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Ryanair fliegt ab Juli fast alle Ziele wieder an

Ryanair Boeing 737-800
Ryanair Boeing 737-800, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Ryanair will den Flugbetrieb zum Sommer wieder deutlich hochfahren. Ab 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden. Ryanair-Manager David O'Brien bekräftigte aber auch Pläne, wegen der langfristig schwächeren Nachfrage rund jeden fünften Job zu streichen.

Ryanair fährt wieder hoch: Voraussetzung für den Neustart sei aber, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der EU lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz eingeführt würden, teilte Ryanair am Dienstag in Dublin mit.

Täglich würde Ryanair nach eigenen Angaben dann fast 1000 Flüge anbieten und damit 90 Prozent der Strecken abdecken, die die Airline vor der Corona-Krise angesteuert hatte.

Ryanair-Chef Michael O'Leary kritisierte zugleich die geplante 14-tägige Quarantäne für Flugreisende nach Großbritannien als "idiotische Maßnahme". "Das ist Unsinn und es hat keinen Einfluss darauf, die Ausbreitung von Covid-19 zu begrenzen", sagte er am Dienstag dem Fernsehsender ITV. Covid-19 ist die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit.

Die zweiwöchige Quarantäne soll nicht für Passagiere aus Irland und Frankreich gelten. Diese Ausnahmeregelung habe keinerlei wissenschaftliche Grundlage, meinte O'Leary.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock warnte hingegen davor, angesichts der Pandemie Flugreisen für den Sommerurlaub zu planen. Er halte es für unwahrscheinlich, dass größere Ferien im Ausland möglich werden. "Das ist einfach die Realität", so Hancock im ITV-Interview.

Seit Ende März hat Ryanair den Großteil seines Flugbetriebs eingestellt und bietet derzeit täglich nur rund 30 Flüge zwischen Irland, Großbritannien und Kontinentaleuropa an.

Im kommenden Winter und im Sommer 2021 werde Ryanair im Gesamtnetz voraussichtlich nur 80 Prozent der vorherigen Kapazität fliegen, sagte O'Brien. Dafür würden auch nur 80 Prozent des fliegenden Personals benötigt. Es sei aber noch zu früh, die genauen Auswirkungen auf die Basen und die rund 1.200 Beschäftigten in Deutschland zu benennen.

Ryanair Covid-19, © Ryanair

Es hänge von den jeweiligen Kosten, Steuern und Bedingungen an den Standorten ab, ob sich ein Angebot wieder lohne. Grundsätzlich stünden somit auch in Deutschland hunderte Jobs auf der Kippe. Das Niveau des Vorjahres werde man frühestens in den Jahren 2022 oder 2023 wieder erreichen.

Ryanair will ins T3

O'Brien wollte keine Unterschiede zwischen großen und kleinen Standorten machen. Jeder habe seine Bedeutung und besondere Bedingungen. So werde Ryanair weiterhin vom Hunsrück-Flughafen Hahn fliegen. Am größten deutschen Standort Frankfurt wird derzeit ein auf Billigflieger zugeschnittener Flugsteig am neuen Terminal 3 gebaut.

O'Brien warnte den Betreiber Fraport vor zu hohen Mietforderungen. "Wir werden es gerne nutzen, so lange wir niedrige Kosten haben." Ryanair hatte bereits vor der Krise die Schließung ihrer Basen in Hamburg und Nürnberg einleitet.

Am Neustart werde sich die österreichische Tochter Lauda nicht mit einem Volumen von 40 Prozent beteiligen, sagte O'Brien, der dort seit April auch die Geschäfte führt. Hintergrund seien Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft Vida. Derzeit gebe es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Lauda geschlossen werde. In diesem Jahr seien zunächst ab Juli Flüge in Düsseldorf und Stuttgart geplant.

Um die Übertragung des Coronavirus zu verhindern, sollen die Passagiere am Flughafen und an Bord laut Ryanair Gesichtsmasken tragen. Zudem sollen sie der Airline bei Flügen im Juli und August am Check-in ihre Kontaktdaten und die Dauer ihres Aufenthalts nennen. Ryanair plädiert zudem dafür, dass die Passagiere schon beim Betreten des Flughafens auf ihre Körpertemperatur überprüft werden.

Freie Mittelsitze an Bord lehnt O'Brien wie die gesamte Branche ab, weil sie die verbleibenden Tickets unverhältnismäßig verteuerten und zur Corona-Prävention unnötig seien.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 12.05.2020 08:37

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Beitrag vom 12.05.2020 - 20:04 Uhr
Das sind allerdings zwei unterschiedliche Kategorien: Anstand und Erfolg. Geschichte und Lebenserfahrung sagen, dass man letzteren oft mehr ohne ersteren hat. Nicht nur in der Luftfahrtbranche.
Also zur LH passt das irgendwie nicht. Dort wird ordentlich bezahlt. Und vor Corona sah es richtig gut aus für LH. An den Piloten sollte man sich nicht ausschließlich orientieren. Wenn die nächste Woche 20 Prozent mehr bekommen, sind die in einem halben Jahr wieder unterbezahlt und ausgebeutet, trotz der aktuellen fürstlichen KUG Aufstockung. Das gibt es längst nicht überall. Siehe heutige Meldung von Qatar.

Dieser Beitrag wurde am 12.05.2020 20:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.05.2020 - 19:43 Uhr
Erfolgreiches Unternehmen basierend auf Epressung, Dumping, asozialen Mitteln,... kann man richtig stolz drauf sein ein Unternehmen auf diese Art erfolgreich zu führen... :-)

Vor allem, wenn man es geschafft hat, dass in großen Teilen von Europa mit dem eigenen Markennamen einerseits "billig" und andererseits diese Palette an Begriffen assoziiert wird. Es gibt in Europa Airlines, die genauso mit Erpressung, Dumping und asozialen Mitteln arbeiten und teilweise auch billige Flugreisen anbieten, die das aber wesentlich Geräusch ärmer tun und deshalb bisher auch nie deswegen öffentlich in den Schlagzeilen waren.

Ja, und natürlich führt MOL die Ryanair seit vielen Jahren erfolgreich wenn man den Erfolg an Umsatz und Gewinn misst. Wenn man andere Kennziffern heranzieht wie etwa das Erreichen von gesteckten Unternehmenszielen sieht das zwar schon etwas anders aus (nebenbei: Mr. O`Brien macht die Unternehmensentwicklung von den Angeboten der Standorte abhängig, das ist eine etwas gefährliche Sache weil man damit das Heft des Handelns an Andere abgibt) - aber über eine lange Frist der vergangenen Jahre gesehen insgesamt erfolgreich, phasenweise sogar sehr erfolgreich. Das sind allerdings zwei unterschiedliche Kategorien: Anstand und Erfolg. Geschichte und Lebenserfahrung sagen, dass man letzteren oft mehr ohne ersteren hat. Nicht nur in der Luftfahrtbranche.

Dieser Beitrag wurde am 12.05.2020 19:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.05.2020 - 18:23 Uhr
Ich hatte doch geschrieben dass ich kein MoL Fan bin, aber man muss auch schon die ganze Wahrheit gelten lassen. Erpressung, Dumping, asoziale Mittel, solche Begriffe gehen mir durch den Kopf wenn ich an die ganzen Erntehelfer denke die gerade wieeder bei uns in Deutschland "zu Gast" sind. Und selbst diese Leute sind nicht hierher verschleppt worden. Aber vielleicht können Sie diesen Leuten finanziell etwas unter die Arme greifen (nicht in die Taschen) ?


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