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Deutsche Drehkreuze verlieren Asienziele an Wettbewerber

Emirates Airbus A380 in München
Emirates Airbus A380 in München, © FMG

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FRANKFURT - Jeder von ihnen möchte der Nabel der Welt sein: ob das den Flughäfen in Istanbul, Doha und Dubai gelingt, ist eher Ansichtssache denn geographische Berechnung. Als Drehkreuze für asiatische Ziele befinden sie sich jedoch in Bestlage. Die Branche beobachtet eine Flugverlagerung.

Schon seit 2012 ist die Zahl der Direktflüge von Deutschland nach Asien gesunken - laut dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) fliegen Airlines heute von Deutschland aus vier asiatische Ziele weniger an als noch 2012.

Zugleich ist demnach aber die Passagiernachfrage nach Flügen zu asiatischen Zielen um 28 Prozent gestiegen. Der BDL wertet dies als Indiz dafür, dass Airlines Flüge nach Asien zunehmend über Drehkreuze wie Istanbul, Dubai und Doha abwickeln.

Mega-Airports mit großen Zielen

Alle drei treten mit großen Zielen im internationalen Wettbewerb an. Wenn er 2020 fertig ist, soll etwa der neue Istanbul Airport mit fünf Runways 120 Starts und Landungen pro Stunde ermöglichen und "die Türkei an die Spitze der
Luftfahrt bringen", heißt es auf der Homepage des Flughafens.

Turkish Airlines ist im April vom alten Atatürk-Flughafen zum neuen Istanbul Airport umgezogen - mit einigen Monaten Verspätung und noch unfertig hat Betreiber IGA das Großprojekt des türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdogan zur Benutzung freigegeben.

Auch Dubai werkelt noch an seinem neuen Mega Airport, der einmal das Zentrum der Welt werden soll. Inzwischen spricht der Betreiber vage von einer avisierten Kapazität von bis zu 160 Millionen Passagieren pro Jahr. Noch 2018 wünschte sich die Regierung von Dubai 260 Millionen pro Jahr.

Zudem verzögert die Suche nach Investoren die Fertigstellung - statt 2025 soll es erst 2030 soweit sein.

Der Hamad International Airport in Doha öffnete seine Tore bereits 2014 - von den angepeilten 100 Millionen Passagieren pro Jahr fertigt er bisher 30 Millionen ab. Keines der Mega-Drehkreuze erreicht also bisher die ehrgeizigen Ziele, die ihre Initiatoren gesteckt haben.

Dennoch bescheinigt BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow den Homecarriern dieser Drehkreuze klare Standortvorteile im Vergleich zu Deutschland und nutzt die Gelegenheit für ein Plädoyer gegen eine Umweltsteuer auf Flugtickets.

"Die deutschen Luftverkehrsunternehmen haben ohnehin eine Reihe von Lasten zu schultern, die ihre ausländischen Wettbewerber so nicht kennen, wie etwa die im nationalen Alleingang eingeführte Luftverkehrssteuer."
© aero.de (boa) | Abb.: FMG | 28.07.2019 08:04

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Beitrag vom 31.07.2019 - 09:06 Uhr
Ich fang mal hinten an, das können doch die anderen Leser selbst entscheiden.

Ich gebe Ihnen recht, die in der Pressemitteilung genannten Zahlen sind nicht selbsterklärend. Aber sind sie deswegen falsch? Das ist Ihre klare Aussage
Das ist jetzt aber arg billig. Sie verfallen in die alten Muster. Versuchen Sie doch wenigsten zu belegen, dass die Aussage des BDL zum Asienverkehr falsch ist.
Das dachte ich hätte ich schon getan.

