Neue Ressortverteilung
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Lufthansa nimmt Kurs auf Holding-Struktur

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Lufthansa, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa läutet den größten Umbruch seit der Privatisierung ein. Überlappungen zwischen Konzernebene und operativem Geschäft werden in einer neuen Ressortverteilung aufgelöst, Airlinemarken ab 2020 unter "weitgehene Eigenständigkeit" gestellt. Als Ideengeber dient IAG.

Lufthansa baut sich vom Fabrikschiff zur Fangflotte um: der Aufsichtsrat hat diese Woche eine auf sieben Ressorts erweiterte Vorstandsetage genehmigt - Frankfurt wird sich ab 01. Januar 2020 allein auf "funktionale" Konzernthemen wie Digitalstrategie, Systemsteuerung und Vertrieb konzentrieren.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bricht damit - zumindest organisatorisch - die Matrix aus Konzernstrategie und Operativgeschäft auf. Lufthansa-Airlines müssen zwar weiterhin innerhalb übergeordneter Eckwerte - etwa zu Flotte und IT - arbeiten, sollen aber mehr Planungsflexibilität erhalten.

Ablesbar ist das an Eurowings, die 2020 nicht mehr aus der Zentrale gesteuert wird. "Die Airline wird künftig analog der anderen Passagier-Airlines des Konzerns geführt, wobei sie ihre weitgehende Eigenständigkeit beibehalten soll", verkündete Lufthansa am Dienstag nach der Aufsichtsratssitzung.

Seit Sommer halten sich hartnäckig Gerüchte, nach denen Spohr einen Umbau zu einer Holding nach dem Vorbild des Konkurrenten IAG anstrebt. Der lässt seinen Airlinemarken British Airways, Aer Lingus, Iberia, Vueling und Level weitgehend freie Hand - solange die Ergebnisse stimmen.

"Ganz generell überprüft die Lufthansa Group in regelmäßigen Abständen die gegenwärtigen Konzernstrukturen, um die Zukunftsfähigkeit des Konzerns sicherzustellen", stritt Lufthansa im August die Gedankenspiele in Richtung Holding nicht ab. Seither hat sich der Umbaukurs im Konzern verfestigt.

Lufthansa Frankfurt, Lufthansa München

Der Verkauf der profitablen aber margenschwachen Cateringsparte und der Schrumpfkurs bei Lufthansa Cargo machen deutlich, dass sich Lufthansa in Zukunft vor allem auf das Fluggeschäft mit Passagieren konzentrieren will - und von Tocherfirmen noch mehr betriebswirtschaftliche Eigenverantwortung einfordern wird.

Kernmarke Lufthansa treibt die Dezentralisierung auf die Spitze: Klaus Froese und Wilken Bormann verantworten an den Drehkreuzen Frankfurt und München auch weiterhin operativ voneinander getrennte Einheiten.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 05.12.2019 11:10


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