Alitalia-ITA
Älter als 7 Tage

Einen Schritt vor und fünf zurück

Alitalia Boeing 777
Alitalia Boeing 777, © Alitalia

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ROM - Noch vor wenigen Tagen schien der Neustart des Alitalia-Flugbetriebes im Nachfolger ITA beschlossene Sache: die EU-Kommission hatte Italien eine Hilfszahlung von 25 Millionen Euro genehmigt, um letzte Alitalia-Gehälter zu überweisen. Doch statt Aufbruch gibt es nun wieder Aufschrei - in Richtung Brüssel.

"Alitalia wird bestraft. Die Europäische Union hilft nur Air France", erzürnt sich der "IlFattoQuotidiano". Die französische Airline könne in der Krise zusätzlich zu den bereits zugesagten sieben Milliarden Euro mit weiteren staatlichen Hilfen rechnen, während die italienische Airline zu einem "Bonsai-Betrieb" zusammengestutzt werde.

Für das Bonsai-Zitat bedient sich das Portal bei Gewerkschaftern - und illustriert auf diese Weise, dass es mal wieder partei- und institutionenübergreifend brodelt in der italienischen Politik. Einig sind sich alle, die jetzt rufen, in ihrer Wut auf Brüssel und besonders auf die Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Denn anders als von Entwicklungsminister Giancarlo Giorgetti angekündigten 55 Millionen Euro hat sie nur die Freigabe von 25 Millionen Euro in Aussicht gestellt. "Unzulässig" und "inakzeptabel" seien die Forderungen der Kommission - darin sind sich Politiker wie der rechtgerichtete Giorgetti und Giulia Lupo von der europaskeptischen Fünf-Sterne-Bewegung, aber auch solche wie Stefano Fassina von der linksgerichteten Leu und Gewerkschafter einig.

45 Flugzeuge, 5.000 Mitarbeiter

Der einzige Unterschied: letztere wollen weiter verhandeln, erstere die Gespräche pausieren. Doch worum geht es eigentlich? Die EU-Kommission fordert von Italien, dass es für den Neubeginn den Flugbetrieb von den anderen Geschäftsbereichen wie etwa der Technik, der Wartung und dem Vielfliegerprogramm abtrennt.

Starten soll die ITA mit zirka 45 Flugzeugen und 5.000 Mitarbeitern - weniger als die Hälfte der alten Alitalia. Die anderen Bereiche sollen an den Meistbietenden verkauft werden.

Ein krasser Einschnitt, nur: diese Forderungen und Pläne sind seit Monaten bekannt. Was Italiener als das Messen mit zweierlei Maß bei der Verteilung von Hilfsgeldern brandmarken, begründet die EU-Kommission damit, dass die Alitalia bereits vor der Corona- in einer schweren Krise steckte.

Dass Politiker verschiedener Coleur nun erneut auf die Barrikaden gehen, spielt weder den Mitarbeitern von Alitalia in die Hände, noch vergrößert es den Spielraum des Landes bei der Gestaltung seiner Airline. Denn die Coronakrise fordert unablässig ihren Tribut - und droht damit, selbst vormals gesunde Airlines in die Knie zu zwingen.
© aero.de | Abb.: Alitalia | 31.03.2021 16:06


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