Eine Überprüfung der Zahlen ergibt keinen Hinweis, dass immer mehr Asienverkehr ex D über Drehkreuze anderer abgewickelt wird falsch ist. Das ist ja das Fazit und das haben Sie auch nicht widerlegt.
Ist Ihre Aussage nicht ähnlich? Die BDL leitet aus den Zahlen ab, das der Verkehr über die Drehkreuze anderer überproportional zu dem Direktanbegot ex D wächst. Mehr nicht. Sie leiten daraus ab, dass der BDL damit Druck auf wen auch immer aufbauen will um die Produktionsbedingungen in D zu verbessern und dafür wieder mal die Zahlen "biegt". Das "biegen" Sie.

Aber stimmt, da werden wir uns wohl nicht überzeugen ;-)

Diesen Unterschied zwischen neutraler Information und zielgerichteter Meinungsmache herauszustellen sehe ich im Sinne der Diskussionsführung als sehr wichtig an, da dieses Vorgehen (natürlich nicht nur vom BDL) echte Diskussionen massiv erschwert.
Das unterschreibe ich komplett! Siehe die LH Diskussion.
Beitrag vom 30.07.2019 - 23:19 Uhr
Aber ich verstehe Ihr Problem mit dem BDL nicht. Das ist eine Interessenvertretung und die macht ihren Job, und so kann man die Aussagen einordnen.

Richtig. Genau daruf wollte ich hinweisen.
Im Unterschied zu neutralen Fakten sind Aussagen des BDL teilweise wahr und teilweise interessengetriebene Teil- Pseudo- oder gelegentliche Fehlinformationen.

Dss ist jetzt aber arg billig. Sie verfallen in die alten Muster. Versuchen Sie doch wenigsten zu belegen, dass die Aussage des BDL zum Asienverkehr falsch ist.

Das dachte ich hätte ich schon getan.
Man vergleicht Äpfel mit Birnen und zieht daraus aufgrund der mangelnden Vergleichbarkeit eigentlich nicht ableitbare Schlüsse, die dem eigenen Beeinflussungs-Auftrag entsprechen (Luftverkehrssteuer muss abgeschafft werden).

Die haben mir innerhalb eines Tages geantwortet wenn Sie mehr Details brauchen. Oder Destatis, LBA oder Verkehrsministerium. Da bekommen Sie Stecken und sogar Auslastungen. Aber so "... teilweise falsch..."

Nein, darum gehts nicht.
Wenn Nachvollziehbarkeit gewünscht wäre, hätte der BDL vergleichbare zugrundeliegenden Daten aussuchen, sie nennen oder darauf verweisen können.
Stattdessen wurde nur ein Aufhänger gesucht, dem Auftrag nachzukommen.
Das ist der Unterschied zu einer belastbaren Informationsquelle
Diesen Unterschied zwischen neutraler Information und zielgerichteter Meinungsmache herauszustellen sehe ich im Sinne der Diskussionsführung als sehr wichtig an, da dieses Vorgehen (natürlich nicht nur vom BDL) echte Diskussionen massiv erschwert.

Ich weiß dass ich Sie da schwer überzeugen kann.
Vielleicht sollten wir daher an dem Punkt jetzt schlussmachen, bevor wir die Mitleser hier zu sehr nerven :)
Beitrag vom 30.07.2019 - 18:56 Uhr
Aber ich verstehe Ihr Problem mit dem BDL nicht. Das ist eine Interessenvertretung und die macht ihren Job, und so kann man die Aussagen einordnen.

Richtig. Genau daruf wollte ich hinweisen.
Im Unterschied zu neutralen Fakten sind Aussagen des BDL teilweise wahr und teilweise interessengetriebene Teil- Pseudo- oder gelegentliche Fehlinformationen.

Dss ist jetzt aber arg billig. Sie verfallen in die alten Muster. Versuchen Sie doch wenigsten zu belegen, dass die Aussage des BDL zum Asienverkehr falsch ist. Die haben mir innerhalb eines Tages geantwortet wenn Sie mehr Details brauchen. Oder Destatis, LBA oder Verkehrsministerium. Da bekommen Sie Stecken und sogar Auslastungen. Aber so "... teilweise falsch..."


Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 19:01 Uhr bearbeitet.


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