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Flugschüler in der Schwebe

Lufthansa Trainingsflugzeuge
Lufthansa Trainingsflugzeuge, © Lufthansa

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BREMEN - Pilotenschüler der Lufthansa-Nachwuchsschmiede EFA befinden sich seit der Aussetzung des Trainingsbetriebs im Frühjahr in der Schwebe. Sie hoffen darauf, ihre Ausbildung beenden zu können - doch das ist derzeit völlig offen. Der ehemalige Schulleiter Jürgen Raps hält eine Schließung für den falschen Weg.

"Ich halte eine Schließung aus taktischen, strategischen, emotionalen
und planerischen Gründen für nicht richtig", sagt der frühere Lufthansa-Chefpilot Jürgen Raps im Gespräch mit planeTALK - dem PilotsEye.tv Podcast.

"In dem Moment, in dem das Geschäft wieder anzieht, zieht es meistens sehr schnell und sehr steil wieder an - und das bei allen Airlines. Wenn dir dann - aus welchem Grund auch immer - Piloten fehlen, kannst du in dieser Liga nicht mitspielen. Und dann wird es teuer."

Als teuren Posten in der von der Krise erschütterten Bilanz sieht das Management im Moment offenbar den Betrieb der Flugschule - deren Schließung stellt Medienberichten und Insiderinformationen zufolge zumindest eine Option dar. Am 23. September will das Management Klarheit über die Zukunft der Schule schaffen.

Die ist es, die den Flugschülern seit Monaten fehlt. Weil sie seit März auf Abruf leben in der ständigen Erwartung, wieder in Bremen zu büffeln, können all diejenigen, die ihre Ausbildung beenden wollen, derzeit kaum ein zweites Standbein aufbauen.

"Ich hätte im Sommersemester entscheiden müssen, welche Klausuren ich schreibe", erzählt ein Betroffener aero.de. "Ich habe mich für eine entschieden - und auch die hätte ich nicht schreiben können, wenn es in Bremen weiter gegangen wäre. Mit der verlängerten Aussetzung des Trainingsbetriebs bis Januar wiederholt sich das Ganze im Wintersemester."

planeTALK Folge 1, © planeTALK

Auch die Jobsuche erschwert sich durch die fehlende Planungssicherheit - die Flugschüler halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Einige Fragen dazu, etwa, wann und ob sie die Kosten ihrer Ausbildung im fünfstelligen Bereich werden bezahlen müssen, sind aus Sicht der Schüler nicht ausreichend geklärt.

Für diejenigen, die sich ob der unklaren Zukunft der Schule entschließen, ihre Ausbildung vorzeitig zu beenden, bietet die LAT individuelle Lösungen an, wie Sprecher Dirk Sturny auf Nachfrage mitteilt.

Für alle anderen hält die Ungewissheit an. "Die Verantwortlichen der Lufthansa Group und wir von der LAT haben Verständnis für den Wunsch, die begonnene Pilotenausbildung an der European Flight Academy wie geplant zu beenden", sagte Sturny gegenüber aero.de. "Genau mit Blick auf diese aktuelle Situation arbeiten wir mit Hochdruck an vertretbaren Lösungen für alle Beteiligten."

"Wir werden nicht wahrgenommen"

Wie diese aussehen könnten, darüber fühlen sich einige Flugschüler im Dunkeln gelassen. "Wir werden nicht als Gesprächspartner wahrgenommen", sagt einer gegenüber aero.de. "In dieser Krise sind wir wie die Flotte. Enweder, wir werden wieder eingesetzt oder wir werden verschrottet."

Trotz der drastischen Worte betonen die Flugschüler im Gespräch wiederholt ihr Verständnis für die schwierige Situation ihres Ausbildungbetriebs. Sie wollen dazu beitragen, dass er die Krise übersteht - und wünschen sich im Gegenzug, dass die Lufthansa Group sich zu ihnen als Nachwuchskräfte bekennt.

Im Vorfeld der Management-Entscheidungen, die in der kommenden Woche getroffen werden sollen, wollen die Flugschüler dafür auf die Straße gehen.

Anfang der 90er Jahre stand die Schließung der Flugschule schon einmal im Raum. Sparmaßnahmen sollten die Anstellungsmöglichkeiten der damals Nachwuchsflugzeugführer (NFF) genannten Flugschüler bei der Lufthansa verwischen. Die organisierten sich jedoch und gingen gegen die Pläne des Managements auf die Barrikaden.

Der heutige CEO der Lufthansa Group, Carsten Spohr, erlebte jenes Szenario hautnah als Flugschüler und Lehrgangssprecher mit. Damals haben Schulleitung und Management beschlossen, die Ausbildung etwas in die Länge zu ziehen - und den Schulbetrieb damit zu retten.

Das vollständige Gespräch mit Flugkapitän Jürgen Raps können Sie als Podcast auf planeTALK.tv hören.
© aero.de (boa) | Abb.: Lufthansa | 20.09.2020 10:17
#16334
Beitrag vom 22.09.2020 - 21:16 Uhr
Modhinweis
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Der Thread wird auf -read-only gesetzt.

