Boeing P-8 Poseidon
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Hier entsteht Norwegens erster Meeresgott

US Navy Boeing P-8A Poseidon
US Navy Boeing P-8A Poseidon, © US Navy

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RENTON - Ein grüner 737-Rumpf ohne Kabinenfenster? Das kann nur eins bedeuten: Aus diesem Rumpf wird kein Airliner, sondern eine Boeing P-8A Poseidon. In diesem Fall die erste für Exportkunde Norwegen. Am vergangenen Montag startete Boeing im Werk Renton mit der Endmontage des Seeaufklärers.

Überspitzt könnte man sagen, die P-8 Poseidon ist zur Zeit die erfolgreichste 737-Variante, die Boeing im Angebot hat. Zumindest die mit dem saubersten Image. Und der U-Boot-Jäger entwickelt sich immer mehr zum Exportschlager.

Selbst die deutschen Marineflieger liebäugeln mit der P-8, auch wenn sie für Deutschland - jedenfalls als Übergangslösung - womöglich zu teuer sein wird.

104 Poseidons hat Boeing bereits ausgeliefert. Der Großteil fliegt bei der US Navy, doch auch Australien, Großbritannien und die indische Marine nutzen die P-8 bereits - letztere unter dem Namen P-8I Neptune. Auf der Kundenliste stehen ferner Neuseeland (vier Bestellungen), Südkorea (ebenfalls vier) sowie Norwegen (fünf Orders).

Erster Rumpf in Renton

Die Norweger sollen ihre P-8A allesamt bis Ende 2023 erhalten und möchten damit die bisherige Seepatrouillenflotte aus P-3C Orion und Falcon 20 ablösen. Die Jets werden im hohen Norden Norwegens stationiert, auf dem Stützpunkt Evenes. Dort erwartet man die erste der fünf norwegischen Poseidons noch in diesem Jahr.

Die Fertigung der Maschine geht in den USA deshalb nun in die finale Phase. Vergangenen Montag lieferte Zulieferer Spirit AeroSystems aus dem knapp 3.000 Kilometer entfernten Wichita (Kansas) per Eisenbahn den Rumpf des Flugzeugs im Boeing-Endmontagewerk Renton an.

Boeing P-8 Poseidon, © Boeing

Dort wird die Poesidon in den kommenden Wochen fertig zusammengebaut und verkabelt. Danach wird Renton die P-8 als "grünes Flugzeug" an das benachbarte Boeing Field weiterreichen, wo sie bei Boeing Defense ihre militärischen Systeme erhält.

Bewährte Prozesse sparen Kosten

Die Fertigung der Poseidon in Renton erfolgt größtenteils analog zu den zivilen Varianten. Die P-8 basiert auf der zivilen 737-800, besitzt jedoch einen strukturell verstärkten Rumpf und nutzt die Tragflächen der größeren 737-900.

"Boeing nutzt einen bewährten Inline-Produktionsprozess, um das Flugzeug effizient zu bauen", erklärt Christian Thomsen, P-8A Europe Programm-Manager. "Durch die Implementierung etablierter Best Practices und gängiger, kommerzieller Produktionssystem-Tools ist das Team in der Lage, die Durchlaufzeit und die Kosten zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität und die pünktliche Auslieferung an unsere Kunden zu gewährleisten."
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Boeing | 18.04.2021 08:26


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