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Chinesischer Partner verschafft Norwegian Luft

Norwegian Boeing 787
Norwegian Boeing 787, © Norwegian

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OSLO - Norwegian wird den Aufbau einer A320neo-Flotte mit chinesischer Hilfe stemmen - die ersten 27 Flugzeuge gehen an ein Joint Venture aus Norwegian und der Leasingfirma CCB. Der Deal befreit den angeschlagenen Preisbrecher von milliardenschweren Verbindlichkeiten - und sorgt für ein Kursfeuerwerk.

Zweifler des Geschäftsmodells sahen sich bestätigt: im September musste Norwegian Anleihegläubiger um eine zweijährige Stundung von 380 Millionen US-Dollar bitten.

Jetzt kann das Management auf dem Weg aus der Finanzklemme einen Teilerfolg vermelden:

CCB Leasing, eine Tochterfirma der China Construction Bank, geht ein Flotten-Joint-Venture mit Norwegian ein. Das Vehikel, an dem CCB 70 Prozent und Norwegian 30 Prozent halten, wird zwischen 2020 und 2023 zunächst 27 Airbus A320neo finanzieren, teilte Norwegian am Donnerstag mit.

Die Airline ist damit auf einen Schlag 1,5 Milliarden US-Dollar Verbindlichkeiten los, der Aktienkurs schoss um 24 Prozent in die Höhe.

Norwegian hat sich 2019 einem Sparkurs unterworfen, unrentable Routen aus dem Flugplan gestrichen und Tafelsilber in Form von Bankaktien verkauft. Die Airline muss den Ausfall der 737 MAX verkraften und in den Wintermonaten Zeitpuffer für Triebwerksinspektionen an der 787 einplanen.

Wirtschaftlich erwartet Norwegian 2020 wieder sehr viel solideren Untergrund, nachdem sie zuletzt ein Übernahmekandidat war.

"Wir haben im zweiten Quartal durch Kostensenkungen und Beschränkung des Wachstums die größte operationelle Ergebnisverbesserung in unserer Geschichte erreicht", sagte Norwegian-Strategiechef Tore Østby aero.de im Oktober in Hamburg. "Wir werden in Kürze wieder Gewinne einfliegen."

Die Maßnahmen zeigten - zumindest im Sommer - bereits Wirkung: Norwegian kann für den letzten Dreimonatszeitraum 160 Millionen Euro Überschuss melden.
© aero.de | Abb.: Norwegian | 24.10.2019 16:17

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Beitrag vom 25.10.2019 - 14:38 Uhr
Ich habe die Meldung nun bei verschiedenen Quellen gelesen, und es scheint sich um eine Art Sale-and-lease-back zu handeln. Klar verschafft so ein Geschäft finanzielle Luft, es ist aber immer auch eine Hypothek auf die Zukunft, denn in Zukunft müssen Leasingraten bezahlt weren, die man vorher nicht an der Backe hatte und zu den ohnehin schon hohen Kosten hinzukommen.

Es kann natürlich sein, daß diese Kosten niedriger sind als die vorher fälligen Kapitalkosten der Flugzeuge (es geht ja offenbar nicht nur um die 27 Neos), egal ob dies Leasing- oder Kreditraten waren. Und sicher ist es für den Moment eine Atempause, die Gefahr einer (ggf. feindlichen) Übernahme ist erst einmal geringer geworden. Man rettet sich erst einmal über den Winter, aber langfristig wird es für Norwegian bestimmt nicht leichter durch das Geschäft. Und man macht sich abhängig von den Chinesen.


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