Zulassung
Älter als 7 Tage

FAA und EASA beraten über Boeing 777X

Boeing 777-9
Boeing 777-9, © Lufthansa

Verwandte Themen

SEATTLE - Boeing ist das 777X-Projekt völlig entglitten. Vor 2025 steht die 777-9 Lufthansa, Emirates, Qatar Airways und Singapore Airlines nach einer erneuten Verschiebung nicht zur Verfügung. Über die weitere Zeitachse will Boeing nächste Woche mit den Aufsichtsbehörden FAA und EASA beraten.

Die 777X wird für Boeing zum Milliardengrab. Ende April gestand der Konzern eine weitere Projektverzögerung ein. Den akuellen EIS-Termin für die 777-9 im Jahr 2025 will Boeing in jedem Fall halten.

Der Airbus-Konkurrent holt nächste Woche Vertreter der US-Luftfahrtaufsicht FAA und ihres europäischen Gegenstücks EASA an einen Tisch. Ziel des Treffens: FAA und EASA sollen Boeing möglichst einheitliche Vorgaben für die nächsten Etappen auf dem Weg zur Zulassung setzen.

"Wir müssen uns auf gemeinsame Grundsätze verständigen, mit denen wir unsere Sicherheitsziele erreichen", sagte EASA-Generaldirektor Patrick Ky der Nachrichtenagentur "Reuters". FAA und EASA werden laut Ky "über Probleme und Lösungen" sprechen.

Zulassungspläne überholt

Die FAA hatte Boeing im März gewarnt, dass sie die bisherigen Zulassungspläne inzwischen als "überholt" betrachtet. Boeing hatte die 777-9 zunächst als reine Weiterentwicklung der 777-300ER für ein vereinfachtes Zulassungsverfahren angemeldet. Dagegen soll es auf Seiten der EASA Einwände gegeben haben.

Auf Basis der 777X entwickelt Boeing auch den für 2027 erwarteten Frachter 777-8F.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 16.06.2022 06:59

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 17.06.2022 - 17:58 Uhr
Dieser Mechanismus nennt sich "Aufsichtsrat" welcher in Deutschland in der Industrie i.d.R auch mit Gewerkschaftern besetzt ist und spätestens die hätten eine Boeing-Politik verhindert ...

Die verhindern nicht selten aber auch gute Dinge deswegen bin ich der Meinung dass diese Gewerkschaftsposten mit Akademikern besetzt werden sollten um eine 'intellektuelle Ausweidung' d.h. Orientierung der Unternehmenspolitik an Oberflächlichkeiten zu verhindern.
Beitrag vom 17.06.2022 - 17:08 Uhr
Dann frag ich mich aber schon, wie Airbus es in die Position schaffen konnte, in der es heute ist. Mir ist das etwas zu billig, die Rechtsform Aktiengesellschaft für Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen.

Das habe ich nicht getan. Ich habe nur gesagt, die Rechtsform AG enthält keine Mechanismen, diese Art der Fehlsteuerung zu verhindern oder die Entscheider einer solchen Fehlentwicklung zur Verantwortung zu ziehen.
Bei Airbus kommt hinzu, dass die Eigner zu einem ordentlichen Prozentsatz Staaten sind, die zum einen nicht auf eine kurzfristige Dividende schielen und zum anderen die extreme Art der Personal-Optimierung, die Boeing betrieben hat , ablehnen, da sie sich zu sehr auf die Anzahl der Arbeitsplätze auswirken würde.

Provokativ formuliert: Ich denke, genau der Staatseinfluss und die komplexen Strukturen ( die hier immer mal wieder kritisiert wurden) hat es Airbus bisher erspart, intellektuell ähnlich ausgeweidet zu werden wie Boeing.
Beitrag vom 17.06.2022 - 16:57 Uhr

Das System der Aktiengesellschaften enthält keinen Anreiz für einen Aktionär, langfristig zu denken, da er heute Entscheidungen durchsetzen, von den kurzfristigen Effekten profitieren und morgen aussteigen kann, bevor die langfristigen Konsequenzen der Entscheidung offensichtlich werden.

Das trifft aber eher für einige Großinvestoren zu die auf Grund ihrer hohen Anteile oder ihrem sonstigen Einfluß wesentlich die Ausrichtung für die Zukunft bestimmen und manchmal dadurch auch manipulieren können. Der Durchnschnittsaktionär ob viel oder wenig investiert denkt da durchaus auch an die langfristige Perspektive.

Ich denke, aktive Manipulation steht einem kleininvestor nicht zur Verfügung.
Aber welche kleine Investor stimmt gegen eine Maßnahme ( vom Mangement vorgeschlagen) die seine Dividende erhöht?
Wer entscheidet sich dagegen, weil dann in 5-10 Jahren die Firma den Bach runtergehen könnte - obwohl das Management das Gegenteil verspricht?

Im Fall Boeing halte ich eher das führende Management selbst für die Fehlentwicklung verantwortlich. Klar muß das auch einen angemessenen Ertrag liefern aber hier war der Wille mit Ausschüttungen zu glänzen über alle Maßen übersteigert. Da muss eine verantwortliche Führung auch mal sagen dies Jahr steigt die Ausschüttung nicht.

Die Regeln, die den Bonus des Vorstands bestimmen, werden von der Aktionärsversammlung genehmigt/festgelegt. Da hat wohl jemand Dividendensteigerung reingeschrieben - und die Mehrheit hat zugestimmt.
Und sie hat in den ersten Jahren ja auch genau das bekommen, was versprochen war: Eine bessere Rendite.
Wenn man im Luftfahrtgeschäft F&E bleicben lässt, spart das tatsächlich kurzfristig einen Haufen Geld. Den kann man dann den Aktionären geben.
Gute Software-Ingenieure sind auch teuer. Also ab nach Indien mit der Entwicklung, am besten zu Drittfirmen als Dienstleister. Spart auch einen Haufen Geld.
Produziert dan aber zB so ein Gefrickel wie bei der MAX.

Die B787 hat sich gut verkauft war aber in der Entwicklung eigentlich ein einziges Desaster und in der Bilanz schlummert davon noch einiges. Man sollte meinen das hat gelangt aber was danach noch alles schief lief ist kaum zu glauben. Das wird noch viele Jahre brauchen um den Laden wieder auf Spur zu bringen. Abschreiben braucht man die aber trotzdem nicht.

Das hoffe ich auch, sollte Airbus sich als Monopol etablieren, wäre das tragisch ...

Dieser Beitrag wurde am 17.06.2022 17:12 Uhr bearbeitet.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

PaxEx.de Passenger Experience

FLUGREVUE 11/2022

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden