MÜNCHEN - Die Bundesregierung hat für 2026 mehr Rückführungen angekündigt, unter anderem nach Afghanistan - auch per Linienflug. Ein Intensivtäter wurde vor dem Jahreswechsel mit einem regulären Ticket in sein Heimatland abgeschoben. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo sieht eine "erhebliche Belastung" für Flugpersonal.
Ein 28-jähriger aus Afghanistan stammender Intensivtäter ist aus Bayern ist Mitte Dezember per Linienflug in seine Heimat abgeschoben worden. Weitere Abschiebungen nach Afghanistan würden bereits geplant, sagt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Seinen Angaben zufolge wurde der nun abgeschobene Afghane nach Verbüßung einer eineinhalbjährigen Strafhaft in sein Herkunftsland gebracht.
Zuvor hatte die Bundesregierung Straftäter mit Charterflügen abgeschoben - das ist organisatorisch aufwendig und teuer. Rückführungen per Linienflug seien "ein ganz wichtiger Fortschritt, der die Flexibilität bei Abschiebungen nach Afghanistan erhöht und Zeit spart", argumentierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
Bundespolizisten begleiteten StraftäterDer Mann sei auf dem Flug von Bundespolizisten begleitet und dann in Kabul den Behörden übergeben worden, teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage mit. Dem Vernehmen nach lief die Rückführung über Istanbul.
Dobrindt sagte der "Bild"-Zeitung: "Es liegt in unserem Interesse, dass Straftäter und Gefährder aus Afghanistan unser Land verlassen müssen. Wer in Deutschland Straftaten begeht, verwirkt sein Bleiberecht. Jetzt beginnen wir mit Abschiebungen nach Afghanistan und weiten diese Schritt für Schritt aus."
"Erhebliche Belastung für das Kabinenpersonal"Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo fürchtet durch die neue Praxis eine "erhebliche Belastung für das Kabinenpersonal" und warnt vor Gefahren für die Flugsicherheit. "Die Abschiebung von verurteilten Intensivtätern torpediert das Ziel einer geordneten und sicheren Flugdurchführung."
Die Gewerkschaft fordert "einen sofortigen Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan auf zivilen Linienflügen" - Rückführungen sollten stattdessen durch "staatliches personal mit staatseigenen Transportmitteln" durchgeführt werden.
"Die Entscheidung der Bundesregierung, via Linienflug nach Afghanistan abzuschieben, tritt die Gewissensfreiheit von Kabinenbeschäftigten mit Füßen”, sagte Ufo-Vorstandsvorsitzender Joachim Vázquez Bürger. "Die aktuellen Entwicklungen zeigen erneut: Es ist nicht hinnehmbar, dass Abschiebungen über den zivilen Linienverkehr erfolgen."
Die Bundesregierung will die neue Linie durchziehen. "Künftig sollen Rückführungen nach Afghanistan regelmäßig stattfinden", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Das Bundesinnenministerium habe sich darüber mit Vertretern der afghanischen de facto Regierung verständigt.
© aero.de, dpa | Abb.: Airbus | 07.01.2026 06:20
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Beitrag vom 13.01.2026 - 08:54 Uhr
Ob Abschiebungen gut oder schlecht sind, entzieht ich für mich einer pauschalen Beurteilung. Aber gewisse Bedenken des Kabinenpersonals kann ich durchaus nachvollziehen. Es ist in diesem Thread bereits gesagt worden, dass die Flugbegleiter - gemeinsam mit den Passagieren im Übrigen - "an vordester Front" sind, wenn ein »Schübling« (ich finde den Begriff in Analogie zu »Häftling« gar nicht so abwegig und ebenso viel oder wenig abwertend wie »Häftling«) während des Fluges die Nerven verliert. Ich habe keine Vorstellung, wie oft so etwas passiert, aber für ausgeschlossen halte ich es nicht. Gegen den eigenen Willen abgeschoben zu werden dürfte für den Betroffenen eine psychische Ausnahmesituation darstellen (vollkommen unabhängig davon, ob die Abschiebung gerechtfertigt ist oder nicht wohlgemerkt!). Verzweiflung, Ängste und Unsicherheiten dürften im Spiel sein - vielleicht auch ein Gefühl der Blamage, wenn man als »Schübling« für die Allgemeinheit zu erkennen ist (ob dem so ist entzieht sich meinem Wissen). Wenn es sich nun um jemanden handelt, der wegen eines Gewaltverbrechens abgeschoben wird, halte ich es für nicht ausgeschlossen, dass derjenige wieder gewalttätig wird und es kann aus meiner Sicht nicht angehen, dass dieses Problem dann Flugbegleiter und Passagiere zu lösen haben.
