Flug ET302
Älter als 7 Tage

Ermittler: MCAS bei Ethiopian-Absturz aktiv

Airlinechef Tewolde Gemremariam an der Absturzstelle
Airlinechef Tewolde Gemremariam an der Absturzstelle, © Ethiopian Airlines

Verwandte Themen

ADDIS ABEBA - In den Ermittlungen zum Absturz einer Boeing 737 MAX 8 von Ethiopian Airlines verdichten sich die Hinweise auf Parallelen zum vorausgegangenen Totalverlust einer baugleichen Maschine bei Lion Air.

Die Fehlfunktion eines Anstellwinkelsensors hat vor dem Absturz von Ethiopian Airlines Flug 302 den umstrittenen Fluglagekorrektor MCAS aktiviert, verlautet aus Ermittlerkreisen. Äthiopien will in Kürze einen Eröffnungsbericht zu dem Unfall vom 10. März mit 157 Toten vorlegen.

Das MCAS setzte demnach mehrfache "Nose-down"-Impulse, die Piloten verloren schließlich die Kontrolle über das Flugzeug. Bestätigt sich dieser Verdacht, wäre dies der bislang stärkste Hinweis auf Parallelen zu Lion Air-Flug 610 - die 737 MAX 8 war Ende Oktober 2018 mit 189 in die Javasee gestürzt.

Auslegung und Zulassung des MCAS sind derzeit Gegenstand von Untersuchungen, die in den Vereinigten Staaten gegen Boeing und die US-Luftfahrtaufsicht FAA anlaufen. Boeing hat in dieser Woche ein Softwareupdate vorgestellt, dass den Regelbereich des MCAS einschränkt und stets zwei AoA-Sensoren als Datenquellen heranzieht.

Die 737 MAX 8 bleibt derzeit international gegroundet.
© aero.de, Bloomberg News | 30.03.2019 08:02

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 05.04.2019 - 11:06 Uhr
Wurden die ersten MAX mit Version 1.0 ausgeliefert?
Wie vergibt Boeing die Versionsnummern bei MCAS?
Falls Boeing allerdings alle zwei oder drei Monate Änderungsbedarf am Kern von MCAS sah, wäre das schon bedenklich.
Beitrag vom 05.04.2019 - 08:44 Uhr
Nochmal was anderes: Das "neue", korrigierte MCAS hat ja laut Boeing die Version 12.1, die fehlerhafte Version war die 12.0.
Das klingt jetzt nicht wie ein neues System für die MAX8, sondern als wäre die Entwicklung schon länger aktiv.
Ist MCAS auch in anderen Versionen der 737 oder in anderen Boeing Modellen verbaut, vielleicht unter anderem Namen/Abkürzung?
Und wären diese anderen Versionen (auch andere Muster) dann auch von den beiden bekannten MCAS Problemen der MAX8 betroffen?

Dieser Beitrag wurde am 05.04.2019 08:45 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.04.2019 - 07:51 Uhr
Ja und ?
@Raptor X:

Da stellt sich immer noch die Frage warum es nicht ausgeschaltet wurde ?
Am einfachsten über die Stabilizer Trimm Cutoff Switches,
die schon von Anfang an in der 737 verbaut sind.
Nach ein paar Google Klicks kann man auch erfahren, dass MCAS auch bei Autopilot ON und ab Flaps 1
deaktiviert ist.
Selbst wenn keiner Kenntnis über das eingebaute MCAS hatte, so sollte in diesem Fall, dass Trimm Runaway Procedure abgearbeitet werden. Dies hätte dann zur manuellen Trimmung der 737 geführt und den automatischen Nose down Trimm gestoppt.
Egal wie gut oder schlecht Boeing das MCAS konstruiert und eingebaut hat....

Ich hoffe inständig, das unser Mitforist nur Armchair Pilot ist. So überheblich war Boeing bis gestern auch. Spätestens nach dem LION Unfall hätte es einer umfassenden Analyse bedurft um weitere (bis her einen) Unfall unvermeidlicher zu machen.

Genau dieses: Einfach zwei Schalter umlegen statt tiefer zu bohren wird jetzt zu Recht Boeing viel Geld und Reputation kosten und ich hoffe einigen Piloten sehr zu denken geben.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 05/2024

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden