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Politiker rechnet mit Tap Air Portugal ab

Tap Air Portugal Airbus A321LR
Tap Air Portugal Airbus A321LR, © Airbus

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LISSABON - Die Sanierung von Tap Air Portugal wird für Portugal zur finanziellen Belastung. In der Politik werden Rufe nach einer Privatisierung lauter. Ein führender Oppositionspolitiker nannte Tap ein "Fass ohne Boden" - mit einer schnellen Richtungsentscheidung ist allerdings nicht zu rechnen.

Rui Rio ist bei Thema Tap schnell auf Hundertachtzig. Der Chef der portugiesischen Sozialdemokraten brandmarkte die Airline jetzt in einer Fernsehrunde öffentlich als "Schade" und "Fass ohne Boden", das "die öffentlichen Finanzen auf Dauer bluten lassen wird".

In Portugal ist eine hitzige Debatte über die Zukunft der Airline entbrannt, seit die regierenden Sozialisten in der Krise den Rückzug des Staats aus Tap beendeten. Portugal hat im Dezember ein OK aus Brüssel für 2,55 Milliarden Euro Staatshilfen an TAP erhalten - plus 107 Millionen Euro als Ausgleich für Verluste, die Tap in der Krise erlitten hat.

Portgual hatte TAP 2020 zunächst mit 1,2 Milliarden Euro gestützt, im April 2021 gab die EU-Kommission eine weitere Kreditlinie über 462 Millionen Euro frei. Ein aktueller Sanierungsplan steckt einen Gesamtkapitalbedarf von 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro ab. Um die zusätzlichen Gelder gibt es in Portugal Streit.

"Wie alle öffentlichen Verkehrsbetriebe" sollte Tap schnellstmöglich privatisiert werden, sagte Rio. "Sie dient nicht dem ganzen Land, sondern einzig und allein dem Flughafen Lissabon und hat Faro, Porto und die autonomen Regionen im Stich gelassen".

In Portugal wird nach einer im Regierungskrise am 30. Januar ein neues Parlament gewählt - über Tap wird eine neue Regierung entscheiden.

Türkische Option

Nach Medienberichten hatte die Türkei Ende 2021 die Verkaufsbereitschaft der portugiesischen Regierung ausgelotet. Turkish Airlines, hieß es, sei zu einer Investition von 1,9 Milliarden Euro in Tap bereit - soll aber einen Mehrheitsanteil zur Bedingung gemacht haben.

Turkish Airlines hat den Medienbericht zurückgewiesen. "Für den Moment" strebe das Unternehmen keine Beteiligung an einer anderen Airline an, teilte Turkish Airlines mit. TAP baut im Zuge einer Radikalsanierung rund 2.000 ihrer 10.600 Stellen ab und verkleinert Flotte von knapp über 100 auf 88 Flugzeuge.
© aero.de | Abb.: Airbus | 11.01.2022 09:30

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Beitrag vom 12.01.2022 - 13:08 Uhr
„Und es würde durchaus zur LH passen, weil die LH nach Südamerika nicht gerade stark aufgestellt ist. „

Südamerika ist ein attraktiver Markt. Lufthansa deckt in Brasilien, dem Hauptmarkt von Tap, die Premiummärkte São Paulo und Rio de Janeiro ab, von FRA und MUC, ab ZRH ebenfalls. (MUC -Rio ist eine Premiere!) Diese Strecken haben bei Swiss und LH First und Business, bringen also das grosse Geld. Auch mit Fracht. Edelweiss macht Premium Tourismus. Der Rest des Markts ist überwiegend Massenbeförderung mit sehr tiefen oder gar keinen Margen. Tap ist zudem strukturell unprofitabel, seit Jahrzehnten.Der vorherige Investor (JetBlue Gründer Neelemann) hat sich bereits die Zähne ausgebissen und sich schnell wieder verabschiedet. Und das, obwohl er in USA mit JetBlue und Brasilien (Azul) starke eigene Airlines als Partner hatte. LH soll sich auf die wichtigen rentablen Strecken in Lateinamerika konzentrieren, und den Rest mit Zubringern wie Azul abdecken. So machen Delta, AA und AirFrance / KLM es auch. Allenfalls wäre noch ein Ziel im Nordosten Brasiliens für LH interessant, wo sie ein Hub mit einem Lokalen aufbauen können. Das wäre viel effizienter als in Lissabon, einem viel zu kleinen und kundenunfreunlichen Airport.
Beitrag vom 12.01.2022 - 07:34 Uhr
Nein, dürfte TK nicht. Sie könnten allenfalls zusammen mit einem EU Partner Tap übernehmen (TK selbst max 49.9%).

Wie ich aber schon vorher zu Tap geschrieben hatte, in Richtung LH: Haltet Euch fern, es ist in der Tat ein Fass ohne Boden….

Tap war zwischendurch eigentlich mal auf einem guten Weg.

Und es würde durchaus zur LH passen, weil die LH nach Südamerika nicht gerade stark aufgestellt ist. Brussels ist ganz gut in richtung Afrika, aber nach Südamerika ist keiner in der Group so gut unterwegs.
Mal blöd spekuliert: Tap ist in der Star Alliance. TK betreibt schon SunExpress mit LH.
Was ist wenn die LH und TK sich das 40-40 Teilen und Portugal 20% behält?
Flottentechnisch ist Tap auch nicht schlecht aufgestellt mittlerweile:
Die Wbs sind fast komplett auf 300 Pax A339 umgestellt, bei SA sind viele Neos in der Flotte. Das ist eigentlich eine gute basis um erfolgreich zu sein.


Tap, ITA, SAS, Air Europe - der EU Markt konsolidiert jetzt und man kann jetzt die Weichen richtig stellen oder ins Klo greifen.
Tap hat in meinen Augen auch einfach Pech gehabt.

Beitrag vom 12.01.2022 - 02:07 Uhr
Nein, dürfte TK nicht. Sie könnten allenfalls zusammen mit einem EU Partner Tap übernehmen (TK selbst max 49.9%).

Wie ich aber schon vorher zu Tap geschrieben hatte, in Richtung LH: Haltet Euch fern, es ist in der Tat ein Fass ohne Boden….


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