Insolvenz nach A380-Deal
Älter als 7 Tage

Japans Skymark Airlines streicht die Segel

TOKIO - Skymark Airlines ist nach einem kontinuierlichen Sinkflug der letzten Monate das Geld ausgegangen. Japans drittgrößte Fluggesellschaft steht unter Gläubigerschutz. Der Insolvenzantrag wurde am Mittwoch nach einer Krisensitzung des Vorstands bei einem Gericht in Tokio gestellt.

Skymark war über Jahre als Günstigflieger mit einer 737-Flotte erfolgreich, setzte 2010 aber zu einem riskanten Strategiewechsel an. Die Airline wollte international fliegen und ein neues Premiumangebot schaffen.

Auf diesem Höhenflug wurde die Luft für Skymark merklich dünn. Nachdem absehbar war, dass Skymark bereits für das erste Flugzeug aus ihrem Auftrag über sechs A380 keine Finanzierung erhalten werde, kündigte Airbus im Juli 2014 von sich aus die Verträge mit der Airline.

Zwei für Skymark gebaute A380 parken seither in Toulouse und warten auf einen neuen Kunden. Airbus erzielte mit Skymark in den vergangenen sechs Monaten keine außergerichtliche Einigung über die Rückabwicklung des Auftrags und fällige Strafzahlungen.

Skymark Airbus A380
Skymark Airbus A380, © Airbus

Der Hersteller machte seine Ansprüche zuletzt bei einem Gericht in London geltend. Laut der japanischen Zeitung "Nikkei" geht es um eine Vertragsstrafe von 700 Millionen US-Dollar (617 Mio Euro).

Für die A380 hatte Skymark nach eigenen Angaben bereits Anzahlungen in Höhe von 26,5 Milliarden Yen (knapp 200 Mio Euro) an Airbus überwiesen und insgeheim gehofft, es dabei belassen zu können.

Airbus: Insolvenz war absehbar

"Die Insolvenz war für uns keine Überraschung", sagte ein Airbus-Sprecher am Donnerstag. Wie es weitergehe, liege nun in der Hand der Gerichte.

Die eigentlich für diesen Donnerstag geplante Bilanzvorlage verschob Skymark nun auf den 5. Februar. Die Aktie der Airline soll am 1. März von der Börse genommen werden.

Skymark erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen Rekordverlust. Kosten für die Eingliederung geleaster A330, ein schwacher Yen und harter Wettbewerb setzten der Airline zu. Im ersten Geschäftshalbjahr 2014/2015 bis Ende September verlor Skymark 5,7 Milliarden Yen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Airline nur noch 4,5 Milliarden Yen auf dem Konto, nach heutigem Kurs etwa 34 Millionen Euro. "Eine geringe Auslastung führte zu einem anhaltenden Schwund von Barmitteln bei einer bereits angespannten Kassenlage", erklärt Airlineanalyst Masaharu Hirokane die Insolvenz.

Auf Skymark lastet nach eigenen Angaben ein Schuldenberg von umgerechnet 535 Millionen Euro. Vorstandschef Shinichi Nishikubo trat am Mittwoch zurück. Seine Aufgaben übernimmt vorerst Skymark Finanzvorstand Masakazu Arimori.

Begehrtes Übernahmeziel

Wegen ihrer Landerechte in Tokio-Haneda dürfte Skymark nun ein begehrtes Übernahmeziel von All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL) werden. Letztere ging 2012 erstarkt aus einem eigenen Insolvenzverfahren hervor.

Mit acht Prozent Marktanteil ist Skymark nach ANA (49 Prozent) und JAL (29 Prozent) der drittgrößte Anbieter im japanischen Flugmarkt. Die Regierung in Tokio versuchte im Dezember, eine Skymark-Insolvenz abzuwenden, um ein Duopol von ANA und JAL zu verhindern. Beide Konkurrenten sollten Skymark über fünf Jahre mit Codeshareflügen aufpeppeln.
© aero.de, dpa-AFX, Bloomberg | Abb.: Airbus | 29.01.2015 10:11

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Beitrag vom 30.01.2015 - 11:20 Uhr
Ich schließe mich an. Das Problem ist ja nicht, dass man eine bestimmte Wendung benutzt. Das Problem scheint mir eher zu sein, dass kein "vier-Augen-Prinzip" gilt. Sprich: Redakteur A schreibt einen Text und Redakteur B liest vor Veröffentlichung quer.
Beitrag vom 29.01.2015 - 14:45 Uhr
@Dennis
ich bin gegen aufgeben. so leicht kann man doch nicht "die segel streichen". wie heisst es so richtig, "wie man sich bettet, so schallt es heraus"! aufgeben heisst doch, nicht weiter lernen zu wollen. das kann aber ein journalist unmoeglich ansagen....
einen schoenen tag und suerte!
saludos cordiales

charlie.f.kohn@sixpence-pictures.com
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Beitrag vom 29.01.2015 - 14:10 Uhr
Ok, wir lassen nautische Redewendungen in Zukunft besser mal bleiben. Vulkanasche auf mein Haupt.


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