Von Abschiebung (oder Rückführung - wem dieser Begriff besser gefällt - beide sind gebräuchlich…) betroffen sind Ausländer, die vollziehbar ausreisepflichtig sind und der Aufforderung zur Ausreise wiederholt nicht nachgekommen sind.
Für die Versagung/Entziehung eines Aufenthaltsstatus (derer gibt es mehrere) gibt es verschiedene Gründe. Ein häufiger ist die Ablehnung eines Asylgesuches plus, daß keine rechtlichen oder tatsächlichen Hemmnisse für eine Rückführung bestehen, sodaß auch eine Duldung versagt wird.
Der Normalfall ist, daß Schüblinge unbegleitet in ihr Heimatland rückgeführt werden. Diese Menschen sind abgesehen von ausländerrechtlichen Verstößen überwiegend nicht kriminell. Viele stimmen einer Rückführung letztlich dann doch zu, z.B. weil sie
- in Deutschland keine Perspektive mehr für sich sehen oder
- sich abgefunden haben oder
- wissen, daß sie eh bald wieder da sind oder
- die Abschiebung als preiswerte Heimreise verstehen (kein Witz).
Von diesen Menschen geht keine größere Gefahr aus, als vom Durchschnittspassagier. Das ist Alltagsgeschäft. Sie werden diese Menschen, wenn Sie neben ihnen sitzen, auch nicht erkennen.
Und es sind auch Staatsangehörige von Ländern darunter, von denen man das nie erwarten würde.
Wer nicht abgeschoben werden will, der taucht ab, oder, wenn ihm das nicht gelungen ist, leistet auf dem Weg zum Flugzeug Widerstand (oder verletzt sich selbst oder täuscht eine Krankheit vor oder …oder…). Von diesem Widerstand sind Bedienstete verschiedener beteiligter Behörden betroffen. Für diese besteht daher tatsächlich ein erhöhtes Risiko. Das kommt auch relativ häufig vor.
Ein Schübling, der sich auf dem Weg zum Flugzeug gewaltsam widersetzt, wird jedoch nie unbegleitet in ein Flugzeug gesetzt, und die Crew kann dann zusehen, wie sie zurechtkommt.
Bei einem Schübling, der begleitet abgeschoben wird, kann man davon ausgehen, daß unbegleitete Abschiebeversuche zuvor am Widerstand des Schüblings gescheitert sind.
Natürlich kann ein unbegleiteter Schübling seine Meinung auch noch während des Fluges ändern. Das kommt auch vor, aber selten. Es ergibt auch für den Schübling keinen Sinn. Im ungünstigsten Fall findet er sich mittellos im Knast eines Landes wieder, das weder Deutschland noch sein Heimatland ist, dessen Sprache er nicht spricht und zu dem er keine Beziehung hat.
Daß ein Schübling von der Crew nicht als normaler Passagier wahrgenommen wird, ist nachvollziehbar, auch daß ein solcher Passagier Streß oder Unbehagen auslöst. Mitarbeiter auf eine solche Aufgabe vorzubereiten, ist die Aufgabe von Vorgesetzten. Das geht entweder kooperativ oder autoritär. Wie man bisher lesen konnte, finden sich für beide Varianten Anhänger unter den Conforisti. Ich hoffe, daß mein Beitrag in dieser Hinsicht hilfreich ist.
Dieser Beitrag wurde am 13.01.2026 16:18 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.01.2026 - 10:16 Uhr
...und Ihre 'Argumente' in der Regel keine,
meistens nur verquirltes 'nur ich habe den Durchblick weltweit' egozentrisches Geschreibsel und der Rest Gepöbel und Beleidigungen.
Vorsicht an der Bahnsteigskante.
https://www.aero.de/forum/Kommentare-zu-aktuellen-Nachrichten/1/Eurowings-legt-Wachstumsplaene-auf-Eis
Jetzt machen Sie mich neugierig, der Link funktioniert leider nicht und den Artikel kann ich nicht finden. Können Sie helfen? Danke
Hab es dann doch gefunden, liegt ja einiges zurück. Aber immer noch aktuell ;-)
Beitrag vom 12.01.2026 - 09:46 Uhr
> > > > > Schübling
> > > >
> > > > @Tino Riva: Wo ist denn diese Ausgeburt des Neusprech-Extremismus entstanden?
> > >
> > > Was soll diese dämliche Frage? Wenn man ein Wort nicht kennt, kann man es auch einfach nachschlagen.
> >
> > Laut dem Duden-Link von Contrail ist das ein "Jargon, oft abwertend, besonders österreichisch". Es wäre prima, wenn Sie hier, wie die meisten anderen, ebenfalls abwertenden Jargon vermeiden könnten.
>
> Der Duden ist da offenbar falsch informiert.
Eher Sie selbst.
Daher schlage ich vor, Sie schlagen demnächst selbst die abwertenden Bezeichnungen nach, die Sie zu verwenden gedenken - bevor Sie sie benutzen.
Heute Vormittag haben Sie den Begriff noch gar nicht gekannt - und heute Nachmittag spielen Sie sich hier als Sprachpolizei auf.
Wer hat Sie eigentlich dazu ernannt?
Selbstermächtigung?
Keiner natürlich aber er spielt hier schon länger Forumspolizei und nicht erst seit gestern Vormittag also Obacht.
Seine Autoritätsargumente sind mal besser mal schlechter.
...und Ihre 'Argumente' in der Regel keine,
meistens nur verquirltes 'nur ich habe den Durchblick weltweit' egozentrisches Geschreibsel und der Rest Gepöbel und Beleidigungen.
Vorsicht an der Bahnsteigskante.
https://www.aero.de/forum/Kommentare-zu-aktuellen-Nachrichten/1/Eurowings-legt-Wachstumsplaene-auf-Eis
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Von Abschiebung (oder Rückführung - wem dieser Begriff besser gefällt - beide sind gebräuchlich…) betroffen sind Ausländer, die vollziehbar ausreisepflichtig sind und der Aufforderung zur Ausreise wiederholt nicht nachgekommen sind.
Für die Versagung/Entziehung eines Aufenthaltsstatus (derer gibt es mehrere) gibt es verschiedene Gründe. Ein häufiger ist die Ablehnung eines Asylgesuches plus, daß keine rechtlichen oder tatsächlichen Hemmnisse für eine Rückführung bestehen, sodaß auch eine Duldung versagt wird.
Der Normalfall ist, daß Schüblinge unbegleitet in ihr Heimatland rückgeführt werden. Diese Menschen sind abgesehen von ausländerrechtlichen Verstößen überwiegend nicht kriminell. Viele stimmen einer Rückführung letztlich dann doch zu, z.B. weil sie
- in Deutschland keine Perspektive mehr für sich sehen oder
- sich abgefunden haben oder
- wissen, daß sie eh bald wieder da sind oder
- die Abschiebung als preiswerte Heimreise verstehen (kein Witz).
Von diesen Menschen geht keine größere Gefahr aus, als vom Durchschnittspassagier. Das ist Alltagsgeschäft. Sie werden diese Menschen, wenn Sie neben ihnen sitzen, auch nicht erkennen.
Und es sind auch Staatsangehörige von Ländern darunter, von denen man das nie erwarten würde.
