Rechtsstreit mit Airbus
Älter als 7 Tage

Qatar Airways zeigt Video von A350-Schäden

Qatar Airways Airbus A350
Qatar Airways Airbus A350, © Qatar Airways

Verwandte Themen

LONDON - Der Lack in der Geschäftsbeziehung von Airbus und Qatar Airways hat Risse. Airline und Hersteller streiten über Korrosion am A350. Qatar Airways hat Airbus vor einem Londoner Gericht auf 618 Millionen US-Dollar Schadensersatz verklagt - und am Freitag erstmals Bildmaterial zu den Schäden veröffentlicht.

Der offene Schlagabtausch zwischen Qatar Airways und Airbus setzt sich for. Airbus hat am Freitag eine Bestellung der Airline über 50 A321neo storniert. Postwendend hat Qatar Airways ein Video veröffentlicht, dass das Grounding von derzeit 21 A350 bei der Airline untermauern soll.

Qatar Airways betonte in einer Pressemitteilung, die Schäden am A350 seien nicht auf die Oberfläche beschränkt.

"Einer der Mängel führt dazu, dass das Blitzschutzsystem des Flugzeugs freiliegt und beschädigt wird, ein anderer Mangel führt dazu, dass die darunter liegende Verbundwerkstoffstruktur Feuchtigkeit und ultraviolettem Licht ausgesetzt ist, und andere Mängel umfassen Risse im Verbundwerkstoff sowie Schäden um einen hohen Prozentsatz der Niete am Flugzeugrumpf", hieß es am Freitag.

Qatar Airways Airbus A350, © Qatar Airways
 
Es sei bedauerlich und frustrierend, dass Airbus offenbar beschlossen habe, den Streit auszuweiten und zu eskalieren. "Wir fordern Airbus weiterhin nachdrücklich auf, eine zufriedenstellende Ursachenanalyse der Fehlerursache durchzuführen, so wie es notwendig ist". Qatar Airways sei nach wie vor bereit, dabei zu helfen.

In der Zwischenzeit werde die Airline ihre Position in dem Gerichtsverfahren energisch verteidigen. Gleiches hat Airbus vor.

"Keine vernüftige Grundlage"

Für das Landeverbot gebe es "keine vernünftige Grundlage", hieß es in am Donnerstag veröffentlichten Dokumenten von Airbus zur Vorbereitung einer Anhörung vor dem Gericht. Qatar Airways habe das Landeverbot vielmehr veranlasst oder geduldet, weil es angesichts der von der Pandemie beeinflussten Nachfrage in seinem wirtschaftlichen Interesse liege, die Flugzeuge am Boden zu halten, machte Airbus geltend.

Die Ursache der vorzeitigen Materialablösung am A350 ist laut Airbus bekannt - und reparabel. Dieser Sichtweise hatte sich zuletzt auch die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA angeschlossen und Qatar Airways zu einer Instandsetzung geraten. Ein Sicherheitsproblem erkannte die EASA nach einer Stichprobe in Doha nicht.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Qatar Airways | 22.01.2022 10:15

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 03.02.2022 - 08:28 Uhr
Also, komischerweise hört man nur von Quatar diese Beschwerden. Und A350er fliegen mittlerweile über den ganzen Globus. Airbus bietet Reparaturen an, aber man will nicht. Lieber eine Klage und Geld holen?

Jetzt kommt noch der Whistleblowerbericht von Piloten bei Quatar, die keine gesetzeskonformen Dienstpläne absolvieren müssen und teilweise auf Flüge einschlafen vor Müdigkeit.

Habe den Eindruck, dass hier mehr "im Busch" ist als ein bisschen abgeplatzter Lack.
Beitrag vom 24.01.2022 - 18:35 Uhr
@FrequentC
Meine Entgegnung, daß man Leasingobjekte nicht einfach so zurück geben kann, bezog sich auf deine Aussage

>Das schöne am Leasing ist aber, das man den Vertrag auslaufen lassen kann und der
>Leasinggeber hat den Flieger auf dem Hof stehen. Der der die Kiste dagegen gekauft
>hat, muss sie voll bezahlen.

Das ist zwar richtig, wenn der Leasingvertrag ausläuft und nicht verlängert wird, ich bezog mich aber auf vorzeitige Vertragskündigung.

Wobei selbstverständlich, wie bei Autos auch, Grundlage der Leasingkalkulation der erwartete Restwert nach Ablauf der Leasingzeit ist (womit Leasingraten gerne mal klein gerechnet werden können) und stark zu vermuten ist, daß nicht nur autofinanzierende Banken sondern auch flugzeugverleasende Finanzierungsgesellschaften das Restwertrisiko dem Leasingnehmer aufhalsen, sprich wenn die Kiste nicht den erwarteten Wiederverkaufswert bringt der Leasingnehmer die Differenz nachschießen muß.

Käufer und Leasingnehmer haben somit deshalb praktisch dasselbe Restwertrisiko, sauber gerechnet sind Leasingraten dann noch wegen der zusätzlichen Finanzierungsverluste eher höher als Abzahlung aus Eigenmitteln, der Reiz des Leasings liegt üblicherweise auf der steuerlichen Seite, sofern Gewinne eingefahren werden. Sofern.
Beitrag vom 24.01.2022 - 10:00 Uhr
Vielleicht ist es auch schlicht und einfach nur ein "handwerkliches Problem". Die (Lackierungs-)Techniken mit diesem Untergrund sind ja im Vergleich zu herkömmlichen Methoden/ Untergründen (Alu) doch noch sehr "jung". Insofern ist die von @Contrail55 geschriebene Erklärung m.E. die bisher beste Erklärung. Aber wir sind halt alle nur Laien auf diesem Gebiet.

Ich bin sicher, die Spezialisten bei Airbus und Boing (wenn die denn Zeit dafür haben ;)) beschäftigen bereits intensiv mit dem Problem.

Sicherheitsrelevant, wie es Al B. darzustellen versucht um finanzielle Vorteile zu "erpressen", scheint das Problem nicht zu sein (sonst würde er ja weder A350 noch B787 fiegen lassen...).


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

PaxEx.de Passenger Experience

FLUGREVUE 11/2022

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden