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Easyjet Europe hat Startfreigabe

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Easyjet Europe Airbus A320W OE-IAV, © Easyjet Europe

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LUTON - Easyjet rechnet trotz der Turbulenzen rund um den Brexit mit mehr Gewinn. Die vor dem Abflug stehende Unternehmenschefin Carolyn McCall kündigte für das letzte Geschäftsjahr unter ihrer Führung einen bereinigten Vorsteuergewinn von 380 bis 420 Millionen britischen Pfund an.

Das sind im Mittel gut 30 Millionen mehr als bislang gedacht. Allerdings macht das wachsende Flugangebot in Europa der Airline auch zu schaffen: Die Ticketpreise dürften im Sommer und im kommenden Jahr sinken, schätzt McCall.

Dabei räumt die Managerin ein, dass sie für die wachsende Zahl von Flügen selbst mitverantwortlich ist. Das Wachstum komme von der irischen Rivalin Ryanair, von Easyjet selbst und von der ungarischen WizzAir, sagte sie in einer Telefonkonferenz. Zwar signalisierten verschiedene Airlines, Kapazität aus dem Markt zu nehmen. In Wirklichkeit wachse sie aber weiter, wenn auch nicht mehr so schnell wie vor einem Jahr.

An der Börse geriet die Easyjet-Aktie trotz erhöhter Gewinnprognose in Turbulenzen. Zusammen mit anderen Papieren aus der Branche sackte ihr Kurs nach anfänglichen Gewinnen um vier Prozent ins Minus. Aktienhändler fanden zunächst keine eindeutigen Gründe.

Nach der zuletzt starken Kursentwicklung schienen Investoren verstärkt Kasse zu machen, sagte einer von ihnen. Möglicherweise verlagerten auch Großanleger ihr Engagement von der Luftfahrt in eine andere Branche.

Easyjet Europe fliegt

Derweil ist die neue Easyjet-Tochter in Österreich startklar, die dem Konzern die europäischen Flugrechte nach dem EU-Austritt Großbritanniens sichern soll. Die neue Fluglizenz liege vor, sagte McCall.

Nur einen Tag nach Erteilung der Betriebsbewilligung (AOC) startete am Donnerstag bereits das erste in Österreich registrierte Flugzeug. Um 7 Uhr hob ein Airbus A320 Sharklet mit der neuen Registrierung OE-IVA in Luton ab und landete um 10:35 Uhr erstmals im neuen Hauptquartier in Wien.

Insgesamt plant Easyjet Europe bis März 2019 die Ummeldung von 110 Flugzeugen, spätestens jedoch zum EU-Austritt von Großbritannien.

Als Chef von Easyjet Europe wurde Thomas Haagensen ernannt. Haagensen arbeitet seit 2008 für Easyjet, zuletzt als Direktor für Deutschland, Österreich und die Schweiz. In seiner neuen Position ist Haagensen unter anderem für die Leitung aller lokalen EU-Teams verantwortlich. Dazu wird er auch den Transfer der Mitarbeiter und der Flugzeuge zur neuen Airline leiten. Aktuell beschäftigt Easyjet in sechs EU-27 Staaten rund 4.000 Mitarbeiter.

Easyjets Europa-Management ist auch für die operative Aufsicht aller unter österreichischem AOC betriebenen Flugzeuge zuständig sowie für Strategie und Finanzen des Unternehmens. Die behördliche Aufsicht der Flotte obliegt der österreichischen Austro-Control.

Wie viele neue Jobs in diesem Zuge in Wien entstehen werden, ließ McCall offen. Es werde dort ein kleines Büro geben. Aus Großbritannien werde niemand nach Österreich wechseln, stellte sie klar.

Volle Flieger


Zu McCalls optimistischeren Erwartungen für das Geschäftsjahr bis Ende September trugen vor allem kräftig steigende Passagierzahlen und Ticketerlöse bei. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni beförderte Easyjet 22,3 Millionen Fluggäste und damit fast elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch waren die Flugzeuge besser gefüllt.

Je Fluggast nahm Easyjet fast fünf Prozent mehr ein als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg dabei um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Pfund. Das lag allerdings zu einem Gutteil an dem späten Ostertermin im April. Im Vorjahr war Ostern in den März und damit in Easyjets zweites Geschäftsquartal gefallen. Ohne den Ostereffekt wären der Erlös je Sitzplatz gefallen, räumte Finanzchef Andrew Findlay ein.

Zudem sind in den Umsatzerlösen Wechselkurseffekte enthalten. So hat das britische Pfund nach dem Votum der Briten für den EU-Austritt deutlich an Wert verloren. Einnahmen in Euro sind umgerechnet in Pfund daher jetzt merklich mehr wert. Währungsschwankungen herausgerechnet, konnte Easyjet die Betriebskosten je Sitz um 5,5 Prozent senken. Ohne den günstigen Treibstoffpreis wären sie um 1,6 Prozent gestiegen.

Airline sucht Chef


Auf der Suche nach einer neuen Chefin oder einem neuen Chef schaut sich Easyjet laut McCall nun innerhalb und außerhalb des Unternehmens um. Es gebe keinen Zeitplan, bis wann ein Nachfolger für sie gefunden sein solle, sagte sie. Die Managerin hatte vor wenigen Tagen angekündigt, Easyjet Ende 2017 zu verlassen. Anfang 2018 übernimmt sie die Führung des britischen Fernsehsenders ITV.
© dpa-AFX, aero.de, aero.at | Abb.: Easyjet | 20.07.2017 09:35


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