Wer nicht abgeschoben werden will, der taucht ab, oder, wenn ihm das nicht gelungen ist, leistet auf dem Weg zum Flugzeug Widerstand (oder verletzt sich selbst oder täuscht eine Krankheit vor oder …oder…). Von diesem Widerstand sind Bedienstete verschiedener beteiligter Behörden betroffen. Für diese besteht daher tatsächlich ein erhöhtes Risiko. Das kommt auch relativ häufig vor.
Ein Schübling, der sich auf dem Weg zum Flugzeug gewaltsam widersetzt, wird jedoch nie unbegleitet in ein Flugzeug gesetzt, und die Crew kann dann zusehen, wie sie zurechtkommt.
Bei einem Schübling, der begleitet abgeschoben wird, kann man davon ausgehen, daß unbegleitete Abschiebeversuche zuvor am Widerstand des Schüblings gescheitert sind.
Natürlich kann ein unbegleiteter Schübling seine Meinung auch noch während des Fluges ändern. Das kommt auch vor, aber selten. Es ergibt auch für den Schübling keinen Sinn. Im ungünstigsten Fall findet er sich mittellos im Knast eines Landes wieder, das weder Deutschland noch sein Heimatland ist, dessen Sprache er nicht spricht und zu dem er keine Beziehung hat.
Daß ein Schübling von der Crew nicht als normaler Passagier wahrgenommen wird, ist nachvollziehbar, auch daß ein solcher Passagier Streß oder Unbehagen auslöst. Mitarbeiter auf eine solche Aufgabe vorzubereiten, ist die Aufgabe von Vorgesetzten. Das geht entweder kooperativ oder autoritär. Wie man bisher lesen konnte, finden sich für beide Varianten Anhänger unter den Conforisti. Ich hoffe, daß mein Beitrag in dieser Hinsicht hilfreich ist.
Dieser Beitrag wurde am 13.01.2026 16:18 Uhr bearbeitet.
meistens nur verquirltes 'nur ich habe den Durchblick weltweit' egozentrisches Geschreibsel und der Rest Gepöbel und Beleidigungen.
Vorsicht an der Bahnsteigskante.
Jetzt machen Sie mich neugierig, der Link funktioniert leider nicht und den Artikel kann ich nicht finden. Können Sie helfen? Danke
Hab es dann doch gefunden, liegt ja einiges zurück. Aber immer noch aktuell ;-)
> > > >
> > > > @Tino Riva: Wo ist denn diese Ausgeburt des Neusprech-Extremismus entstanden?
> > >
> > > Was soll diese dämliche Frage? Wenn man ein Wort nicht kennt, kann man es auch einfach nachschlagen.
> >
> > Laut dem Duden-Link von Contrail ist das ein "Jargon, oft abwertend, besonders österreichisch". Es wäre prima, wenn Sie hier, wie die meisten anderen, ebenfalls abwertenden Jargon vermeiden könnten.
>
> Der Duden ist da offenbar falsch informiert.
Eher Sie selbst.
Daher schlage ich vor, Sie schlagen demnächst selbst die abwertenden Bezeichnungen nach, die Sie zu verwenden gedenken - bevor Sie sie benutzen.
Heute Vormittag haben Sie den Begriff noch gar nicht gekannt - und heute Nachmittag spielen Sie sich hier als Sprachpolizei auf.
Wer hat Sie eigentlich dazu ernannt?
Selbstermächtigung?
Keiner natürlich aber er spielt hier schon länger Forumspolizei und nicht erst seit gestern Vormittag also Obacht.
Seine Autoritätsargumente sind mal besser mal schlechter.
...und Ihre 'Argumente' in der Regel keine,
meistens nur verquirltes 'nur ich habe den Durchblick weltweit' egozentrisches Geschreibsel und der Rest Gepöbel und Beleidigungen.
Vorsicht an der Bahnsteigskante.
Jetzt machen Sie mich neugierig, der Link funktioniert leider nicht und den Artikel kann ich nicht finden. Können Sie helfen? Danke