US-Sanktionen
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Serienproduktion der MS-21 verzögert sich

Irkut MS-21
Irkut MS-21, © Irkut

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ABU DHABI - Die Indienststellung der Irkut MS-21 wird sich nach Angaben von Rostec-Chef Sergey Chemezov weiter verzögern. Schuld daran seien die Auswirkungen der US-Sanktionen gegen Russland auf Zulieferer und Produktionsanlagen. Außerdem wird das Programm wohl deutlich teurer.

Es war ein ernüchterndes Fazit, das Rostec-CEO Chemezov Anfang der Woche auf der International Defence Exhibition (IDEX) in Abu Dhabi zog.

Vor rund vier Monaten war bekannt geworden, dass der russische Staatskonzern die Verantwortung für das MS 21-Programm von der United Aircraft Corporation (UAC) übernommen hat. Nun musste Chemezov zähneknirschend eingestehen, dass die von den USA gegen Russland verhängten Sanktionen dem Programm doch weit mehr zusetzen als ursprünglich verlautbart.

Eine laufende Prüfung durch Rostec habe ergeben, dass die ersten Serienflugzeuge dadurch nicht wie geplant 2020, sondern frühestens ein Jahr später an Kunden ausgeliefert werden könnten. Um die Entwicklung der MS 21 zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, seien zudem weitere Investitionen in Höhe von 240 bis 250 Milliarden Rubel (3,23 bis 3,36 Milliarden Euro) notwendig.

Bisher waren für das Programm bis 2025 Entwicklungskosten von etwa 5,8 Milliarden Euro veranschlagt. "Um ehrlich zu sein, sind wir von dem Unternehmen, das wir auditiert haben, nicht sonderlich beeindruckt", gab Chemezov mit Blick auf UAC zu verstehen.

Für das neue russische Verkehsflugzeug waren eigentlich Verbundwerkstoffkomponenten vorgesehen, die von den US-Zulieferern Hexcel und Toray produziert werden sollten. Die US-Sanktionen machen diiesem Deal jedoch bis auf Weiteres einen Strich durch die Rechnung - Russland ist bei der Suche nach Alternativen auf heimisches Knowhow beschränkt.

Doch dort hat man diesbezüglich bislang wenig Erfahrung. "Die zusätzlichen Investitionen sind daher notwendig, um die neuen Herausforderungen in der Lieferkette und bei der Produktion zu meistern", so der Rostec-Chef. Rostec habe bereits das Unternehmen Rosatom mit der Entwicklung und Qualifizierung alternativer Verbundwerkstoffe aus russischer Produktion beauftragt.

Hoffen auf Pratt & Whitney

Auch bei den Triebwerken setzten die MS 21-Entwickler bislang auf Technik aus den USA. Die erste Charge von 50 bis 60 MS-21 sei für die Verwendung des PW1400G-Getriebefans von Pratt & Whitney ausgelegt, machte Chemezov klar. Allerdings erwartet Rostec trotz der widrigen Umstände, dass Pratt & Whitney seinen Vertrag über die Lieferung der entsprechenden Triebwerksanzahl erfüllt.

Mittelfristig soll die MS 21 mit dem russischen Pendant zum PW1400G, dem PD14-Turbofan der Rostec-Tochter United Engine Corporation bestückt werden. "Wir haben bereits einen eigenen Motor entwickelt und alle Tests sind abgeschlossen", so Sergey Chemezov weiter.
© FLUG REVUE - PZ | Abb.: Irkut | 24.02.2019 10:43


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