Private Raumfahrt
Älter als 7 Tage

Virgin Galactic SpaceShipTwo stürzt bei Testflug ab

SpaceShipTwo
SpaceShipTwo (Mitte) und das Trägerflugzeug White Knight Two, © Virgin Galactic/Mark Greenberg, CC
LOS ANGELES - Das private Raumflugzeug "SpaceShipTwo" ist bei einem Testflug im US-Bundesstaat Kalifornien abgestürzt. "Während des Tests erlitt das Gefährt eine ernsthafte Unregelmäßigkeit, die im Verlust des Gefährts resultierte", teilte das Unternehmen Virgin Galactic am Freitag mit.

Nach Polizeiangaben kam einer der beiden Piloten ums Leben, der andere wurde schwer verletzt. Amerikanische TV-Sender zeigten Bilder mehrerer Wrackteile in der Mojave-Wüste.

Der Unfall war der zweite schwere Schlag für die private Raumfahrt innerhalb weniger Tage. Erst am vergangenen Dienstag war der unbemannte US-Raumtransporter "Cygnus" Sekunden nach dem Start in Florida explodiert. Er sollte rund 2,3 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS ins All bringen.

Das "SpaceShipTwo" hob den Informationen zufolge von einem Flughafen rund 150 Kilometer nördlich von Los Angeles ab. Es wurde zunächst von einem Trägerflugzeug in rund 1,5 Kilometer Höhe gebracht und dann ausgeklinkt. Nur wenig später sei es abgestürzt. Die US-Flugkontrollbehörde FAA teilte mit, kurz nach der Abkoppelung den Kontakt zu dem Raumflugzeug verloren zu haben. Das Trägerflugzeug "WhiteKnightTwo" hingegen sei sicher gelandet, so Virgin Galactic.

Es war der erste Test des Raumgleiters mit Raketenzündung seit Januar. Berichten von Experten zufolge sei diesmal eine andere Treibstoffmischung als zuvor getestet worden. Offizielle Angaben zur Absturzursache machte das Unternehmen zunächst nicht.

Rettungskräfte fanden das Raketenflugzeug "in mehreren Teilen" verstreut auf dem trockenen Wüstenboden, wie Sheriff Donny Youngblood auf einer Pressekonferenz sagte. Er habe nichts Ungewöhnliches vor dem Absturz festgestellt, sagte der Leiter des Flughafens "Mojave Air and Space Port", Stuart Witt. "Falls es eine große Explosion gab, dann habe ich sie nicht gesehen."

Die rund 18 Meter lange Passagierraumfähre sollte den Planungen zufolge vom kommenden Jahr an Weltraumflüge für Privatpersonen anbieten, die bis in rund 110 Kilometer Höhe über der Erde führen sollten. Die Maschine bot Platz für zwei Piloten und sechs Passagiere. Sie sollten bei ihren Reisen das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben können. Die Bullaugen-Fenster des Gefährtes waren deutlich größer als in normalen Passagierflugzeugen.

Hinter dem Projekt steht unter anderem der milliardenschwere britische Unternehmer Richard Branson. Nach seinen Angaben hatten bereits 700 Interessierte Tickets für die Flüge ins All gekauft. Darunter sollen auch Stars wie die Hollywood-Schauspieler Tom Hanks und Angelina Jolie sowie der Sänger Justin Bieber sein, wie Medien berichteten.
© dpa-AFX | Abb.: Virgin Galactic, Mark Greenberg | 31.10.2014 21:19

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Beitrag vom 03.11.2014 - 20:10 Uhr
Egal, ob 1,5 Kilometer, ob 15 Kilometer, ob 150 Kilometer, die Frage ist: Wer braucht diesen Schwachsinn? Das Geld, wäre besser in Programmen aufgehoben, die die Luftfahrt zukunftsfähig halten und die Wirtschafts- und Finanzkrise überstehen lassen.

Zudem wäre es ein Beitrag für den Umweltschutz, dieses Geld in die Forschung zum Zweck der Herstellung neuer und umweltfreundlicher Triebwerke zu investieren, als dafür zu sorgen, dass die Umwelt noch weiter zerstört wird!

Ihre negativen Kommentare erinnern mich irgendwie an schwabe61, der seitdem flugfreak61 aktiv ist erstaunlich wenig von sich hören lässt... komisch, woran das wohl liegt...
Beitrag vom 03.11.2014 - 11:41 Uhr
Was dieses Team um Rutan bisher schon alles entwickelt und gebaut
hat, ist phänomenal.

Der Unfall stellt das SpaceShip-Konzept selbst, sicher nicht in Frage.

Hier noch einige Informationen von FlightGlobal zum tragischen Crash:
 http://www.flightglobal.com/news/articles/spaceshiptwo-broke-up-after-tail-feathers-moved-405526/

Dieser Beitrag wurde am 03.11.2014 13:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.11.2014 - 08:35 Uhr
@flugfreak: Entweder hast du keine Ahnung von dem Projekt oder keine Ahnung von Luftfahrtforschung. In dem Projekt steckt mehr Innovation als in dem Meisten was die Airbus Group (incl der Raumfahrtsparte) in der gleichen Zeit an Neuerungen in die Luft gebracht hat. Und im Gegensatz zu Letztgenannten wird hier nur Privatkohle 'verheizt'.


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