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Der Airbus A350F hat eine große Klappe

Airbus A350F
Airbus A350F Frachttoreinbau, © Airbus

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TOULOUSE - Airbus montiert in Toulouse das erste Frachttor an einer A350F. Die extrem breite Tür wird in einem Airbus-Werk in Spanien vorgefertigt und ermöglicht den Transport von besonders sperrigem Ladegut. In Bremen testet Airbus parallel Be- und Endladeprozesse - und das aufwendige Verriegelungsystem.

Die Installation wird etwa einen Monat dauern: Airbus hat die erste "Main Deck Cargo Door" für die A350F aus Spanien in die Endmontage nach Touluse überstellt. Parallel läuft auch in Hamburg die A350F-Sektionsmontage an, wie Airbus Medienvertretern diese Woche vor Ort zeigte.

In der Hamburger Halle 261 werden üblicherweise Rumpfsektionen für drei A350-900 und eine A350-1000 oder A350F zugleich endmontiert und ausgestattet. Die A350F liegt längenmäßig zwischen der A350-900 und -1000, läuft bei Airbus aber unter dem Dach der Version A350-1000 mit.

Der neue Frachter besticht neben seiner besonders leichten Struktur mit 70 Prozent Kohlefaser-Anteil vor allem durch ein riesiges Frachttor an der linken, hinteren Rumpfseite.

Die breite Öffnung ermöglicht die Beladung mit großen, weitgehend unzerlegten Turbofan-Triebwerken - einem wichtigen Ladegut im weltweiten Luftfrachtverkehr, das zum Transport sonst oft erst mühsam zerlegt werden muss.

Airbus A350F Frachtluke
Airbus A350F Frachtluke, © Airbus
 
Damit Be- und Entladung schnell und ungehindert klappen, testet Airbus in Bremen mit dem Stand "Cargo Zero" bereits in einer originalgetreuen Kabine, die allerdings statt 50 Metern innen nur 25 Meter lang ist, wie das Ladesystem praktisch arbeitet.

Ein zweiter Teststand in Bremen validiert die Zuverlässigkeit des Schließ- und Verriegelungsmechanismus des Frachttors. Dabei geht es auch um Sonderfälle, wie stark asymmetrisch beladene Flugzeuge oder schief auf leicht schrägen Vorfeldern parkende A350F, wodurch sich die Flugzeugzelle leicht verdrehen kann. Das Frachttor muss trotzdem stets sicher schließen und verriegeln.

Das Tor ist oben an einer durchgehenden Scharnierleiste ("Piano Hinge") angeschlagen und rastet unten in einem System aus zehn Haken druckkabinenfest ein, die wie ein Riegel seitlich verschoben werden. Im Rumpf der A350F sieht man rund um das Frachttor einen metallischen Verstärkungsrahmen aus leichtem Titan, das den Türrahmen der riesigen Öffnung umschließt.

Airbus A350F Beladungstests
Airbus A350F Beladungstests, © Airbus
 
Ein dicker Titanlängsträger, innen über dem Tor, stellt die nötige Festigkeit an der 4,5 Meter breiten und 4,3 Meter hohen Toröffnung her. Auch die CFK-Rumpfstruktur des Kabinendaches ist auf Höhe des Frachttores erkennbar deutlich verdickt.

Rumpflänge als Umsatzbringer maßgeschneidert

A350-Chefingenieur Joel Rocker erläuterte, dass die neue A350F von ihrer Rumpflänge her - 70,80 Meter - genau auf die "umsatzbringendste Frachtddichte" am Luftfrachtmarkt in etwa zehn Jahren ausgelegt sei. Deswegen habe man die neue, mittlere Rumpflänge und nicht die einer voll ausgewachsenen A350-1000 gewählt.

Es komme bei einem Frachter immer auf den perfekten Mix aus Nutzlast-Tragfähigkeit und Rumpfvolumen an. Die A350F kann 111 Tonnen Nutzlast über bis zu 8.700 Kilometer weite Strecken transportieren, etwa von Leipzig nach Anchorage.

Beim Volumen geizt die A350F auch nicht, sie bietet innen den gleichen Laderaum wie eine Boeing 747-400F, ist durch nur zwei Triebwerke - Rolls-Royce Trent XWB-97 - und ihre Struktur aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff laut Airbus aber 46 Tonnen leichter als "Wettbewerber". 14 Kunden haben bereits 101 A350-Frachter fest bestellt.
© Flug Revue (SST) | Abb.: Airbus | 26.04.2026 06:25


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