Airbus
Älter als 7 Tage

Iran Air streicht A380 von der Einkaufsliste

TEHERAN - Nach einem Milliardenvertrag mit Boeing steht nach Angaben der iranischen Regierung auch ein Mega-Auftrag an Airbus kurz vor dem Abschluss. "In der nächsten Woche werden wir den Airbus-Deal unterzeichnen", sagte Verkehrsminister Abbas Achundi am Sonntag der Nachrichtenagentur IRNA.

Es gehe um 100 Airbus-Maschinen im Wert von 10 Milliarden Dollar (9,56 Mrd Euro). Dies wurde auch vom Chef der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air bestätigt. Nur gibt es laut Farhad Parwaresch einige Änderungen in dem finalen Vertrag.

Iran Air Airbus A321
Iran Air Airbus A321, © Tobias Gudat

Von den im Januar dieses Jahres vorvertraglich bestellten 118 Jets seien die Airbus-380-Exemplare gestrichen worden. Daher werde der neue Vertrag 100 Maschinen im Wert von über 9,5 Milliarden Euro beinhalten, so der Iran-Air-Chef.

Teheran hatte Anfang des Monats mit Boeing einen 15,7 Milliarden Euro schweren Vertrag zum Kauf von 80 Maschinen - 50 737 MAX, 15 777-300ER und 15 777-9 - unterzeichnet. Entgegen früherer Ankündigungen bestellte Iran Air zunächst keine 747-8, das Boeing-Gegenstück zur A380.

Erste A321 bereits lackiert

Die Geschäfte mit Airbus und Boeing wurden erst mit dem Atomabkommen von 2015 und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen möglich. Mit den Maschinen will der Iran seine veraltete Flugzeugflotte modernisieren. Geplant sei auch den Kauf von 20 Flugzeugen des italienisch-französischen Herstellers Avions de Transport Régional (ATR).

Iran Air Airbus A321
Iran Air Airbus A321, © Tobias Gudat

Airbus ging bereits in Vorleistung - der Hersteller hat eine erste A321 für Iran Air inzwischen lackiert. Die MSN7418 soll in wenigen Wochen als EP-IFA an Iran Air übergeben werden.

Airbus verbuchte im A380-Programm 2016 bisher lediglich einen Auftrag von Emirates, der sich auf zwei einst für Skymark gebaute Flugzeuge bezieht, und zwei Abbestellungen. Bis Ende November lieferte Airbus 21 Superjumbos aus, sechs A380 könnten noch vor Jahresende zu ihren Betreibern abfliegen.

Die dünne Nachfrage zwingt Airbus, die A380-Linie 2018 auf rechnerisch ein Flugzeug pro Monat zu drosseln.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Airbus | 18.12.2016 16:33

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Beitrag vom 20.12.2016 - 17:23 Uhr
Der A380neo wurde zu spät angeboten. Es gab keine fixen Kaufverträge und dann ging der Ölpreis in den Keller. Danach hat sich Mehrpreis für den Umbau und die teureren Triebwerke gegenüber den Spriteinsparungen nicht mehr gelohnt.

Es gab schlicht keinen Kunden. Und anders als beim CFM-56 oder dem Trent 700 ist der Sprung vom Trent 900 zu einem aktuellen Triebwerk (z. B. Derivat des Trent XWB) in Sachen Wirtschaftlichkeit nicht gar so groß. Außerdem ist die Marktlage für einen Neo beim A380 nicht so ganz klar - soll es dasselbe Flugzeug nur mit neueren Triebwerken sein, oder soll doch ein verlängerter Rumpf her - und wenn möglich ein größerer Frachtraum, etc.

Die Wunschliste von Emirates hätte wohl mehrere Milliarden Euro an Entwicklungskosten nach sich gezogen - und die muss Airbus halt erst mal wieder reinbekommen. Dafür wäre wohl eine dreistellige Anzahl an Bestellungen nötig gewesen, und man munkelt auch, dass eine eins vorn nicht gereicht hätte...

Ich weiss nicht ob Airbus nicht doch den A380 lieber einstellt anstatt eine Neo zu lancieren.

Da geht es doch nicht danach, was Airbus lieber möchte - eine Neo launchen kann man nur, wenn es eine Aussicht gibt, mindestens die Entwicklungskosten zu amortisieren. Und die gibt es derzeit nicht.

So wie Airbus bei der Herstellung bislang Gas gibt, bekommt man den Eindruck, dass möglichst schnell die restlichen gebaut werden sollen und dann das Programm zurück gefahren wird.

Die Kunden haben vertraglich vereinbarte Lieferzeitpunkte, und Airlines (öh, EK halt) müssen ihr Cash Out bei solchen Investitionen ebenfalls genau planen. Die sind gar nicht begeistert, wenn zugesagte Bestellungen mal eben in ein anderes Geschäftsjahr verschoben werden sollen.

Und für Airbus heißt das im Umkehrschluss, Produktionsflächen weiterhin für ein Produkt zu binden, das nur noch ein paar Mal im Jahr gebaut wird. Wenn die Hallenfläche sich für andere Muster nutzen ließe, von denen der Markt mehr haben will (A320, A350), dann rechnet sich das für Airbus ganz schnell.
Beitrag vom 20.12.2016 - 17:12 Uhr
Was mich wundert: Warum ist der Vertrag mit Airbus jetzt vom $ Volumen geringer als der von Boeing?

Was da genannt wird, sind Listenpreise. Was wirklich bezahlt wird, bleibt geheim (bei beiden Herstellern).

Der Airbus-Auftrag setzt sich vor allem aus Maschinen der A320 CEO Familie sowie A330 CEO zusammen, die im Listenpreis in den letzten zwei Jahren deutlich Federn lassen mussten. Die 737 MAX im Boeing-Auftrag sind nach Liste relativ teuer, genauso wie die 777-9.

Kann jemand die Zahlen bestaetigen bzw. weiss mehr?
Nein und nein.
Beitrag vom 19.12.2016 - 14:45 Uhr

Und VLA lassen sich rentabel betreiben. Sonst würde ja auch kaum jemand die 777X bestellen.

Jetzt mal ehrlich. Die Bestellungen für die 777X sind auch nicht der Brüller. Ohne die Scheichs wäre das Ding ein ganz schöner Ladenhüter.

Anscheinend ist sie vielen Airlines auch schon zu groß.

Ohne Emirates gaebe es keine B777x.
Der FLieger ist denen auf den Leib geschneidert.

Aber die A350-1000 verkauft sich auch nicht gut.

Obwohl zahlreiche B744 in Rente gehen.

Fuer den A380 ist das natuerlich keine gute Nachricht, die 12 Stueck waeren eine Jahresproduktion gewesen.
Ich weiss nicht ob Airbus nicht doch den A380 lieber einstellt anstatt eine Neo zu lancieren.


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