SEATTLE - Boeing setzt den ersten Jungfernflug einer 777-9 aus der Serienproduktion an. Das Flugzeug ist für Lufthansa bestimmt. Unterdessen schreitet Boeing in der regulären Flugerprobung weiter voran. Das 777X-Programm ist laut Konzernchef Kelly Ortberg gerade in die entscheidende Zertifizierungsphase vorgerückt.
Boeing wird erste 777-9 nach der letzten Verzögerung im Zulassungsverfahren erst 2027 ausliefern. Designierter Erstbetreiber des neuen Twins ist Lufthansa. Seit 2022 parken bereits mehrere für den deutschen Kunden gebaute 777-9 auf dem Boeing-Werksflughafen Paine Field in Everett (Washington).
Wie
"Reuters" unter Verweis auf eingesehene Unterlagen berichtet, wird Boeing im April ein erstes Serienflugzeug für Lufthansa starten lassen. Es wird der erste Erstflug außerhalb der Prototypenflotte.
Boeing hat in der Zulassung der 777-9 unlängst den Abschnitt TIA-3 erreicht. "Die finale TIA läutet den Schwerpunkt der Flugerprobung für die Zulassung ein", sagte Boeing-Chef Kelly Ortberg vergangene Woche vor Analysten. In der "zentralen Testphase" werden unter anderem Avionik, Antriebsssystem, und Autopilotfunktionen überprüft.
Boeing musste 777-9-Kunden, darunter Lufthansa, im Oktober 2025 mit ersten Auslieferungen auf 2027 vertrösten.
Haltbarkeitsproblem an GE9XBei einer Inspektion ist Boeing laut Ortberg auf ein neues "Haltbarkeitsproblem" im 777X-Triebwerk GE9X gestoßen. Boeing gehe derzeit zusammen mit GE der Ursache nach, rechne aber nicht mit Auswirkungen auf den Zulassungszeitplan und Lieferstart. GE bestätigte "On-Wing-Inspektionen" an Prototypen.
Laut Kreisen strebt Boeing weiter eine Zulassung der 777-9 bis Jahresende hin, erste Flugzeuge könnte Lufthansa dann wohl im Sommerflugplan 2027 einsetzen. Lufthansa hat 20 777-9 und sieben Flugzeuge der für 2028 erwarteten Frachtversion 777-8F bestellt. Der Konzern hält zudem Optionen auf 24 weitere 777X.
© aero.de | Abb.: Boeing, A. Mohl | 04.02.2026 09:07
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Beitrag vom 05.02.2026 - 17:00 Uhr
Boeing hat für 2025 jedenfalls erstmals seit 2018 wieder Gewinn ausgewiesen, nachdem 2024 noch ein großer Verlust stand. Gesamtumsatz 2025 der höchste seit Jahren, ein Drittel mehr als 2024. Margen und Kerngewinn ebenfalls gestiegen. Cashflow dieses Jahr wieder positiv. Sagen Optimisten. Pessimisten verweisen auf Einmaleffekte.
Einfach nur aus dem Sondereffekt des Verkaufens von Tafelsilber, sonst hätten da auch 2025 knapp 5 MRD $ Verlust zu Buche gestanden.
Und 53 MRD $ Schulden hat man darüberhinaus auch noch.
Allein fürs 777X Programm gab es gerade wieder weitere hohe Millardenabschreibungen.
Beitrag vom 04.02.2026 - 17:17 Uhr
Was ist denn ein Gewinn aus Tagesgeschäft?
Boeing hat mit dem Verkauf von Flugzeugen auch 2025 Verluste gemacht. Den Gewinn gab es, weil Boeing Jeppesen für 9,6 Milliarden Dollar verkauft hat. BCA (Boeing Commercial Aircraft) hat immer noch 7 Milliarden Verlust gemacht. Dazu hat Boeing noch 53 Milliarden Dollar Schulden.
Übrigens: Bei solch chronisch penibel geregelten Maschinen wie Luftfahrzeugen ist Wartung nicht etwa warten auf Ausfall, sondern (zumindest weitestgehend) geplantes Austauschen von Modulen vorab zur Vermeidung unverhoffter Betriebsstörungen, insoweit also recht präzise plan- und bezifferbar.
Kann man beziffern, wenn die Maschine zertifiziert ist. Denn in diesen Unterlagen steht drinnen, was wie oft gewartet werden muss. Daher ist die Aussage gewagt, die 777-9 müsste weniger gewartet werden. Ein A340 hat keine faltbaren Flügelspitzen; eine 777-9 dagegen schon.
