Russland-Sanktionen
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Luftfahrtindustrie sucht neue Quellen für Nickel und Titan

Titan-Halterung
Titan-Halterung, © Airbus

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HANNOVER - Europas Luftfahrtindustrie ist bei der Versorgung mit Titan und Nickel stark von Importen aus Russland abhängig. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) rät Unternehmen dazu, sich beim Bezug nicht länger auf eine einzige Quelle zu verlassen.

"Die Störung von Lieferketten im Zuge der Corona-Pandemie sowie drohende Sanktionen auf russische Metallexporte aufgrund des Krieges in der Ukraine zeigen nachdrücklich, wie wichtig ein möglichst hoher Grad der Diversifizierung des Rohstoffbezugs ist", sagte Michael Szurlies von der BGR.

Dafür komme etwa eine Beteiligung an internationalen Bergbauprojekten oder an der Weiterverarbeitung in Betracht.

Deutschland war laut BGR im vergangenen Jahr der weltweit viertgrößte Nickelverbraucher und der drittgrößte Importeur von Nickelmetall. Fast die Hälfte der Einfuhren stammte demnach von den Standorten eines einzigen Unternehmens in Russland und Finnland.

Die bisher wichtigsten Anwendungen für Nickelmetall sind den Experten zufolge nichtrostende Stähle und Nickellegierungen, die etwa im Maschinenbau, in der Chemieindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrt verwendet werden.

Der Ukraine-Krieg gefährdet zudem die Versorgung der Luftfahrtindustrie mit dem Schlüsselmaterial Titan. Konstrukteure setzen das leichte und feste Metall an Stellen ein, die große Belastungen auffangen müssen, etwa bei Triebwerksaufhängungen und an Fahrwerken.

Airbus hat bereits die Lagerhaltung hochgefahren und sieht noch keine Versorgungsengpässe. In der "FAZ" hatte Airbus-Chef Guillaume Faury gleichwohl eindringlich vor einem Importverbot im Zuge von Russland-Sanktionen gewarnt.

Europas Luftfahrtindustrie deckt nach wie vor 50 Prozent ihres Titanbedarfs aus russischen Quellen. Ein Importstopp könnte Airbus und Zulieferern "massiv Schaden", sagte Faury.

Abhängigkeit von Russland keine ganz neue Erkenntnis

Eigentlich war Airbus seit spätestens 2014 vorgewarnt - schon während der Krim-Krise bangten Airbus-Topmanager angesichts der Abhängigkeit von Russland um eine stabile Titan-Versorgung und ließen ein Expertengruppe weltweit nach Alternativen suchen.

"Wir hängen stark von Titan ab, das wir von russischen Zulieferern bekommen", hatte der damalige Airbus-Produktionschef Günter Butschek seinerzeit festgestellt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 20.05.2022 06:34


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