Afghanistan
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Luftwaffe fliegt 229 Menschen mit A400M aus

Luftwaffe fliegt 229 Menschen mit A400M aus
Luftwaffe fliegt 229 Menschen mit A400M aus, © BMVg

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KABUL - Die USA und Deutschland verstärken ihre Bemühungen zur Evakuierung eigener Staatsbürger, Afghanen und Menschen anderer Nationalitäten aus Kabul. Die Mission steht unter hohem Zeitdruck. Großbritannien will den letzten Flug aus Kabul bereits in fünf Tagen starten lassen.

In der Nacht zu Freitag brachten Bundeswehr-Maschinen erneut Hunderte Menschen aus der afghanischen Hauptstadt heraus. Deutsche Airbus A400M pendeln seit Tagen zwischen Kabul und Taschkent. Am Mittwoch holte die Luftwaffe mit einem Flug 229 Menschen aus Afghanistan raus.

Aus Washington hieß es, das US-Außenministerium schicke zusätzliche Konsularbeamte nach Katar und Kuwait, um dort die Weiterreise der Menschen zu organisieren. Außerdem seien weitere Beamte in Kabul gelandet, wo rund um den Flughafen weiter Chaos herrscht. Das Ziel sei es, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich aus dem Land zu bringen.

Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums seien in engem Kontakt mit den militant-islamistischen Taliban außerhalb des Flughafens, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. "Wir wollen nicht, dass jemand belästigt oder verletzt wird." Kirby betonte, dass man keinen kompletten Überblick darüber habe, was außerhalb des Flughafens passiere und ob auch Menschen mit US-Pässen oder Visa von den Taliban schikaniert würden. Man habe am Flughafen zusätzliche Gates geöffnet, um die Evakuierung zu beschleunigen.

Die Journalistin Ayesha Tanzeem vom US-Auslandssender Voice of America berichtete via CNN von "grausamen Szenen" rund um den Flughafen. Die Situation sei genauso schlimm, wie es auf zahlreichen Videos zu sehen sei - und werde immer schlimmer. Sie selbst sei erst beim dritten Anlauf in den Flughafen gekommen und habe stundenlang im Gedränge gestanden.

Unterdessen wurden neue Vorwürfe laut, die US-Regierung habe nicht rechtzeitig auf Warnungen gehört. CNN berichtete, im Juli hätten US-Diplomaten ein geheimes Schreiben an US-Außenminister Blinken geschickt und darin schnelles Handeln gefordert.

"Soweit ich weiß, wurde in dem Telegramm der mögliche Sturz der afghanischen Regierung nach dem Abzug der US-Truppen am 31. August vorausgesagt", sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Jonathan Finer dazu. "Ich denke, das Telegramm spiegelt wider, was wir schon die ganze Zeit gesagt haben." Niemand habe erwartet, dass die afghanische Regierung und Armee binnen weniger Tage kollabieren würden

Während das US-Militär mit Stand Donnerstagmorgen 2.000 Menschen innerhalb von 24 Stunden evakuiert hatte, hat die Bundeswehr seit Montag mehr als 1.600 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. Am Freitagmorgen landeten zwei weitere Maschinen aus Kabul mit insgesamt über 360 Menschen in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, von wo aus sie mit zivilen Flugzeugen weiter nach Deutschland gebracht werden.

Der letzte britische Evakuierungsflug wird Kabul schon in vier Tagen verlassen. Nach Informationen der "Times" will London die letzten Staatsbürger und Ortskräfte am 24. August aus den Land holen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: BMVg | 20.08.2021 07:20


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