Flugchaos
Älter als 7 Tage

Verbraucherschützer: Prinzip Vorkasse bei Flügen abschaffen

Ramona Pop, Vorständin Verbraucherzentrale Bundesverband
Ramona Pop, Vorständin Verbraucherzentrale Bundesverband, © Die Hoffotografen GmbH / Christine Blohmann / vzbv
BERLIN - Die Chefin des Verbraucherzentralen-Bundesverbandes, Ramona Pop, hat mit Blick auf das Flugchaos in Deutschland die Abschaffung des Vorkasse-Prinzips gefordert. "Die Probleme sind hausgemacht, vor allem von den Airlines.

Es kann nicht sein, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher das nun ausbaden und für Flüge im Voraus bezahlen, die am Ende gar nicht stattfinden", sagte Pop dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). "Deswegen muss das Prinzip Vorkasse abgeschafft werden."

Derzeit gäben die Verbraucher den Fluggesellschaften faktisch zinslose Kredite, "damit diese wieder finanziell liquide sind", kritisierte Pop. "Und das gerade jetzt in einer Zeit, in der Verbraucher ihr Geld selbst dringend benötigen." Dieser Sommer habe "wieder einmal gezeigt, dass die Luftfahrtbranche keinen Vertrauensvorschuss verdient hat".

Der Bundesverband fordert unabhängig von der gegenwärtigen Lage bereits seit längerem, dass der Preis für Flüge und Pauschalreisen frühestens zum Zeitpunkt des Reiseantritts fällig werden sollte.

Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke (Grüne) hatte vor drei Wochen in einem Interview das in der Branche übliche Prinzip der Vorkasse infrage gestellt, sofern die Fluggesellschaften das für stornierte Flüge vorab gezahlte Geld nicht zügig erstatten. Noch setze sie darauf, dass die Unternehmen ihren Verpflichtungen nachkämen.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft wies am Samstag auf Vorteile des Vorkasse-Systems hin. Durch die Vorkasse könnten die Fluggesellschaften langfristig planen, eine hohe Auslastung der Flugzeuge erreichen und den Verbrauchern im Gegenzug preiswerte Tickets über Frühbucherrabatte anbieten. Die Ticketzahlungen seien über die EU-Fluggastrechte-Verordnung abgesichert.
© dpa, aero.de | Abb.: Die Hoffotografen GmbH / Christine Blohmann / vzbv | 30.07.2022 16:28

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Beitrag vom 03.08.2022 - 09:08 Uhr


Wo ist denn da jetzt die bahnbrechende Neuheit? Kein eAhnung ob ich zu doof bin die zu erkennen, aber wenn ich versuche bei DERTOUR eine Reise zu buchen, dann muss ich auch weiterhin, wie bei Reiseveranstaltern üblich, sofort 20% anzahlen. Den Restbetrag dann bis 28 Tage vor der Reise.

Was ich jetzt dazu buchen kann, neben der Reiserücktrittsversicherung, ist für 59€ eine Flex Option, mit der man sein Geld zurück bekommen soll, bis 14 oder 5 Tage vor der Reise.

Das ist dann dieselbe Option, die man auch bei jeder Airline als Flextarif, natürlich gegen einen höheren Preis, buchen kann.

Oder verstehe ich da irgendetwas falsch?

Vielleicht haben Sie ja diesen Abschnitt:

"Wollen sich die Airlines nicht dem Vorwurf aussetzen, als Kartell der Unwilligen um alte Pfründe zu kämpfen, sollten sie sich einen Blick auf die Reiseveranstalter gönnen. Auch dort hatte sich die Branche jahrzehntelang geschlossen geweigert, Kunden bei den Buchungsregeln entgegenzukommen."

überlesen!?

