Operativer Gegenwind
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Condor hält das Geld zusammen

Condor Airbus A321-211
Condor Airbus A321, © Condor

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FRANKFURT - Der Ferienflieger Condor fliegt in der aktuellen Saison auf Sparkurs. Nach einem operativen Verlust (Ebit) von umgerechnet knapp 12 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 (30. September) hat die Tochter des Reisekonzerns Thomas Cook ein Sparprogramm aufgesetzt.

"Fasttrack" soll das Ergebnis um rund 40 Millionen Euro verbessern. Bei Condor und den Thomas Cook Airlines fallen rund 100 Verwaltungsstellen weg. Vier Boeing 757-300 gebe Condor an die britische Schwestergesellschaft ab, wie ein Sprecher am Montag in Frankfurt bestätigte.

Zuvor hatten die "Sueddeutsche Zeitung" und die "Börsenzeitung" berichtet. "Wir wollen noch einmal deutlich Kosten aus dem System nehmen", sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup der "Sueddeutschen". Letztes Jahr seien 6 Prozent weniger Passagiere geflogen und die Auslastung habe sich leicht verschlechtert.

Condor war im vergangenen Jahr wie andere Fluggesellschaften vom Einbruch des türkischen Markts überrascht worden und musste 1,1 Millionen Passagiere umbuchen. Die Durchschnittserlöse gerieten unter Druck.

Investitionen in neue Langstreckenjets schiebt Condor jetzt weiter auf - vorerst fliegt die Airline ihre teils doch schon betagten Boeing 767 weiter.

KTV-Abschluss belastet Condor


Die Fluggesellschaft leidet den Angaben zufolge auch unter den hohen Gehältern ihrer Piloten, die zum Teil noch nach dem kostspieligen Konzerntarifwerk der früheren Mutter Lufthansa bezahlt werden. Nach dem dort gefundenen Gehaltsabschluss kommen neue Kosten auf die Condor zu.

Eigentlich sollten die noch rund 130 KTV-Piloten längst in den Cockpits der Lufthansa sitzen. Ihre Übernahme hat sich aber verzögert, weil die Lufthansa-Flotte zuletzt nicht mehr gewachsen ist.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: world-of-aviation.de, Björn Schmitt Aviation Photography | 27.02.2017 17:32

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Beitrag vom 28.02.2017 - 22:13 Uhr
@Viri
Zu den Betriebkosten insgesamt 787 zu 767 kann ich natürlich nichts sagen da es dazu keine öffentlichen Zahlen gibt. Und die 757 will Condor ja bei Thomas Cook eintauschen gegen 767, das Argument mit den Crews ist also nicht wirklich relevant.

Aber doch nicht komplett! Da gehen jetzt 3 oder 4 rüber im Austausch für 2 767, die im übrigen noch ranziger sind als die, die man jetzt eh schon hat. Die werden wahrscheinlich mehr Delays verursachen als sie fliegen, aber seis drum. Die restliche 757 Flotte bleibt bestehen. Damit ist das Argument sehr wohl ein wichtiger Faktor, gerade, weil man momentan eher zu wenig Piloten hat als zu viel. Da ist es gut, wenn man von der Kurzstrecke den ein oder anderen Piloten abzwacken kann.

Im Übrigen frage ich mich sowieso, wo Personal eingespart werden soll. In Cockpit und Kabine kann es schonmal nicht sein. Wenn LH noch auf den Trichter kommt, ihre überlassenen Arbeitnehmer einzufordern, wirds eng...

Dieser Beitrag wurde am 28.02.2017 22:16 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.02.2017 - 15:57 Uhr
@gpower
ich meine mal was gelesen zu haben daß EW Interesse am A321neo-LR hat. Zumindest Norwegian hat die Bestellung schon auf die LR Variante geändert:

 https://www.flightglobal.com/news/articles/farnborough-airbus-has-boeings-mom-market-with-a-427527/

@Viri
Zu den Betriebkosten insgesamt 787 zu 767 kann ich natürlich nichts sagen da es dazu keine öffentlichen Zahlen gibt. Und die 757 will Condor ja bei Thomas Cook eintauschen gegen 767, das Argument mit den Crews ist also nicht wirklich relevant.


Beitrag vom 28.02.2017 - 13:55 Uhr
Am Ende ist es eine Kalkulationsfrage, und zurzeit scheint es sich noch zu rechnen, die 767 weiter zu betreiben.

Es kann sein, dass sich das aktuell rechnet. Aber es ist einfach so, das Condor da auch gar keine Wahl hat. Der Mutterkonzern Thomas Cook ist vor wenigen Jahren haarscharf an der Pleite vorbeigeschrammt. Der Laden ist immer noch nicht wirklich gesund und kann eine Flottenerneuerung bei Condor schlicht nicht finanzieren. Das hat man auch eingeräumt und deswegen einen strategischen Partner gesucht, der bei Condor einsteigt. Offenbar hat man keinen gefunden.





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