Grounding in Doha
Älter als 7 Tage

EASA hat A350 von Qatar Airways überprüft

Qatar Airways Airbus A350-1000
Qatar Airways Airbus A350-1000, © Airbus

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DOHA - Auf Weisung der katarischen Luftfahrtbehörde QCAA hat Qatar Airways seit August 16 Airbus A350 wegen Defektstellen am Rumpf aus dem Verkehr gezogen. Die Europäische Luftfahrtaufsicht EASA hat sich die Flugzeuge vor Ort angesehen - und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Qatar Airways setzt 16 ihrer 53 Airbus A350 vorerst nicht ein. Airline und QCAA hegen Zweifel an der Lufttüchtigkeit der Flugzeuge.

"Es liegt ein Beschichtungsproblem vor, das den Blitzschutz am Rumpf schwächt und zum Auftreten von Rissen am Verbundwerkstoff geführt hat", ging Qatar-Airways-Chef Akbar Al-Baker in einem Interview mit "Bloomberg" am Rande der IATA-Konferenz in Boston erstmals genauer auf das Fehlerbild ein.

Der Mangel an sich ist unbestritten. Laut Insidern neigt die Grundierung zwischen CFK-Rumpf und Basislack zu vorzeitiger Abnutzung.

Der Abtrag trete nicht an den Metalloberflächen und nur an Stellen auf, die "einer aerodynamischen Belastung" ausgesetzt sind, sagte Al Baker. Erstmals war Qatar Airways im November 2020 bei einer Umlackierung der erst 2018 ausgelieferten A7-ALL in Shannon auf das Problem gestoßen.

Airbus arbeitet mit Qatar Airways an einer Lösung. Der Hersteller sehe aber keinerlei Anlass für ein Grounding der Flugzeuge, stellte Airbus-Chef Guillaume Faury in Boston klar.

Die Europäische Luftfahrtaufsicht EASA hat sich inzwischen vor Ort ein eigenes Bild von den betroffenen Flugzeugen gemacht.

EASA-Team checkt A350

"Die EASA ist seit Dezember 2020 über Bedenken von Qatar Airways hinsichtlich eines vorzeitigen Lackabbaus bei der A350 informiert", sagte EASA-Sprecherin Janet Northcote aero.de am Dienstag. "Ende September 2021 hat die Agentur die Zivilluftfahrtbehörde von Katar besucht und hatte Gelegenheit, einige der betroffenen Flugzeuge zu inspizieren."

Bei der Stichprobe hat das EASA-Team zwar einen "verschlechterten Lackzustand" festgestellt. Trotzdem hegt die EASA "zum jetzigen Zeitpunkt keine Bedenken hinsichtlich der Lufttüchtigkeit der A350", stellte Northcote klar. Dies gelte sowohl für den Beschichtungsabtrag selbst als auch für die Verbundstruktur und den Blitzschutz.

Die EASA hat der QCAA laut Northcote geraten, Qatar Airways zu einer Inspektion der Flugzeuge "in Übereinstimmung mit den einschlägigen Instandhaltungsrichtlinien" anzuhalten und "etwaige Anomalien gemäß dem üblichen Verfahren an Airbus zu melden".

Im Klartext: Qatar Airways soll die Flugzeuge reparieren. Fraglich, ob das die Bedenken der Airline zerstreuen kann. Der Kunde gilt bei den Herstellern als heikel. Derzeit lehnt Qatar Airways die Auslieferung neuer A350 kategorisch ab - und will ersatzweise die A380-Flotte reaktivieren.
© aero.de | Abb.: Airbus | 05.10.2021 14:10

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Beitrag vom 07.10.2021 - 12:15 Uhr
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Denken Sie denn, alle anderen A350-Betreiber sind unfähig? Ich denke, die anderen CEOs sprechen mit Airbus unter vier Augen und nicht über die Presse durch Drohungen. Auch wir haben Probleme mit neuen Flugzeugen erlebt. Meinen Chef hätten Sie nie auf so niedrigem Niveau in der Weltpresse gehört. DAS (!) nenne ich "ausgesprochen intelligent", um auf Ihre Worte zurück zu kommen.
Das hört sich indirekt wie ein Kompliment für CS an. Wollten Sie das wirklich?

