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Ryanair vermeidet konkrete Gewinnprognose

Michael O'Leary
Michael O'Leary, © Eurocontrol

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DUBLIN - Ukraine-Krieg und steigende Spritpreise versperren Ryanair die Sicht. Die Airline hält sich mit einer Prognose für das laufende Jahr zurück. Die Buchungen für den Sommer boomten zwar, die Nachfrage werde aber durch eine Reihe von Faktoren beeinträchtigt, teilte Ryanair am Montag in Dublin mit.

Für das laufende Geschäftsjahr werde zwar eine angemessene Rentabilität angestrebt. Allerdings werde das Wachstum durch die Covid-19-Pandemie und Russlands Invasion in die Ukraine bedroht. Angesichts des anhaltenden Risikos negativer Nachrichten zu diesen beiden Themen sei es fast unmöglich, eine vernünftige oder genaue Gewinnprognose abzugeben.

An der Börse in Dublin kam die fehlende Prognose für das laufende Jahr nicht gut an. Die Ryanair-Aktie verlor am Morgen rund 3,8 Prozent.

Ryanair erwarte weiterhin einen starken Sommer, da die Reisebeschränkungen aufgehoben seien und dies die Menschen ermutige, wieder zu fliegen. Bezüglich der Preise zeigte sich da Unternehmen "vorsichtig optimistisch". Diese dürften in der Hochsaison etwas über dem Niveau von 2019 liegen. Im aktuellen Quartal müsse Ryanair aber weiter mit Rabattaktionen locken, um die Nachfrage anzukurbeln.

165 Millionen Passagiere 2022/2023

Der um Sondereffekte bereinigte Nettoverlust von Ryanair für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22 schrumpfte von gut einer Milliarde Euro im Vorjahr auf 355 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas höheren Fehlbetrag gerechnet. Der Umsatz verdreifachte sich fast auf 4,8 Milliarden Euro.

Die irische Fluggesellschaft bekräftigte ihr Ziel, im neuen Geschäftsjahr 165 Millionen Passagiere zu befördern. Der Vorstandsvorsitzende Michael O'Leary hatte Ende März noch gesagt, dass er einen Gewinn von mindestens einer Milliarde Euro anstrebe.

Anfang April hatte Ryanair bereits einige Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr bekannt gegeben. In den zwölf Monaten bis Ende März zählte die Fluggesellschaft wie bereits bekannt gut 97 Millionen Passagiere. Das waren rund dreieinhalb Mal so viele wie nach dem coronabedingten Geschäftseinbruch ein Jahr zuvor, aber immer noch über ein Drittel weniger als die 149 Millionen im letzten Jahr vor der Pandemie.

Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hatte die Erholung der Ticketnachfrage vor allem in den Monaten Dezember bis Februar zurückgeworfen.

Derweil rüstet sich die Fluggesellschaft weiter gegen den Anstieg der Treibstoffpreise. Für das neue Geschäftsjahr bis Ende März 2023 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen 80 Prozent seines Treibstoffbedarfs preislich abgesichert. Infolge des Ukraine-Kriegs und der internationalen Sanktionen gegen Russland ist der Ölpreis und damit auch der Kerosinpreis stark gestiegen.

Kritik an Boeing

In einem TV-Interview mit CNBC kritisierte der Ryanair-Chef am Montag den Hauptlieferanten Boeing scharf. "Boeing braucht einen Neustart im Management." Man sei sehr enttäuscht über die vergangenen zwölf Monate mit späten Auslieferungen und habe zudem von den Amerikanern nichts mehr zu der Langversion Boeing 737-MAX-10 gehört.

Hier waren entsprechende Verhandlungen im September vergangenen Jahres abgebrochen worden. Bislang ist der Typ nicht für den Luftverkehr zugelassen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Eurocontrol, Flughafen Nürnberg | 16.05.2022 08:50


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