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EASA wartet auf Nachricht aus Katar

Qatar Airways Airbus A350-1000
Qatar Airways Airbus A350-1000, © Airbus

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DOHA - Katar spricht 13 Airbus A350-900 die Flugsicherheit ab: Qatar Airways hat die Flugzeuge auf Anweisung der katarischen Luftfahrtbehörde QCAA seit August gegroundet. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat in Katar Informationen angefordert - und wartet bislang vergebens auf eine Antwort.

Jeder vierte der 53 Airbus A350-900 von Qatar Airways bleibt vorerst am Boden. Grund dafür ist diesmal nicht die Luftfahrtkrise, sondern ein Materialproblem.

An den Flugzeugen baut sich der Grundierungsauftrag zwischen CFK-Rumpf und Basislack ab - und das offenbar deutlich schneller als gewöhnlich.

Erstmals war Qatar Airways im November 2020 bei einer planmäßigen Umlackierung der erst 2018 ausgelieferten A7-ALL in Shannon auf das Problem gestoßen. Der Materialdefekt selbst ist unbestritten, Airbus und EASA waren frühzeitig eingebunden.

"Der EASA ist der Abbau der Schutzschicht bekannt", sagte EASA-Sprecherin Orna Cosgrove aero.de. Über die Schwere, mögliche Folgeschäden und vor allem Risiken gehen die Meinungen zwischen Qatar Airways und QCAA auf der einen und EASA und Airbus auf der anderen Seite stark auseinander.

Qatar-Airways-Chef Akbar Al-Baker sieht auf Airbus bereits Probleme "im industriellen Ausmaß" zurollen, bleibt bei der konkreten Fehlerbeschreibung aber vage. Von Feinrissen im CFK-Material ist die Rede, andere Quellen verorten das eigentliche Risiko im Blitzschutz der A350-900.

Klarheit könnte die QCAA schaffen, die das Grounding der Flugzeuge in diesem Monat verfügt hat. "Die EASA hat Kontakt zur Qatari Civil Aviation Authority aufgenommen, um festzustellen, ob das jüngste Einschreiten Fragen der Lufttüchtigkeit aufwirft - oder nicht", sagte Cosgrove aero.de am 9. August.

Zumindest bis letzten Donnerstag stand eine detaillierte Begründung aus Katar weiterhin aus. "Der EASA wurden bislang noch keine neuen Erkenntnisse übermittelt", sagte Cosgrove aero.de. Die QCAA hat auf eine Anfrage von aero.de bisher nicht reagiert.

Weil das Problem aktuell nur Qatar Airways betrifft, ist die EASA für eine etwaige neue Prüfung der Risiken dringend auf Informationen aus Katar angewiesen. "Andere Fluggesellschaften haben keine Schäden am Lack oder der Schutzschicht gemeldet", sagte die Sprecherin.

Bislang vorliegende Daten lieferten laut EASA jedenfalls "keinerlei Anhaltspunkte" für eine Beeinträchtigung der strukturellen Stabilität des Flugzeugs - die Behörde stuft die Materialabnutzung daher eher als Wartungsproblem ein "und beabsichtigt derzeit nicht, Maßnahmen zu ergreifen".

Qatar Airways lehnt neue A350 vorerst ab

Airbus steht laut Insidern mit Qatar Airways in Kontakt, um eine Lösung zu finden. Der Airline haftet in Toulouse der Ruf eines heiklen Kunden an, mit dem man es sich trotzdem nicht verscherzen darf: Qatar Airways hat bei Airbus noch 23 A350-1000 offen - und lehnt derzeit die Auslieferung neuer Flugzeuge ab.
© aero.de | Abb.: Airbus | 22.08.2021 08:04

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Beitrag vom 23.08.2021 - 10:59 Uhr
Es ist auch bekannt, das übermüdete Piloten ein Sicherheitsrisiko
sind. Trotzdem sehe ich bei den ME3 in Pilotenforum konsistent ein
hohes Niveau an Beschwerden darüber wie fix und fertig die oft sind
und kaum noch wahrnehmen, was um sie herum vor sich geht.

Ja wenn das im Pilotenforum steht dann muss es stimmen, ohne wenn und aber. Und wenn man fix und fertig ist, setzt man sich ins Cockpit und gut iss? Seltsame Geschichte.

Dieser Beitrag wurde am 23.08.2021 11:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.08.2021 - 07:57 Uhr
Sandmänner? Ölmultis in Ferrari? Piloten die Sicherheit für Urlaubsplanung auf das Spiel setzen?
Herje. Da werden seltsame Bilder bemüht. Wie wäre es mit größter A350 Kunde?


Achso: Die Sache ist natürlich „fishy“…. Da stimme ich euch allen zu.

Beitrag vom 22.08.2021 - 20:29 Uhr
Es ist auch bekannt, das übermüdete Piloten ein Sicherheitsrisiko sind. Trotzdem sehe ich bei den ME3 in Pilotenforum konsistent ein hohes Niveau an Beschwerden darüber wie fix und fertig die oft sind und kaum noch wahrnehmen, was um sie herum vor sich geht.
Das war vor längerer Zeit hier schon einmal Thema. Es liegt zum Großteil an den selbstgestrickten Dienstplänen um möglichst lange Freizeitblöcke am Stück nehmen zu können um dann den ach so schönen Sandkasten möglichst lange Richtung Heimat zu verlassen.
Warum sollte das am Boden besser laufen? Ich halte Schlamperei oder absichtliche Abkürzungen zum Kostensparen daher für nicht so weit hergeholt als mögliche Ursache.
Sie meinen dass man das Flugzeug nicht mehr gut genug entfettet bevor man die Grundierung aufträgt? Wäre möglich, klar. Aber sprechen wir eigentlich von den Lackierungen ab Werk oder von Nachlackierungen im Rahmen der Wartungsintervalle?
Das würde dann auch gut zum Totstellen passen, denn dann könnte ja jemand sein Gesicht verlieren.
Wenn Airbus bei der Erstlackierung schlampig war, dann hätten uns die Sandmänner das vermutlich bereits erzählt.


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