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Aerion und Airbus fliegen 2021 mit Überschall

LAS VEGAS - Aerion und Airbus bringen den Überschallflug mit dem Business Jet AS2 in den zivilen Markt zurück. Bis Mitte 2016 werde ein Produktionsstandort in den USA feststehen, teilten die Partner Montag vor der NBAA in Las Vegas mit. Auch technisch nehme das Vorhaben erste Meilensteine.

Vorläufige Designs für eine Tragflächenstruktur aus Carbon, den Rumpf, ein platzsparendes Fahrwerk, das Treibstoffsystem und andere Komponenten liegen vor. "Wir sehen klare und umsetzbare technische Lösungen für einen Überschalljet und einen realistischen Fahrplan, um Aerion auf dem Weg zum Bau und zum Flug der Maschine zu helfen", bekräftigte Airbus-Manager Ken McKenzie in Las Vegas.

Aerion AS2
Aerion AS2, © Aerion

Der Entwicklungsplan von Aerion sieht einen Erstflug der AS2 2021 und die erste Auslieferung 2023 vor. Das Aerion-Projekt hat seine Wurzeln im Jahr 2002, wurde in der Finanzkrise 2008/2009 aber auf Eis gelegt. Seit letztem Jahr ist Airbus mit an Bord, steuert Komponenten und technisches Wissen bei.

Seine Produktionsanlagen will Aerion spätestens 2018 errichten. Standortvoraussetzungen seien ein rund 40 Hektar großes Gelände mit Zugang zu einem US-Flughafen, der über eine Startbahn von mindestens 2.700 Metern verfüge.

Über Land wird die AS2 effizient im Bereich Mach 0,95 bis 0,98 fliegen - hier hindern auch Lärmrestriktionen den Jet am Durchbrechen der Schallmauer. Für den Flug über See verspricht Aerion eine Geschwindigkeit von Mach 1,5, also die eineinhalbfache Schallgeschwindigkeit.

Die errechnete Reichweite gibt Aerion mit 4.750 nautischen Meilen bei Mach 1,4 und 5.300 nautischen Meilen bei Mach 0,95 an.

Kabinen von Lufthansa Technik


Die AS2 richtet sich in erster Linie an sehr wohlhabende Privatkunden und an internationale Großkonzerne mit eigenen Business-Jet-Flotten. Im Mai legte Aerion den Listenpreis für 2015 auf 120 Millionen US-Dollar fest. Die ersten 50 Kunden sollen Rabatt erhalten.

Auch erste Zulieferer für das AS2-Programm stehen inzwischen fest. Mit der Entwicklung der Kabine mandatierte Aerion das Joint Venture Inairvation der Lufthansa Technik AG und der F. List GmbH. Ein Triebwerkspartner soll im ersten Halbjahr 2016 bestimmt werden.

"Wir werden einen Antrieb auswählen, der unsere Leistungsanforderungen mit möglichst geringen technischen Änderungen erfüllt", sagte Aerion-Chef Doug Nichols in Las Vegas. Lösungen auf Basis heute verfügbarer Triebswerke seien "in Sicht".

Die Nische des zivilen Überschallflugs ist seit dem Ende der Concorde-Flüge im Jahr 2003 unbesetzt. Allerdings schläft auch die Konkurrenz nicht. In den USA arbeitet Spike Aerospace ebenfalls an einem Überschall-Passagierjet, der Supersonic Spike S-512. Das Flugzeug für bis zu 18 Passagiere soll ebenfalls Anfang der 2020er Jahre erstmals ausgeliefert werden.
© aero.de, Bloomberg, dpa-AFX | Abb.: Aerion | 17.11.2015 09:04

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Beitrag vom 27.11.2015 - 09:35 Uhr
@ augustinus

Die sollen lieber mal eine ACJ-Variante vom A400M bauen. Wäre dann ein ACJ400, das M fällt ja dann weg. Da hat man dann den Kabinenkomfort einer ACJ320, kann aber auf jeder Wiese landen :-)
Und man kann gleich noch seinen Sportwagen mitnehmen.

Eine der letzten Airbus Patentschriften über die hier berichtet wurde hat genau das gezeigt (habe den Bericht leider nicht gefunden). Allerdings war die A400 dort als doppelstöckiger Twinjet dargestellt - ohne Heckportal. Ich denke, die A400 ließe sich am ehesten zu einem Container-Flugzeug weiter entwickeln. Insbesondere wenn die Verbindungsleitungen bereits jetzt im "Rückgrat" liegen.
Beitrag vom 26.11.2015 - 20:34 Uhr
Auch eine coole Idee!

Mal abgesehen davon bräuchte die betuchte Gesellschaft keine aufwendige faltbare Treppe wie sie aktuell im ACJ verbaut wird. Luke auf und mit alle Mann ab auf die Piste ;D
Auch der kurzfristige und showmäßige Abgang per Fallschirm ist in dem Muster ja eh schon implementiert.

Platz ist genug da und auch modular schon vorgesehen. Immer dem Szenario angepasst. Die Ski-Saison startet gerade. Mit der A400ACJ ist übrigens LFLJ (Courchevel) eine Lachnummer.

Ich gebe auch ein "Go" für die A400ACJ!


Dieser Beitrag wurde am 26.11.2015 20:34 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.11.2015 - 11:21 Uhr
Ich weiß auch nicht, wer für diesen relativ kurzen Strecken auf so einen Geschwindigkeitsvorsprung angewiesen ist. Vor allem, weil das Ding vermutlich eh nur auf den langen Landebahnen außerhalb der Städte landen kann.

Wenn Ultraschall, dann auf der Langstrecke. Da hat man dann einfach den Komfort, dass man keine 13 Stunden unterwegs ist.

Die sollen lieber mal eine ACJ-Variante vom A400M bauen. Wäre dann ein ACJ400, das M fällt ja dann weg. Da hat man dann den Kabinenkomfort einer ACJ320, kann aber auf jeder Wiese landen :-)
Und man kann gleich noch seinen Sportwagen mitnehmen.


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