Privatisierung
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Indien sucht wieder einen Käufer für Air India

Air India Boeing 787 Dreamliner
Air India Boeing 787 Dreamliner, © Ingo Lang

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NEU DELHI - Im dritten Anlauf soll die Privatisierung glücken: Indien wird Air India laut Medienberichten noch im November erneut ins Schaufenster stellen. Die Regierung will Investoren kaum Auflagen aufbürden und die in Milliardenhöhe verschuldete Air India mit einer besenreinen Bilanz übergeben.

Nächster Versuch einer Air-India-Privatisierung: nach einem Bericht der "Economic Times" wird Indiens Regierung noch im November 2019 einen neuen Verkaufsprozess für 100 Prozent der Stammairline einleiten. Tochterfirmen wie Air India Express sollen separat verwertet werden.

Der Staat hat im Vorfeld schon mehr als die Hälfte der Schulden von 8,4 Milliarden US-Dollar über die Air India Assets Holding aus der Airline ausgelagert. Auf abschreckende Auflagen will die Regierung dieses Mal weitgehend verzichten - sogar eine Umbenennung von Air India soll Investoren prinzipiell erlaubt werden.

Dennoch wird der Verkauf kein Selbstläufer - denn Air India verbrennt Geld, rund 1,2 Milliarden US-Dollar Verlust fielen allein im letzten Geschäftsjahr an. "Ich gehe davon aus, dass Air India in diesem Geschäftsjahr ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erzielen wird", warb Airlinechef Ashwani Lohani in der "Economic Times" für die Privatisierung.

Die wahre Stärke von Air India gehe aus ihren Bilanzen nicht hervor. "Die Airline ist in eine Schuldenfalle geraten", sagte der Manager. "Wir sind der zweitgrößte Fluganbieter in Indien (...) und erzielen 65 Prozent unserer Umsätze über die Langstrecke." Nach der Insolvenz von Jet Airways konnte Air India Marktanteile zurückgewinnen.

Als privates Unternehmen werde Air India im Wettbewerb fortan schneller agieren können als in staatlichen Strukturen, sagte Lohani.

Air India: Kein Pilotenschwund

Die Regierung will den Verkauf von Air India noch 2019 gegen den erwarteten Widerstand der Gewerkschaften durchpeitschen. Air India muss zeitgleich versuchen, Piloten zu halten. Laut Medienberichten kehrten zuletzt 120 Piloten dem Unternehmen aus Frust über stagnierende Gehälter und Karrieren den Rücken.

"Diese Zahl ist falsch", wiegelte Lohani ab. "Im vergangenen Jahr haben 55 Piloten eine Kündigung eingereicht und nur fünf das Unternehmen tatsächlich verlassen. Wir haben etwa 1.800 Piloten. Das ist also kein Grund zur Sorge."
© aero.de | Abb.: Ingo Lang | 21.10.2019 15:24

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Beitrag vom 21.10.2019 - 23:20 Uhr
„Die wahre Stärke von Air India gehe aus ihren Bilanzen nicht hervor.“
Ich möchte auch etwas von dem, was da genommen wird.

Nachdem die Bilanz bereinigt und wohl ohne Schulden übergeben werden soll (Wenn ich das richtig verstehe), ist die wahre Stärke, Schulden aufbauen, auch nicht mehr ersichtlich ;)
Beitrag vom 21.10.2019 - 15:48 Uhr
„Die wahre Stärke von Air India gehe aus ihren Bilanzen nicht hervor.“
Ich möchte auch etwas von dem, was da genommen wird.


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