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Verdi greift Verfügung gegen Streik in Lufthansa-Großküchen an

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LSG Sky Chefs, © Deutsche Lufthansa AG

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FRANKFURT - Die Gewerkschaft Verdi will die Einstweilige Verfügung gegen einen Streik in den Lufthansa -Großküchen nicht akzeptieren.

Man lege gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt Berufung ein, kündigte Verhandlungsführerin Katharina Wesenick am Mittwoch in Berlin an. Die Sache müsse grundsätzlich geklärt werden.

Das Arbeitsgericht hatte auf Antrag des Unternehmens den für den 19. Dezember geplanten Streik bei der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs untersagt, weil die Streikziele seiner Ansicht nach noch der Friedenspflicht des bestehenden Tarifvertrags unterlagen.

Verdi hatte verlangt, dass bei dem noch nicht abgeschlossenen Verkauf der europäischen Cateringsparte LSG Sky Chefs an den Konkurrenten Gategroup die Entgeltbedingungen der rund 7.100 Beschäftigten auf acht Jahre abgesichert werden - möglichst in einem trilateralen Tarifvertrag zwischen Verdi, Lufthansa und Gategroup.

Unter dem neuen, von asiatischen Kapitalfonds kontrollierten Eigentümer aus der Schweiz erwartet die Gewerkschaft Sparmaßnahmen und niedrigere Gehälter.

Die Gewerkschaft wirft der Lufthansa vor, ihrer sozialen Verantwortung nicht ausreichend nachzukommen. Die betroffenen Beschäftigten seien zutiefst frustriert. "Soziale Verantwortung bedeutet, den Beschäftigten die Existenzängste zu nehmen und Rechtssicherheit herzustellen", erklärte Wesenick.

Lufthansa sieht den designierten Eigentümer Gategroup in der Pflicht zum Ausgleich. Dieser habe einen nicht näher bezifferten Betrag vorgesehen, der einem Sozialausgleich über drei Jahre entspreche.
© dpa-AFX | 15.01.2020 11:02

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Beitrag vom 16.01.2020 - 11:35 Uhr
@RobR: Das ist aber seeeehr weit hergeholt. LH verkauft eine wenig Rendite trächtige Einheit die im Weltmarktvergleich zu teuer produziert. LSG Deutschland hat seit über 10 Jahren keinen Gewinn mehr gemacht und wurde ausschließlich durch die anderen Regionen "am tropf" gehalten. Natürlich ist es schwierig seinen Lebensunterhalt in München und woanders von den LSG Gehältern zu bestreiten, dass liegt aber nicht daran das LSG schlechte Gehälter zahlt, sondern das wenig qualifizierte Arbeitsplätze im hochpreis Land Deutschland eine aussterbende Art sind. Das ist aber sicherlich nicht LH schuld und das ist erst recht keine Kriegserklärung. Ihr Arbeitgeber wird verkauft, nicht Sie, das ist ein vollkommen normaler Vorgang, auch wenn die ach so lieben Gewerkschaften gerne so tun als sei das was schlimmes. Das Streikverbot bezog sich auf eng definierte Themen im Zusammenhang mit der Friedenspflicht. Wenn sich ein Arbeitgeber nun nicht mal mehr hier drauf verlassen kann, warum dann überhaupt noch Tarifverträge abschließen? Nicht LH entzieht sich hier "tariflichen Absicherungen" sondern die Gewerkschaft. Und das was erwarten, nämlich das Verträge zwischen Verdi und LH auf GG übertragen werden, wäre ungefähr so wie wenn Sie einen Handyvertrag abschließen, dass Handy verkaufen und den Käufer zwingen den Vertrag mit zu übernehmen.

Kann man so oder so sehen. Grundsätzlich bin ich hier auch auf Seite der LSG bzw. LH, aber es gibt sonst auch die Betrachtungsweise:

Sie sind Mieter einer Wohnung mit einem sehr günstigen Vertrag. Nun verkauft Ihr Vermieter die Wohnung an einen anderen und sie wollen ihre günstige Miete behalten. Das ist ihr gutes Recht. Natürlich wird ihr Mieter da nicht drauf eingehen, weil es ihn nicht interessiert, was mit Ihnen passiert und der neue Vermieter wird sich da auch nicht drum kümmern.
Aber Sie haben durchaus das Recht nach Fortbestand zu fragen bzw. diesen zu fordern. Es ist ja nicht so, dass die Mitarbeiter/Gewerkschaft jetzt nochmal extra eine Gehaltserhöhung fordert.
Beitrag vom 15.01.2020 - 14:10 Uhr
@RobR: Das ist aber seeeehr weit hergeholt. LH verkauft eine wenig Rendite trächtige Einheit die im Weltmarktvergleich zu teuer produziert. LSG Deutschland hat seit über 10 Jahren keinen Gewinn mehr gemacht und wurde ausschließlich durch die anderen Regionen "am tropf" gehalten. Natürlich ist es schwierig seinen Lebensunterhalt in München und woanders von den LSG Gehältern zu bestreiten, dass liegt aber nicht daran das LSG schlechte Gehälter zahlt, sondern das wenig qualifizierte Arbeitsplätze im hochpreis Land Deutschland eine aussterbende Art sind. Das ist aber sicherlich nicht LH schuld und das ist erst recht keine Kriegserklärung. Ihr Arbeitgeber wird verkauft, nicht Sie, das ist ein vollkommen normaler Vorgang, auch wenn die ach so lieben Gewerkschaften gerne so tun als sei das was schlimmes. Das Streikverbot bezog sich auf eng definierte Themen im Zusammenhang mit der Friedenspflicht. Wenn sich ein Arbeitgeber nun nicht mal mehr hier drauf verlassen kann, warum dann überhaupt noch Tarifverträge abschließen? Nicht LH entzieht sich hier "tariflichen Absicherungen" sondern die Gewerkschaft. Und das was erwarten, nämlich das Verträge zwischen Verdi und LH auf GG übertragen werden, wäre ungefähr so wie wenn Sie einen Handyvertrag abschließen, dass Handy verkaufen und den Käufer zwingen den Vertrag mit zu übernehmen.
Beitrag vom 15.01.2020 - 13:19 Uhr
Ich frage mich ernsthaft, ob die Gewerkschaft ihrer sozialen Verantwortung hinreichen nachkommt; man sollte in erster Linie versuchen, Arbeitsprätze zu erhalten, nicht auf´s Spiel zu setzen.

In den letzten Jahren hat der Arbeitgeber kontinuierlich Druck auf die Gehälter und die Arbeitsbedingungen ausgeübt, was ver.di und die Mitarbeiter zähneknirschend mitgemacht haben. Im Rhein-Maingebiet und in München kann man nicht von Almosen leben.
Das Streikverbot mit einer bestehenden Friedenspflicht zu begründen, halte ich zudem für sehr abwegig: wenn der Arbeitgeber meinen Arbeitsplatz - also mich! - verkauft und sich tariflichen Absicherungen entzieht, kommt das einer Kriegserklärung gleich!

Dieser Beitrag wurde am 15.01.2020 13:20 Uhr bearbeitet.


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