Mexiko-Stadt
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Serie von GPWS-Aktivierungen alarmiert IATA

Volaris Airbus A320neo
Volaris Airbus A320neo, © Airbus

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MEXIKO-STADT - Ein zweiter Airport erforderte eine Neueinteilung des Luftraums über Mexiko-Stadt. Verspätungen und Zwischenfälle nehmen seither zu. Der Weltairlineverband IATA warnt vor "gesteuerten Flügen ins Gelände", der Chef der mexikanischen Flugsicherung räumt seinen Schreibtisch.

Mexiko-Stadt hat seit Kurzem zwei große Verkehrsflughäfen: 50 Kilometer nördlich vom Stadtzentrum ging im März der Felipe Angeles Airport an Netz. Der umgebaute Militärflughafen soll dem chronisch überlasteten Drehkreuz Benito Juarez Flüge abnehmen - das sorgt jetzt für erhebliche Probleme.

Der Linienluftfahrtverband IATA weist die mexikanische Regierung in einem Schriben auf inzwischen 17 Vorfälle hin, bei denen sich das Bodenkollisionswarnsystem GPWS im Cockpit aktiviert hat.

"Ohne ein schnelles Eingreifen der Crew können solche Szenarien in gesteuerten Flügen ins Gelände (CFIT) enden, was in der Branche als einer der höchsten Risikofaktoren für die Betriebssicherheit gilt", spricht die IATA in dem Brief eine eindringliche Warnung aus.

Die IATA bringt den Anstieg der Ground Proximity Warnings in Zusammenhang mit der Neueinteilung des Luftraums über Mexiko-Stadt vor der Eröffnung des zweiten Flughafens. Die International Federation of Air Line Pilots Associations (IFALPA) griff die Kritik des Verbands umgehend auf.

"Ungeplante Warteschleifen, kurzfristige Flugumleitungen"

Piloten seien in Mexiko-Stadt zunehmend mit "ungeplanten Warteschleifen, kurzfristigen Flugumleitungen und GPWS-Alarmen konfrontiert", teilte der Pilotenverband mit. Die IFALPA rät Piloten, bei Flügen nach Mexiko-Stadt eine zusätzliche Treibstoffreserve anzulegen - in einigen Fällen sei der Sprit knapp geworden.

Die mexikanische Flugsicherung zieht nach den Fehlern bei der Neueinteilung des Luftraums über der Hauptstadt personelle Konsequenzen:  Seneam-Cochef Victor Hernandez ist am Wochenende zurückgetreten.
© aero.de | Abb.: Volaris | 09.05.2022 08:55

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Beitrag vom 10.05.2022 - 08:25 Uhr
Ich frage mich jedoch auch, wie das mit der situational awareness betreffend Terrain im Cockpit aussah.
>

Wahrscheinlich gut, sonst wären sie ja in die Berge geflogen...

Zunächst mal hat ATC die Verantwortung bei Radar Vectors...
Die Final Decision obliegt dem PIC aber, wenn die Höhen auf / über der MSA liegen, warum nicht.

Wenn sich aber trotzdem GPWS Events häufen, muss man sehen warum. ( Closure Rate des Terains, ggf Temperatureffekte, Daylight VMC Freigaben ? Procedures der jeweiligen Airlines ) und dann die Vektoren ( Areas ) oder Procedures anpassen, z. B die Minimum Höhen erhöhen.
Ich gehe mal davon aus, dass nicht unter die MSA gevectored wurde.

Da der oberste Verantwortliche in Mexiko gerade gehen musste, denke ich, dass hier die Behörde mal wieder nicht / träge reagiert hat.
Ebenso wurde die Flugsicherungsqualität von der FAA gerade runtergestuft.


Dieser Beitrag wurde am 10.05.2022 08:27 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 09.05.2022 - 15:20 Uhr
Ich frage mich jedoch auch, wie das mit der situational awareness betreffend Terrain im Cockpit aussah.


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