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FAA: Mögliches Risiko bei Boeing 737 MAX gefunden

Air Canada Boeing 737 MAX 8
Air Canada Boeing 737 MAX 8, © Liam Allport, CCBY

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WASHINGTON - Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat ein mögliches neues Risiko in der Flugsteuerung der 737 MAX aufgespürt. Das Problem müsse behoben werden, bevor das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben werden könne, teilte die FAA am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mit.

Konkretere Angaben machte die Behörde nicht. Boeing erklärte in einem Statement, dass die FAA beim Wiederzulassungsprozess der 737 MAX zusätzliche Anforderungen stellen und das Unternehmen den Flugzeugtyp erst zur Zertifizierung anbieten werde, wenn diese erfüllt seien.

Die 737-MAX-Serie muss nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März am Boden bleiben. Eine umstrittene Steuerungssoftware von Boeing - die Trimmautomatik MCAS - steht nach ersten Unfallberichten als mögliche Unglücksursache im Verdacht.

FAA-Statement vom 26.06.2019, © Twitter / FAA


Wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf Insider schreibt, betrifft das neue Problem die Datenverarbeitung in einem Flugcomputer, die zu einem atypsischen Sinkflugverhalten der 737 MAX führen könne. Im Simulator hatten einige Piloten dadurch Probleme beim Recovern der Maschinen.

Boeing zufolge geht es um Auflagen, die im Rahmen der seit Monaten laufenden Software-Aktualisierung erfüllt werden sollen. Der Konzern sei mit den neuen Anforderungen der FAA einverstanden und arbeite daran, sie zu erfüllen.

Das neue Problem könnte die von Boeing herbeigesehnte Wiederzulassung der 737 MAX weiter verzögern. Die FAA betonte, hierbei keinen vorgeschriebenen Zeitplan zu verfolgen. Zuletzt war bereits vermutet worden, dass sich das Prüfverfahren noch Monate hinziehen könnte.

Für Boeing und die betroffenen Airlines ist der Flugstopp eine starke finanzielle Belastung, wie die Geschäftsberichte für das erste Quartal bereits zeigten. Allerdings steht Boeing selbst massiv in der Kritik - unter anderem wegen des Vorwurfs, die Entwicklung des neuen Flugzeugmodells wegen hohen Konkurrenzdrucks überstürzt zu haben.

Boeing im Visier der Ermittler

Ob bei der ursprünglichen Zertifizierung der Unglücksflieger alles mit rechten Dingen zuging, ist zudem Gegenstand einer Untersuchung der US-Behörden. Im Zuge der Aufklärung der Abstürze am 29. Oktober 2018 in Indonesien und am 10. März in Äthiopien räumte Boeing auch ein, bereits rund ein Jahr vor dem ersten Unglück von einem Problem der MAX Max gewusst zu haben.

Obwohl bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn der Baureihe im Mai 2017 festgestellt wurde, dass etwas mit dem Warnsystem in den Cockpits nicht stimmte, wurde die FAA erst nach dem ersten Absturz im Herbst vergangenen Jahres informiert.
© aero.de, dpa-AFX, Bloomberg News | Abb.: Liam Allport, CCBY | 27.06.2019 06:15

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Beitrag vom 28.06.2019 - 11:26 Uhr
Die Geschichte erinnert ein bischen an Teslas "Autopilot" der einen LKW nicht vom Himmel unterscheiden konnte.

Parallelen bezüglich der Ami Kultur völlig ausgeschlossen, "lets do it" heißt ja schließlich nur den Lack wegzulassen weil es macht ja nichts.
Beitrag vom 28.06.2019 - 10:24 Uhr
...
Das Boeing die Max sicher bekommt, daran habe ich keinen Zweifel.
..............
Sollten die Airlines messen, das ihre Max Flieger weniger gebucht werden (was ich definitv tun werde) ist das Ding ganz schnell erledigt.
....
Gemessen an Ihren anderen Beiträgen ist diese Aussage ziemlich irrational :-)
Deshalb wird Boeing diese Version auch umbenennen und schon haben 99%der Kunden auch keine Bedenken bei der Buchung..

Wer beurteilt da irrationalität? Der Psycho? Na dann kein Problem.

DIe Auslegung von MCAS ist im grunde ein gewaltiger Skandal.

Das man den Flieger sicher bekommt, daran sollte kein Zweifel bestehen. Die Frage ist nur wie lange es dauert.

Eine Umbennenung alleine - genau, das wird ein Kunde niemals durchschauen. Um die Max zu erledigen, reicht wenn von den 189 Pax 9 nicht einsteigen oder buchen, das sind 5% - bei der Auslastung welten.

Ich behaupte, wenn Alternativen am Markt verfügbar wären, wäre die Max längst erledigt nach diesem Blunder.

Dieser Beitrag wurde am 28.06.2019 10:27 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.06.2019 - 10:15 Uhr
Soll das heissen, Boeing erwartet, dass der Pilot alle angezeiten Probleme in 3 oder 4 Sekunden lösen kann?
Es ist alles ein trauriger Eiertanz um die AoA-Sensoren und die problematischen Höhenflossensteuerung bzw. problematiusche Höhenruder-/Höhenflossenauslegung.


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