Jost Lammers
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München rechnet nicht vor 2030 mit ICE-Anschluss

ICE
ICE, © Deutsche Bahn

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MÜNCHEN - MUC-Chef Jost Lammers rechnet "in diesem Jahrzehnt" nicht mehr mit einem Schnellbahnanschluss für das Lufthansa-Drehkreuz. Die Rückkehr zu Vorkrisenwerten und schwarzen Zahlen steht laut Lammers hingegen schon 2024 im Plan - Nordamerika gibt München bei der Erholung Rückenwind.

Jost Lammers wechselte im Januar 2020 vom Flughafen Budapest an den MUC. Der erfahrene Airportlenker sollte wichtige Ausbauprojekte in die Spur bringen - musste sich aber stattdessen als Krisenmanager beweisen und München durch die Pandemie navigieren.

Inzwischen hat das Team um Lammers zumindest wieder eine klarere Sicht auf die mittelfristige Entwicklung.

"Wir gewinnen wieder kräftig Passagiere", sagte Lammers in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen". "2024 sollten wir zu alter Stärke zurückgefunden haben." Nach einem Fehlbetrag von 261 Millionen Euro 2021 will Lammers die Verluste 2022 weiter eindämmen - und 2023 eine schwarze Null erzielen.

Insgesamt hat München den "absoluten Härtetest" in der Pandemie laut Lammers auch deswegen wirtschaftlich halbwegs gut bestanden, weil Amtsvorgänger Michael Kerkloh dem neuen Management ein top geordnetes Haus übergab. "Beim Ausbruch der Krise hatten wir reichlich Rücklagen."

Neue Strecken nach Denver und San Diego bringen im laufenden Sommerflugplan das Langstreckengeschäft in Schwung. "Auf den Transatlantik-Strecken sehen wir gerade einen echten Boom", sagte Lammers der "Augsburger Allgemeinen". China werde im Passagierverkehr 2022 hingegen ein Totalausfall bleiben.

Kostenexplosion am T1

Der Flughafen München ist diesem Monat vor 30 Jahren von Riem an den aktuellen Standort umgezogen. Größte Investitionen in die Infrastruktur ist derzeit die Erweiterung des Terminal 1. Der Flughafen hat den Eröffnungstermin für den neuen Flugsteig allerdings gerade von 2023 auf 2025 vertagt.

Das Projekt ist zudem mit einer Kostenexplosion konfrontriert - der Flughafen veranschlagt den Neubau inzwischen mit über 600 Millionen Euro. Bei Baubeginn 2019 war das Projekt mit 455 Millionen Euro budgetiert. Vom  umstrittenen Bau einer dritten Start- und Landebahn ist München vorerst abgerückt.

ICE-Anschluss? "Ich bleibe Realist"

Viel wichtiger wäre für MUC ohnehin ein Schnellbahnstopp. "Wir sind guter Hoffnung, einen eigenen ICE-Anschluss zu bekommen", sagte Lammers der "Augsburger Allgemeinen". An dem Thema sei der Flughafen mit Lufthansa, der Deutschen Bahn und dem bayerischen Verkehrsministerium in einer Taskforce dran.

Bund und Länder haben zwar gerade eine Beschleunigung der Verfahren für wichtige Schienenprojekte vereinbart. Lammers rechnet dennoch nicht mit einer schnellen Umsetzung einer ICE-Trasse zum Flughafen München.

"Ich bleibe Realist", sagte der MUC-Chef. "Angesichts der umfangreichen Planungen, die für eine ICE-Anbindung unseres Flughafens erforderlich sind, rechne ich nicht mehr damit, dass der ICE-Anschluss in diesem Jahrzehnt kommt."
© aero.de | Abb.: Deutsche Bahn | 23.05.2022 10:50

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Beitrag vom 24.05.2022 - 11:12 Uhr
10 Minuten Fahrzeit für den Transrapid in München war ein theoretischer Wert, der aber wegen der Lärmentwicklung nie zu erreichen gewesen wäre.
Eine Express S-Bahn hätte 25 Minuten Fahrzeit, die Zeitersparnis mit noch schnellerem Gefährt ist nur für Sekundenzeiger Nerds von Bedeutung.

Was natürlich stimmt ist, dass die S-Bahn in München völlig unterdimensioniert ist, es ist im Prinzip (in der Stadt selbst) die Strecke, die bereits 1905 geplant war, als Münchens Einwohnerzahl 1/3 der heutigen betrug. Allerdings war die ursprüngliche Planung weitergehender, weil es eine Ringlinie zusätzlich geben hätte sollen.

Den Notarzteinsatz mit Hubschrauberlandung hätte man beim Transrapid aber auch, wenn jemandem von der schnellen Fahrt schwindelig wird ;-)
Beitrag vom 24.05.2022 - 10:02 Uhr

Aber immerhin er war eine Lösung.
Der FLughafen besteht seit mitte der 90ger, und man hat jetzt in fast 30 Jahren keinen Bahnanschluss hinbekommen.
Das ist kein deut besser als beim BER.

BER ist nun wahrlich keine Meisterleistung deutscher Ingenieurskunst. Aber einen TOP Bahnanschluss für ICE, RE, RB und S- Bahn (ähnlich wie FRA und LEJ) hat er. Dazu noch Express- Busse in alle möglichen Richtungen.
Beitrag vom 24.05.2022 - 08:01 Uhr
Soviel Käse hier.

Die S-Bahn braucht aus der Stadt 40-45 Min.

Der Transrapid hätte 10 gebraucht. Also 30 Min. weniger.

Was sie nicht verstehen ist die Zuverlässigkeit. Eigenes Gleis. Taktung.
In München reicht ein Notarzteinsatz wegen eines Schwindelanfalls und der S-Bahn Verkehr steht. Für Stunden.
Sie können 0 mit der S_Bahn planen und halten in weltbewegenden Orten wie Dagelfing oder Unter-& Oberschleissheim auf dem Weg zum Flughafen.
Das ist absoluter Mist.

Der Transrapid war eine Lösung, leider war er keine gute. Alleine der Tunnel und die Kosten, Wahnsinn.
Wahrscheinlich wäre ein Minibus shuttle service mit check in sinnvoller.
Aber immerhin er war eine Lösung.
Der FLughafen besteht seit mitte der 90ger, und man hat jetzt in fast 30 Jahren keinen Bahnanschluss hinbekommen.
Das ist kein deut besser als beim BER.

MCU liegt halt leider nicht auf der Route für Fernzüge, und das macht die Anbindung halt schwer.
Aber gerade aus den bayrischen Städten könnte man MUC vernünftig über die Strasse anbinden.
Viele PAX sind ja auch aus Tschechien und Österreich, z.b. Pilsen und Linz.

Am Bahnhof hat man Platz gelassen, eine Fernbahnanbindung war angedacht. Aber das Ding müsste man natürlich auch bauen.

Kurz: Es zeigt wie es läuft, man hat das einfach verbockt, quasi ein Geburtsfehler des MUC und man kriegt das einfach nicht behoben.


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