Tarifstreit
Älter als 7 Tage

Verdi und Flughafen Hamburg zu Sondergesprächen bereit

TUIfly in Hamburg
TUIfly in Hamburg, © HAM

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HAMBURG - Im festgefahrenen Tarifkonflikt beim Bodenpersonal wollen Verdi und der Flughafen Hamburg Anfang kommender Woche Gespräche aufnehmen. Zuvor hatte der Betreiber der Bodenverkehrsdienste (BVD) am Hamburger Flughafen die Gewerkschaftsforderungen kritisiert.

"Wenn wir noch einen Schritt weiter auf die überzogenen Verdi-Forderungen eingehen, können wir das Geschäft wirtschaftlich so nicht mehr betreiben", sagte der Geschäftsführer der HAM Ground Handling, Christian Noack, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gewerkschaft Verdi müsse sich entscheiden, ob sie kurzfristig mehr Geld oder langfristig Jobs erhalten wolle. "Wir sind an einem Scheideweg angekommen." Ein BVD-Verkauf sei ein durchaus realistisches Szenario: Auch an anderen Standorten hätten sich Flughafen-Betreiber aus dem Geschäftsfeld zurückgezogen.

Die Tarife werden in Hamburg für fast 1.000 Beschäftigte in der Gepäckabfertigung, der Flugzeugreinigung und im Bustransfer ausgehandelt. In fünf Tarifrunden gab es keinen Durchbruch, die nächste ist für den 20. März angesetzt.

Bis dahin hatte Verdi einen weiteren Warnstreik nicht ausgeschlossen, nun wertete sie die Ankündigung der Gespräche als gutes Zeichen: "Damit hat der Arbeitgeber erstmalig ein Signal gesetzt. Die Tarifkommission wird das Gesprächsangebot und seine Inhalte prüfen", hieß es am Freitagabend.

Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Tariferhöhung von acht bis zwölf Prozent, bei einer Laufzeit von 20 Monaten, sowie angemessenere Zeit- und Schichtzuschläge, erläuterte Verdi-Verhandlungsführerin Irene Hatzidimou das jüngste Verdi-Angebot. Die Arbeitgeberseite hat nach eigenen Angaben aktuell eine Lohnerhöhung von 7,0 Prozent angeboten, bei 24 Monaten Laufzeit.

Das Unternehmen sei bis an die Grenze dessen gegangen, was bei den BVD im Luftverkehrsmarkt wirtschaftlich leistbar ist, teilte Noack mit. Seit dem Jahr 2000 seien die Marktpreise für Bodendienste um rund 60 Prozent zurückgegangen. Außerdem sei es nach europäischen Richtlinien verboten, die BVD durch Mittel der Muttergesellschaft Flughafen Hamburg GmbH zu subventionieren.

Der HAM-Chef warf den Gewerkschaftsvertretern ein moralisch fragwürdiges Vorgehen vor. Die Gewerkschaft versuche unverhältnismäßig Macht auszuüben, indem sie mit ihrer Streikdrohung in der Ferienzeit vor allem Familien den Urlaub vermassele. "Viele haben lange dafür gespart."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Flughafen Hamburg | 08.03.2019 19:01


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