Boeing 737 MAX
Älter als 7 Tage

Piloten stellen die Systemfrage

Norwegian Boeing 737 MAX 8
Norwegian Boeing 737 MAX 8, © Norwegian

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FORT WORTH - Die FAA hat Luftfahrtregulierer aus 31 Ländern an einem Tisch versammelt, um über die 737 MAX zu beraten. Aus Sicht der US-Behörde verlief der Tag in Fort Worth "ausgesprochen konstruktiv und produktiv". Tatsächlich hat sich eisiges Misstrauen zwischen den Beteiligten festgesetzt.

In Texas bereiten sich die Teilnehmer gerade auf den Konferenztag zur 737 MAX vor, als eine Nachricht aus Europa die Runde macht: die europäische Pilotenvereinigung ECA hat sich mit deutlichen Worten gegen eine vorschnelle Wiederzulassung der Boeing 737 MAX ausgesprochen.

Man sei "zutiefst verstört", dass der Hersteller und die US-Luftaufsichtsbehörde FAA dies bereits prüften, ohne grundlegende Fragen beantwortet zu haben, erklärte der Verband am Donnerstag in Brüssel. Es sei insbesondere fraglich, ob das System ohne grundlegende Reform sicher werden könne.

Vertreter der FAA kamen in Fort Worth (Texas) mit Repräsentanten von 31 ausländischen Flugaufsichtsbehörden zusammen. Die ECA hatte schon im Vorfeld mitgeteilt, bei dem Treffen komme der europäischen EASA eine Schlüsselrolle zu, die Piloten und Passagiere Europas abzusichern.

ECA-Präsident Jon Horne kritisierte das System der FAA, Teile der Prüfungen und Abnahmen dem Hersteller selbst zu überlassen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass dieses auch bei anderen Flugzeugen geschehen sei und müsse auch in Europa untersucht werden.

Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA ließ offen, wann sie den umstrittenen Flieger wieder in die Luft lässt. Der amtierende Behördenchef Daniel Elwell erklärte am Mittwoch, seine Technikexperten würden jeden Stein umdrehen.

Sollte es ein Jahr dauern, bis die Behörde alles Nötige habe, um die Flugzeuge wieder fliegen zu lassen, "dann soll es so sein", sagte er laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit könnte das Flugzeug noch Monate am Boden bleiben.

Elwell sagte dem Sender CNBC in Fort Worth am Donnerstag, er sei zuversichtlich, dass das Vertrauen anderer Aufsichtsbehörden und von Flugpassagieren in die Boeing 737 MAX wieder hergestellt werden könne. "Wenn wir sagen, dass es sicher ist, die MAX zu fliegen, dann wird es sicher sein, sie zu fliegen."

Experten würden rund um die Uhr daran arbeiten. Elwell verwies darauf, dass Flugreisen weiterhin "die sicherste Transportform der Welt" seien.

Die Luftfahrtbehörden Kanadas, Europas und Chinas werden selbst prüfen und entscheiden, wann und unter welchen Auflagen sie die 737 MAX wieder für flugsicher erklären. Ein Teilnehmer des Treffens in Fort Worth bezeichnete den Tenor der Veranstaltung als "eher informativ" - eine gemeinsame Linie zeichne sich nicht ab.

Boeing hatte zuletzt mitgeteilt, die Entwicklung eines Updates für die Steuerungssoftware des Flugzeugs abgeschlossen zu haben. Die FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Maschinen wieder starten dürfen. Zudem hat der Flugzeugbauer nach eigenen Angaben Mängel an der Software des Flugsimulators beseitigt.

Boeing zog MCAS-Update zurück

Die Updates sollen sicherstellen, dass der Simulator unter verschiedenen Flugbedingungen genauso reagiert wie das Flugzeug.

FAA-Chef Elwell erklärte dazu, Boeing habe die Updates der Behörde noch nicht präsentiert. Boeing sei bereits vor zwei Monaten kurz davor gewesen, die verlangten Updates vorzulegen, habe aber dann zurückgezogen, als ein Ausschuss Bedenken geäußert habe, so Elwell.

Beim Absturz einer Boeing 737 MAX von Ethiopian Airlines im März und einer Maschine gleichen Typs der indonesischen Fluglinie Lion Air im Oktober waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Fällen war möglicherweise die MCAS-Software verantwortlich. Die Trimmautomatik soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben, die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

In diesem Zusammenhang war auch die Frage aufgekommen, wie gut die Piloten über dieses System Bescheid wussten - und wie gut sie beim Training im Simulator darauf vorbereitet worden waren.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Boeing | 24.05.2019 13:32

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Beitrag vom 02.06.2019 - 08:59 Uhr
@FunFlightA330:
>
Lieber immer wieder in einer Boeing als un einem Produkt europäischer, russischer oder chinesischer Hersteller als Crew oder Pax. Aufpassen sollte man hauptsächlich auf die Auswahl seiner Airline ( = PAY PEANUTS, GET MONKEYS)
>FW 190 Ach, können sie uns die validen Gründe für diese Aussage - zumindest zu den europäischen Herstellern, also Airbus - technisch fundiert erklären? Aber bitte konkret und detailliert mit Fachwissen und nicht spekulativ oder gefühlt. Danke

Einen Beitrag, solche Aussagen und dann keinen A... h in der Hose die gestellt Frage zu beantworten. Da fehlt nicht nur das technische Wissen....

Dieser Beitrag wurde am 02.06.2019 09:00 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.05.2019 - 20:49 Uhr
@FunflightA330,

bei der 737MAX darf man nicht ohne Weiteres die "Stabilizer Runaway" Prozedur ausführen. Man verliert u. a. MCAS. Dann muss man beim Höhenrudereinsatz aufpassen. Was sagt das Handbuch dazu?

Für mich ist es unbegreiflich, wie Boeing MCAS mit ungeprüften Daten einsetzen kann. Dieses Problem mussten doch einige gesehen haben. Falls das wirklich keiner gemerkt hat, hat Boeing in der Datenverarbeitung erhebliche Schwächen. Die Überprüfung von "unbekannten Daten" ist ein typische Problem in der DV. Die AoA-Sensordaten liefen wohl unter der Kategorie "Ohne geht es auch!".
Bei Boeing geht Sicherheit wohl auch ohne Qualität?
Beitrag vom 25.05.2019 - 12:49 Uhr
'Zweifelsfrei bewiesen' gilt nicht, wenn die Medien oder irgend sonst jemand das so sieht, sondern nur, wenn dies offiziell bekannt gemacht worden ist. Und solche Aussagen sind immer hoheitlicher Natur und daher ausschließlich von Behörden zu machen. Daher ist immer ein Abschlussbericht erforderlich, denn auch nur der alleine kennt alle Fakten und nicht nur Ausschnitte davon.

siehe offizieller Abschlussbericht zum JFK-Attentat, zu den irakischen ABC-Waffen oder dem Einsturz des WTC7, denn auch nur der alleine kennt alle Fakten und nicht nur Ausschnitte davon.

Dieser Beitrag wurde am 25.05.2019 12:49 Uhr bearbeitet.


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