Das war ganz und gar nicht auf Herrn Spohr gemünzt, es gibt noch viele andere, sehr wohlerzogene Airline-CEOs auf dieser Welt. Dennoch halte ich Herrn Spohr für wesentlich gebildeter und mit besseren Umgangsformen ausgestattet, wie den besagten anderen CEO.
Meinen Sie ewtwa MOL?
In einem Forum einer sehr Qatar-freundlichen Webseite darf man nicht immer direkt das sagen, was einem auf den Lippen läge ;-)
Dann geht es Ihnen hier doch richtig gut.
Ich weiss nicht, in welchem Paradies Sie leben, aber mein Kontozähler läuft seit der Pandemie deutlich (!) langsamer. Und das geht auch diversen Piloten so.
Im Verhältnis der erbrachten Gegenleistung aber deutlich mehr als angemessen, finden Sie nicht?
Aber Respekt und Anstand. Ebenso eine angemessene Wertschätzung für Engagement. Und aus direkter Erfahrung weiss ich, dass genau das bei Qatar nicht ganz ausbalanciert ist.
Es ist aber doch ganz normal dass man seinen Job macht. Wofür also jeden Tag einen (nicht ernst gemeinten) Lobesregen?

Es geht hier nicht um Lobesregen. Primär geht es um Respekt und Anstand. Sie kennen offenbar die Mechanismen dieser Branche nicht von innen. Ein Captain muss den Rücken frei haben, um konsequente Entscheide im Sinne der Sicherheit fällen zu können. Wenn man ständig die Kälte einer Klinge im Nacken spürt, sind die Entscheide beeinträchtigt.
Na ja, wer hat das schon. Kapitäne sind keine Opferlämmer, sondern gereifte Persönlichkeiten, und einige werden es doch gar nicht und bleiben vorne rechts, freiwillig oder nicht. Irgendwie wollen die auch so was wie Manager sein. Welcher Manager lässt sich schon von einer kalten Klinge im Nacken ablenken. Was meinen Sie wie viele kalte Klingen CS in den letzten Jahren kennengelernt hat. Sind sie zu stark, bist du zu schwach ...
Beitrag vom 07.10.2021 - 10:03 Uhr
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Denken Sie denn, alle anderen A350-Betreiber sind unfähig? Ich denke, die anderen CEOs sprechen mit Airbus unter vier Augen und nicht über die Presse durch Drohungen. Auch wir haben Probleme mit neuen Flugzeugen erlebt. Meinen Chef hätten Sie nie auf so niedrigem Niveau in der Weltpresse gehört. DAS (!) nenne ich "ausgesprochen intelligent", um auf Ihre Worte zurück zu kommen.
Das hört sich indirekt wie ein Kompliment für CS an. Wollten Sie das wirklich?

Das war ganz und gar nicht auf Herrn Spohr gemünzt, es gibt noch viele andere, sehr wohlerzogene Airline-CEOs auf dieser Welt. Dennoch halte ich Herrn Spohr für wesentlich gebildeter und mit besseren Umgangsformen ausgestattet, wie den besagten anderen CEO.

Zum Glück zeigt die EASA nun, wer hier alleine dasteht.
Ob das AAB interessieren wird?

Ganz genau. Wenn Rumpelstilzchen im Wald vor Wut zerspringt, es aber niemand anderen interessiert, dann wird der Groll im Universum verpuffen.

Ob Herr Al Baker auch CEO einer anderen zivilisierten Airline (ausserhalb Qatars) werden könnte und längere Zeit bliebe? Ich habe meine Zweifel.
Das wird ihm ziemlich egal sein, schätze ich mal.

