Störung von Funkfeuer
Älter als 7 Tage

Flugsicherung verteidigt strikten Kurs gegen Windkraft

ILS München
ILS am Flughafen München, © DFS

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FRANKFURT - Die Deutsche Flugsicherung (DFS) und ihre Aufsichtsbehörde haben ihren strikten Kurs bei der Genehmigung von Windkraftanlagen verteidigt. Insbesondere rund um die bundesweit 64 Funkfeuer dürften in die international vorgeschriebene 15-Kilometer-Schutzzone nur noch in genehmigten Ausnahmefällen neue Windkrafträder gebaut werden, erklärten Vertreter der bundeseigenen DFS und des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF) am Donnerstag in Frankfurt.

"Wir sind keine Verhinderer der Energiewende, wie uns gelegentlich vorgeworfen wird", erklärte BAF-Direktor Nikolaus Herrmann, "wir sind für die Sicherheit im Luftverkehr verantwortlich und müssen mitunter unangenehme Entscheidungen treffen."

Betreiber hatten sich in den vergangenen Monaten verstärkt über pauschale Ablehnungen von Windparks in der Nähe der Funkanlagen beklagt. Diese werden insbesondere für die sichere und lärmoptimierte Navigation der Flugzeuge benötigt. Neben den sogenannten UKW-Drehfunkfeuern betreiben DFS, Militär und Wetterdienst noch eine Vielzahl weiterer Funk- und Radaranlagen, die bei den Windkraftplanungen ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Die elektromagnetischen Wellen werden von den Rotorblättern abgelenkt und führen zu Störsignalen, so die DFS. Besonders problematisch sei dabei die je nach Witterungslage und Windrichtung unterschiedliche Ablenkung der Wellen. Die bestehenden UKW-Feuer seien bereits durch zahlreiche Einflüsse gestört, die sich gegenseitig aufaddierten, sagte DFS-Sprecher Axel Raab. Bei etwa jedem dritten Funkfeuer in Deutschland sei keinerlei weitere Störquelle mehr akzeptabel. Man prüfe aber jeden Einzelfall.

Die Funkfeuer konzentrierten sich insbesondere rund um die großen Flughäfen, seien aber auch in weiteren Abständen im Bundesgebiet flächendeckend aufgestellt, um dem Luftverkehr Orientierungspunkte zu geben, erläuterte der BAF-Direktor Nikolaus Herrmann. Das führt unter anderem dazu, dass im Rhein-Main-Gebiet mit acht Funkfeuern rund um den Frankfurter Flughafen kaum noch Flächen für Windkraftanlagen freigegeben werden könnten. Auch bestehende Anlagen dürften nicht durch höhere und leistungsfähigere Rotoren ersetzt werden. Die Schutzzonen um die Anlagen waren im Jahr 2009 international von 3 auf 15 Kilometer ausgeweitet worden.

Das System sei zumindest nicht kurzfristig mit Hilfe der noch zu ungenauen und nicht in allen Flugzeugen installierten Satelliten-Navigation zu ersetzen und müsse möglicherweise noch länger als Notfall-System aufrecht erhalten werden, sagte Herrmann. Er kritisierte das komplizierte Genehmigungsverfahren, in dem die Flugsicherung ihr Votum erst relativ spät äußern könne. In Großbritannien seien hingegen sehr frühe Voranfragen seitens der Windparkplaner möglich.
© dpa | Abb.: DFS, Archiv | 14.10.2013 07:22

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Beitrag vom 16.10.2013 - 15:18 Uhr
Hoffentlich bleibt die DFS auch weiterhin standhaft!


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