Covid-19-Krise
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Gespenstische Leere in den Terminals

FRA Terminal 2
FRA Terminal 2, © Fraport

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FRANKFURT - An den größeren deutschen Flughäfen gibt es wegen der Corona-Krise kaum noch Starts und Landungen. In der letzten März-Woche (23.-29.3.) ist die Zahl der abgefertigten Passagiere auf nur noch knapp 206.000 gesunken, wie der Flughafenverband ADV am Donnerstag berichtete.

Das entspricht noch 5 Prozent des Wertes aus dem Vorjahr. Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt wird eines seiner beiden Passagier-Terminals am kommenden Dienstag vorläufig schließen. Die Lufthansa verlängerte ihren Rumpf-Flugplan um zwei Wochen bis zum 3. Mai. Alle vorherigen Flüge aus dem regulären Plan wurden bis zu diesem Termin annulliert.

Der Rumpf-Flugplan stellt pro Woche 18 Interkontinentalflüge von und nach Frankfurt sowie 50 tägliche Verbindungen zwischen deutschen und anderen europäischen Städten sicher. Diese Grundversorgung entspricht rund 5 Prozent der üblichen Verkehrsleistung.

Die Lufthansa-Tochter Swiss bietet zudem noch drei Flüge pro Woche zum Flughafen Newark bei New York an. Die Tochter Austrian Airlines bietet bis 3. Mai gar keine Linienflüge mehr an. Bei Turkish Airlines ruhen fast alle Flugverbindungen bis 1. Mai.

Die Deutsche Flugsicherung erwartet nur eine langsame Erholung des Flugverkehrs nach der Corona-Krise. In diesem Jahr würden nach einem Planungsszenario im monatlichen Vergleich keine 80 Prozent der Vorjahreswerte mehr erreicht, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle am Donnerstag in Langen bei Frankfurt.

Auch im kommenden Jahr werde man das Niveau von 2019 mit 3,334 Millionen kontrollierten Flugbewegungen nicht mehr sehen, sondern möglicherweise noch 85 Prozent davon.

Derzeit kontrollieren die Lotsen wegen der zahlreichen Flug- und Einreisebeschränkungen nur rund 15 Prozent der üblichen Verkehrsmengen. Scheurle rechnet damit, dass die Verkehrsflüge ab Mai wieder langsam ansteigen. Für das Gesamtjahr ergäbe sich daraus eine Halbierung des Flugverkehrs im Vergleich zu 2019.

Mittelfristig gehe er von einem Rückgang bei den Geschäftsreisen aus. Die Flaute werde besonders kleinen Flughäfen wirtschaftliche Probleme bereiten.

"Mit dem Vorschlaghammer getroffen"

Das Terminal 2 in Frankfurt wird wegen der immer weiter sinkenden Fluggastzahl bis auf weiteres nicht mehr genutzt, teilte der Betreiber Fraport mit. "Mit dem absehbaren Auslaufen der Rückholflüge wird das Aufkommen am Standort bei einem Minus von etwa 95 Prozent liegen", sagte ein Sprecher.

Die Abfertigung werde im Terminal 1 im Bereich B konzentriert. Im vergangenen Jahr wurden am größten deutschen Flughafen mehr als 70 Millionen Passagiere abgefertigt, in der Spitze mehr als 240.000 pro Tag. In der gesamten 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März) wurden nun nur 119 000 Fluggäste gezählt.

Der weltweite Passagierluftverkehr ist bereits im Februar stark zurückgegangen. Die geflogenen Passagierkilometer sanken nach Angaben des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA) im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,1 Prozent. Das sei der schärfste Einbruch seit den Terroranschlägen in New York und Washington 2001 gewesen, teilte die IATA am Donnerstag mit.

"Die Fluggesellschaften sind im Februar mit einem Vorschlaghammer namens Covid-19 getroffen worden", sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac. "Dies ist die dunkelste Stunde der Aviatik." Covid-19 heißt die gefährliche Lu
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Fraport AG | 03.04.2020 07:49


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