Wenn Sie meine Worte ganz genau (!) lesen und sich fragen, was ich eigentlich damit sagen wollte, dann verstehen Sie es vielleicht. In einem Forum einer sehr Qatar-freundlichen Webseite darf man nicht immer direkt das sagen, was einem auf den Lippen läge ;-)

Und in Bezug auf die Crews finde ich Ihre herabwürdigende Bezeichnung für Piloten primitiv. Ich nehme meine Verantwortung für Menschen und meine Maschinen sehr ernst. Ich bin keine "Couch Potatoe" und verlange auch kein Schlaraffenland.
Das ist doch ein ganz allgemeiner Ausdruck und hat nichts mit Piloten zu tun. Aber kaum eine andere Beschäftigtengruppe dürfte zur Zeit so viel auf dem Sofa verbringen können und dabei zusehen die der Kontozähler unverändert weiterläuft. Fragen Sie am Besten mal bei Boeing757767 nach ...

Ich weiss nicht, in welchem Paradies Sie leben, aber mein Kontozähler läuft seit der Pandemie deutlich (!) langsamer. Und das geht auch diversen Piloten so.

Aber Respekt und Anstand. Ebenso eine angemessene Wertschätzung für Engagement. Und aus direkter Erfahrung weiss ich, dass genau das bei Qatar nicht ganz ausbalanciert ist.
Es ist aber doch ganz normal dass man seinen Job macht. Wofür also jeden Tag einen (nicht ernst gemeinten) Lobesregen?

Es geht hier nicht um Lobesregen. Primär geht es um Respekt und Anstand. Sie kennen offenbar die Mechanismen dieser Branche nicht von innen. Ein Captain muss den Rücken frei haben, um konsequente Entscheide im Sinne der Sicherheit fällen zu können. Wenn man ständig die Kälte einer Klinge im Nacken spürt, sind die Entscheide beeinträchtigt.

Beitrag vom 07.10.2021 - 07:53 Uhr
Kann bei einem Lack-/ Beschichtugsschaden überhaupt der Blitzschutz beeinträchtigt werden?

Ich dachte immer dieses Kupfernetz wird wie die anderen CfK/ GfK Schichten auch ganz normal mit Kunstharz auflaminiert und ist damit integraler Bestandteil der Struktur?
Im Wortsinne wäre es kein integraler Bestandteil, die Struktur kommt ohne Blitzschutz aus. Wäre der Blitzschutz in der Struktur, könnte bei Blitzschlag durch Ausdehnung und Abschmelzen des Mesh die Struktur geschädigt werden. Das ist an einigen Stellen außen auflaminiert.
Soweit man das schnell recherchieren kann nimmt das Composite Wasser auf und muss dagegen versiegelt werden. Durch die frier/tau Züglen kann das Composite Schaden nehmen und ggfls Delaminieren. Dadurch könnte Wasser unter das Blitzschutz Laminat gelangen, frier/tau, delaminieren usw. Lack ist daher nicht nur Zierde sondern auch Schutz.
Es gibt einen guten Artikel zu Festigkeit wassergetränkter Composits, da ist das gut erklärt. Habe leider den Link nicht mehr. Aber wäre die Kurzform.
Leider erfährt man nicht mehr, spannend finde ich die Unterschiede zwischen den einzelnen Flugzeugen. Nur einige haben das Problem. Unterschiedliche Primer/Lacke oder Fertigungsverfahren?
Wenn Menschmeier noch hier wäre, der wüsste das bestimmt ...



Das mit dem Minderwertigkeitskomplex find ich tatsächlich garnicht mal so abwegig denn am Golf ist das Land wie die Airline von Katar eben am kleinsten/ schwächsten ...

Der letzte Boykott der großen Nachbarn liegt auch nicht lange zurück.


Man könnte "seine Art" aber auch als pseudo-innovatives (und prinzipienloses und dummes) Guerillamarketing interpretieren.
Auch das ist diskriminierend.


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