vorstelle, dass man für den Preis einer 747-100 heute nur noch ein Triebwerk einer 747-8 bekommt, kann man in 20-30 Jahren 'ne Menge Kohle auch so abschreiben, ohne dass es so sehr weh tut, sprich, die Inflation hilft, Entwicklungskosten zu tilgen und wie die Inflation sich entwickelt, weis kein Mensch. Auch wenn stärkere Inflation wieder ein ganzes Gewirr an Verflechtungen nach sich zieht, potentielle Käufer nicht mehr zahlungsfähig, Absatzeinbruch etc.
So kann es durchaus sein, dass die 787 eines Tages in 30 Jahren Geld verdient einschließlich Entwicklungskosten.


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