Und vielleicht ist es auch (nur) der/die 'klitzekleine' Unterschied/Differenz:

"Was ich jetzt dazu buchen kann, neben der Reiserücktrittsversicherung, ist für 59€ eine Flex Option,..."

zu (willkürlich gerade auf LH.de geschaut: BER - MAD und retour):

Tarif ohne alles: € 249,77
Flextarif: € 413,39

in Höhe von > € 160,00 zu € 59,00 !?

Dazu kommt halt dann auch nur noch die 'Kleinigkeit' das ich bei DERTOUR nur 20 % sofort zahlen muss, wären bei den Airlines SOFORT 100 % fällig werden (in jeder Kategorie)... .
Beitrag vom 03.08.2022 - 08:35 Uhr
Interessant:

 https://handelsblatt.com/meinung/kommentar-flugticket-vorkasse-wackelt-das-kartell-der-unwilligen/28565062.html

Wollen sich die Airlines nicht dem Vorwurf aussetzen, als Kartell der Unwilligen um alte Pfründe zu kämpfen, sollten sie sich einen Blick auf die Reiseveranstalter gönnen. Auch dort hatte sich die Branche jahrzehntelang geschlossen geweigert, Kunden bei den Buchungsregeln entgegenzukommen. Wer seinen Urlaub gebucht und angezahlt hatte, kam aus dem Vertrag kaum noch oder nur gegen hohe Gebühren wieder heraus. Selbst manche Airlines waren da kulanter.
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Als in der Pandemie Reiseveranstalter wie DER Touristik von ihrem bis dahin verteidigten Buchungsmodell abrückten, brach das Anbieterkartell wie ein Kartenhaus zusammen. Fast alle offerieren heute, meist mit geringem Aufschlag, erfolgreich flexible Stornobedingungen und Geld-zurück-Garantien.
>
Auf die Luftfahrt übertragen stellt sich damit nur noch die Frage: Welche Airline bucht als erste das Geld erst dann von der Kreditkarte ab, wenn der Flieger abhebt?

Wo ist denn da jetzt die bahnbrechende Neuheit? Kein eAhnung ob ich zu doof bin die zu erkennen, aber wenn ich versuche bei DERTOUR eine Reise zu buchen, dann muss ich auch weiterhin, wie bei Reiseveranstaltern üblich, sofort 20% anzahlen. Den Restbetrag dann bis 28 Tage vor der Reise.

Was ich jetzt dazu buchen kann, neben der Reiserücktrittsversicherung, ist für 59€ eine Flex Option, mit der man sein Geld zurück bekommen soll, bis 14 oder 5 Tage vor der Reise.

Das ist dann dieselbe Option, die man auch bei jeder Airline als Flextarif, natürlich gegen einen höheren Preis, buchen kann.

Oder verstehe ich da irgendetwas falsch?
Beitrag vom 03.08.2022 - 00:57 Uhr
Interessant:

 https://handelsblatt.com/meinung/kommentar-flugticket-vorkasse-wackelt-das-kartell-der-unwilligen/28565062.html

Wollen sich die Airlines nicht dem Vorwurf aussetzen, als Kartell der Unwilligen um alte Pfründe zu kämpfen, sollten sie sich einen Blick auf die Reiseveranstalter gönnen. Auch dort hatte sich die Branche jahrzehntelang geschlossen geweigert, Kunden bei den Buchungsregeln entgegenzukommen. Wer seinen Urlaub gebucht und angezahlt hatte, kam aus dem Vertrag kaum noch oder nur gegen hohe Gebühren wieder heraus. Selbst manche Airlines waren da kulanter.
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Als in der Pandemie Reiseveranstalter wie DER Touristik von ihrem bis dahin verteidigten Buchungsmodell abrückten, brach das Anbieterkartell wie ein Kartenhaus zusammen. Fast alle offerieren heute, meist mit geringem Aufschlag, erfolgreich flexible Stornobedingungen und Geld-zurück-Garantien.
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Auf die Luftfahrt übertragen stellt sich damit nur noch die Frage: Welche Airline bucht als erste das Geld erst dann von der Kreditkarte ab, wenn der Flieger abhebt?


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