Aber wenigstens gut, wenn nur Boeing seinen Ingenieurverstand abgewirtschaftet hat, Boeings Zuliefereringenieure werden noch nichts verlernt haben [...]
Boeing hat seine Zulieferer ziemlich ausgequetscht. Die ehemalige Spirit Aerosystems dürfte da als schlechtes Beispiel gelten. Oder der Lieferant der Batterien für die 787?
[...] und hoffentlich nach wie vor mit ihren Akustikmessgeräten die Einhaltung der Vorgaben noch nachprüfen können. Lauschen wir mal.
Es gibt eine ICAO-Richtlinie für Fluglärm. Mir ist jetzt keine für den Innenpegel in Flugzeugen bekannt.
Das Problem was ich sehe, ist die Wärmedämmung. Bei dünneren Schichten und gleicher Dämmwirkung, wird die Dämmung steifer. Was aber wiederum schlecht für die Akustik ist. Für Handies ist die App von NIOSH ganz gut, um mal in der Kabine zu messen.
Beitrag vom 04.02.2026 - 17:07 Uhr
@GB,
mit dem Ausweisen von Gewinnen und den dazugehörigen Gewinnauschüttung hatte Boeing in der Vergangenheit sehr grosse Probleme.
Ich kann den Verkauf des Softwarebereiches nicht beurteilen. Die PR-Abteilung dürfte sich gefreut haben. Das Controling dürfte zurückhaltender sein.
Die alte 777 ist im Vergleich zum A380, A350 und B787 doch recht laut. Da sind Kopfhörer mit ANR doch gefragt.
Schaun wir mal!
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Einfach nur aus dem Sondereffekt des Verkaufens von Tafelsilber, sonst hätten da auch 2025 knapp 5 MRD $ Verlust zu Buche gestanden.
Und 53 MRD $ Schulden hat man darüberhinaus auch noch.
Allein fürs 777X Programm gab es gerade wieder weitere hohe Millardenabschreibungen.
Boeing hat mit dem Verkauf von Flugzeugen auch 2025 Verluste gemacht. Den Gewinn gab es, weil Boeing Jeppesen für 9,6 Milliarden Dollar verkauft hat. BCA (Boeing Commercial Aircraft) hat immer noch 7 Milliarden Verlust gemacht. Dazu hat Boeing noch 53 Milliarden Dollar Schulden.
Übrigens: Bei solch chronisch penibel geregelten Maschinen wie Luftfahrzeugen ist Wartung nicht etwa warten auf Ausfall, sondern (zumindest weitestgehend) geplantes Austauschen von Modulen vorab zur Vermeidung unverhoffter Betriebsstörungen, insoweit also recht präzise plan- und bezifferbar.
Kann man beziffern, wenn die Maschine zertifiziert ist. Denn in diesen Unterlagen steht drinnen, was wie oft gewartet werden muss. Daher ist die Aussage gewagt, die 777-9 müsste weniger gewartet werden. Ein A340 hat keine faltbaren Flügelspitzen; eine 777-9 dagegen schon.
Aber wenigstens gut, wenn nur Boeing seinen Ingenieurverstand abgewirtschaftet hat, Boeings Zuliefereringenieure werden noch nichts verlernt haben [...]
Boeing hat seine Zulieferer ziemlich ausgequetscht. Die ehemalige Spirit Aerosystems dürfte da als schlechtes Beispiel gelten. Oder der Lieferant der Batterien für die 787?
[...] und hoffentlich nach wie vor mit ihren Akustikmessgeräten die Einhaltung der Vorgaben noch nachprüfen können. Lauschen wir mal.
Es gibt eine ICAO-Richtlinie für Fluglärm. Mir ist jetzt keine für den Innenpegel in Flugzeugen bekannt.
Das Problem was ich sehe, ist die Wärmedämmung. Bei dünneren Schichten und gleicher Dämmwirkung, wird die Dämmung steifer. Was aber wiederum schlecht für die Akustik ist. Für Handies ist die App von NIOSH ganz gut, um mal in der Kabine zu messen.
mit dem Ausweisen von Gewinnen und den dazugehörigen Gewinnauschüttung hatte Boeing in der Vergangenheit sehr grosse Probleme.
Ich kann den Verkauf des Softwarebereiches nicht beurteilen. Die PR-Abteilung dürfte sich gefreut haben. Das Controling dürfte zurückhaltender sein.
Die alte 777 ist im Vergleich zum A380, A350 und B787 doch recht laut. Da sind Kopfhörer mit ANR doch gefragt.
Schaun wir mal!