Bei diesem erneuten chaotischem Verlauf macht es keinen Sinn, den Thread weiter aufrecht zu erhalten. Als Spielwiese für Belustigungen, Für gegenseitiges "Anmachen" wurde das Forum seitens Aero nicht geschaffen.
Fly-away Moderator
Beitrag vom 22.09.2020 - 15:15 Uhr
Wer soll das bezahlen? Sie können nicht einfach ein paar führerlose Kabinen auf ein hundert Jahre altes Schienennetz stellen. Das passt nicht zusammen. Es muss komplett gesteuert und überwacht werden. Sicherheitseinrichtungen am Gleis in den Bahnhöfen usw.

Wo habe ich denn gesagt, dass man da einfach nur neue Züge raufstellen muss?
Dann sind wir doch einer Meinung. Prima.
Das ist eine langfristige Investitionen und Planung, mit der man aber auch schon vor Jahren hätte anfangen können/müssen. Es wird doch laufend in die Erneuerung der Bahnen Geld gesteckt. Hier in Hamburg werden ganze U-/S-Bahnlinien erneuert, inklusive der Stationen. Wenn man da mit mehr Weitsicht ran geht, dann kann man das auch finanzieren. Infrastruktur kostet Geld; der Flughafen wurde zum Beispiel gerade erweitert mit Kapazitäten, die man selbst vor der Corona Zeit nicht gebraucht hat ;-)
Ich weiß nicht wie Sie das machen. Aber die meisten bauen ein Haus und planen gleich ein paar Kinderzimmer mit, obwohl noch kein Nachwuchs unterwegs ist. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, kann man immer noch eine andere Verwendung finden.
Man hätte auch statt etlicher Staatlicher Beteiligungen an Unternehmen das Geld in solche Infrastrukturprojekte investieren können um das Geld in den Wirtschaftskreislauf zu geben.
Man hat eben andere Arbeitsplätze geschaffen bzw. gefördert und die Wirtschaft auf diese Weise unterstützt. Es gibt immer mehrere Wege von denen Jahrzehnte später einer der etwas bessere war. Wird sich auch niemals ändern. Die ganzen Schlauberger kommen immer erst am Schluss dazu. Wird sich auch nie ändern.
Personalmangel wird in Zukunft kaum ein Problem sein, die Lokführer bekommen aktuell eine Lohnerhöhung, moderat aber immerhin. Ausbildung dauert noch kürzer als bei den Piloten, Vergütung nicht nach KTV/PPV.
Die Bahn kommt. Unternehmen Zukunft.
Selbst wenn man alle Piloten entlassen würde, was Sie sich ja erhoffen, dann würde das nicht reichen....was bringen denn die 5.000 oder 6.000 LH Piloten?
Wieso unterstellen Sie mir eigentlich immer so einen Quatsch? Bleiben Sie doch einfach mal dabei was ich schreiben und nicht was Ihre Phantasie daraus macht.
Zumal da Ihr Wunschdenken mal wieder komplett an der Realität vorbei geht.
Siehe oben.
Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie Sie es wirklich immer wieder für nötig halten alle Diskussionen auf dieses eine Thema zu bringen.
Nein, das bin ich nicht. Es ist Ihre Phantasie.
Beitrag vom 22.09.2020 - 15:02 Uhr
Das finde ich auch lustig. Anderen vorhalten, den Artikel nicht richtig gelesen zu haben, aber selber hat man es wohl nicht mit dem Leseverständnis. Nochmal: Sie werfen hier zwei Firmen durcheinander. Die SBB hat den Personalbedarf jahrelang unterschätzt, das ist richtig. Aber die bezahlen auch keine 30.000€. Dass die Deutsche Bahn Bewerber ablehnte, ist nicht aus dem Artikel zu entnehmen. Die zahlen aber auch so wenig, insofern ist die fehlende Nachfrage nicht verwunderlich.

Kenne ich mehrere Beispiele, die exakt diesen Weg gegangen sind und wo das, was Sie schreiben, definitiv nicht der Fall ist. Aber man kann ja mal was posten, gell? Da ich selber meinen Abschluss an einer der Unis gemacht habe, von denen die großen Beratungsunternehmen gerne Absolventen nehmen, kann ich das wohl ganz gut einschätzen.

Ach wissen Sie, wir haben und hatten diese Debatten schon seit über 5 Jahren. Damals kam immer dasselbe Sprüchlein mit dem Ast und der Säge. Aber irgendwie treten all diese Untergangsszenarien nie so richtig ein. Welch ein Wunder...

Die werden auch kein Interesse an diesen Stellen haben. Die werden woanders unterkommen bzw. haben gut vorgesorgt.

Das passt ja alles ganz gut zu Ihrem Beitrag vom 19.09. um 15:48 Uhr im Thread: "Piloten stimmen Lufthansa auf Gegenwind zu "Ocean" ein".
Zitat von Ihnen:

Man muss das Forum so nehmen wie es ist: ein Zeitvertreib, wenn einem langweilig ist. Für seriöse Diskussionen oder anderes bin ich nicht hier, nur zur Belustigung :)

So muss man das wohl sehen.



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